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Nanoleuchtpartikel Plagiatsschutz bei hohen Temperaturen

| Redakteur: Beate Christmann

Leuchtpartikel, die nur unter UV-Licht sichtbar werden, kommen zum Schutz vor Produktfälschungen schon lange zum Einsatz. Nun hat das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien Nanopartikel entwickelt, die Temperaturen von bis zu 600 °C standhalten sollen.

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Mit den vom Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) entwickelten Leuchtpartikeln sollen Gegenstände selbst bei hohen Temperaturen fälschungssicher gemacht werden.
Mit den vom Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) entwickelten Leuchtpartikeln sollen Gegenstände selbst bei hohen Temperaturen fälschungssicher gemacht werden.
(Bild: INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien)

Es ist ein milliardenschwerer Markt: Das Geschäft mit gefälschten Waren. Es gibt heute kaum noch Produkte, die vor Plagiaten sicher sind. Dementsprechend sind Forscher und Produktentwickler stets auf der Suche nach Ideen, die das Kopieren ihrer Waren erschweren. Forschern des INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken ist nun ein wichtiger Fortschritt in Sachen Plagiatsschutz gelungen. Sie haben Leuchtpartikel entwickelt, die auch bei hohen Temperaturen eingesetzt werden können. Mit UV-Licht oder Röntgenstrahlung angeregt leuchten die farblosen Nanopartikel orange-rot.

Die kleinen UV-Lampen an den Kassen der Supermärkte kennt jeder: Mit ihnen wird überprüft, ob die Geldscheine echt sind. Dann leuchten bunte Schnipsel im Papier auf. Die Leuchtpartikel dazu bestehen aus organischen Verbindungen. Für hohe Temperaturen sind sie nicht geeignet, da sie sich dann zersetzen. Bei Gegenständen, die fälschungssicher gemacht werden sollen und hohen Temperaturen ausgesetzt sind, kann man sie deshalb nicht verwenden.

Temperaturstabilität bis 600 °C

Motorteile im Auto, hochwertige Maschinen im Industriebereich oder edle Geräte in Privathaushalten – manche dieser Alltagsgegenstände sind während ihres Einsatzes hohen Temperaturen ausgesetzt. Gerade originale Autoteile und entsprechende Ersatzteile sind für Hersteller und Verbraucher ein Gütesiegel: Originalteile bedeuten für den Fahrer ein geringeres Unfallrisiko. Diese Originalität kann nur nachgewiesen werden, wenn der Plagiatsschutz hohe Temperaturen übersteht und einfach auszulesen ist. Ein fehlender Plagiatsschutz auf gefälschten Ersatzteilen bewahrt den Originalhersteller im Schadensfall vor Regressansprüchen.

„Für unsere Leuchtpigmente können wir eine solche Temperaturstabilität bis circa 600 °C erreichen“, sagt Peter William de Oliveira vom INM. Dies gelingt durch das Herstellungsverfahren über nasschemische Prozesse. „Damit genügen die Partikel nicht nur hohen Temperaturen; sie lassen sich mit geeigneten Lösungsmitteln auch in druckfähige Pasten überführen und somit einfach zum Beispiel über Siebdruckverfahren strukturiert auf viele Trägermaterialien aufbringen“, erklärt der Leiter des Innovations-Zentrums am INM weiter.

Mit den Leuchtpigmenten aus Yttrium- oder Gadolinium-Oxid werden Druckbilder in weiß und durchsichtig verwirklicht, die bei UV- oder Röntgenstrahlung orange-rot leuchten. Durch unterschiedliche Herstellungsbedingungen sind Partikel in Größen zwischen sieben und circa 600 nm möglich. Dadurch können die Forscher auf unterschiedliche Anforderungen und Prozesse aus der Industrie Rücksicht nehmen.

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