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Energiespeicherung

Pilotprojekt mit gespeichertem Windstrom am Flughafen Berlin

| Redakteur: Stéphane Itasse

Grundsteinlegung für das Wasserstoff-Projekt in Berlin-Schönefeld.
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Grundsteinlegung für das Wasserstoff-Projekt in Berlin-Schönefeld. (Bild: Enertrag)

Strom aus Windkraft nach Bedarf einsetzen: Das Windkraftunternehmen Enertrag, der Industriegasekonzern Linde und das Energieunternehmen Total haben mit den assoziierten Unternehmen McPhy Energy und 2G Energietechnik ein Pilotprojekt für eine der Kernherausforderungen der Energiewende, der Speicherung erneuerbarer Energie gestartet. Power-to-Gas lautet das Stichwort.

Zugleich wurde der Grundstein zur ersten CO2-neutralen Tankstelle am Flughafen gelegt, die den nächsten Schritt zur Marktreife der Wasserstofftechnik markieren soll. Ab Herbst 2013 sollen am Flughafen Berlin-Schönefeld Wasserstofffahrzeuge mit „grün“ erzeugtem Wasserstoff betankt werden. Damit zeigen die kooperierenden Unternehmen laut Mitteilung von Enertrag, Total und Linde, dass umweltfreundliche Mobilität auf der Basis von erneuerbarer Energie machbar ist.

Blockheizkraftwerk speziell zur Wasserstoffnutzung angepasst

Zudem betreibe der umweltfreundlich erzeugte Wasserstoff ein von 2G Energietechnik produziertes Blockheizkraftwerk (BHKW), das den grünen Energieträger in Wärme und Strom rückverwandeln kann. Ein von McPhy bereitgestellter Feststoffspeicher nehme bis zu 100 kg des Wasserstoffs auf und stelle somit eine kontinuierliche Versorgung des Blockheizkraftwerks (Kraft-Wärme-Kopplung) sicher. Alternativ sei das Kraftwerk auch für den Einsatz mit Erdgas (10% Bio-Anteil) geeignet. Das Blockheizkraftwerk hat nach Angaben von 2G eine elektrische Leistung von bis zu 120 kW und erreicht einen elektrischen Wirkungsgrad von 41 %.

Das Wasserstoff-Kompaktmodul Agenitor 306 nutzt die spezifischen Vorteile des Brennstoffs Wasserstoff und erzielt mit angepasster Motorentechnik eine Steigerung des elektrischen Wirkungsgrads um 5 Prozentpunkte im Vergleich zu einer Erdgasanwendung, wie 2G erläutert. Durch eine mögliche Reduzierung der Abgasemissionen auf ein Viertel des Stickstoffoxid-Grenzwerts (NOx) liefere das Wasserstoff-Blockheizkraftwerk effizient sowie umweltfreundlich Strom und Wärme.

Motor des Blockheizkraftwerks für Gase mit niedriger Methanzahl optimiert

Basis der Modul-Anpassung seien die von 2G entwickelte Gemischbildung mit Port Injection für Gase mit niedriger Methanzahl sowie eine Modifikation der Ansaugbrücke. Statt des standardmäßigen Gasmischers verfüge das Wasserstoff-Modul über eine Gaseindüsung kurz vor dem Brennraum, so dass eine Entzündung des Brennstoffs bereits vor dem Brennraum vermieden werde.

Der Turbolader verdichte nur reine Luft zur Wirkungsgraderhöhung und Leistungssteigerung. Der mit Wasserstoff gefüllte Raum werde dadurch stark reduziert, was zur Betriebssicherheit beitrage. Bei der Entwicklung des Port-Injection-Verfahrens hat 2G Drives mit CFD-Analysen (computational fluid dynamics) die Einblasgeometrie optimiert, wodurch eine hohe Homogenisierung und Gleichstellung des Gemischs erzielt wurde, heißt es.

Projektpartner investieren in Windpark, Tankstelle und Blockheizkraftwerk 10 Mio. Euro

Die Investitions- und Betriebskosten (Wartung und Instandhaltung) bis Mitte 2016 belaufen sich für alle Partner laut deren Mitteilung zusammengenommen auf rund 10 Mio. Euro. Linde und Total investiertten jeweils über 3 Mio. Euro, Enertrag trage 2 Mio. Euro, 2G 1 Mio. Euro und McPhy 800.000 Euro.

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