Thieme Polyurethan-Spezialist produziert großflächiges Formteil für ein Tomographiegerät

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Die Kunststoffexperten der Thieme GmbH & Co. KG, Teningen, haben ein im Wortsinn „großes“ Projekt realisiert: Fast 2 m beträgt der Durchmesser der aus Polyurethan geschäumten Frontverkleidung für einen PET/CT-Scanner (Positronen-Emissions-Tomographie/Computer-Tomographie).

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Trotz der großen Maße wurde Frontverkleidung für ein Tomographiegerät in einem einzigen Schäumvorgang aus Polyurethan hergestellt. Bild: Thieme
Trotz der großen Maße wurde Frontverkleidung für ein Tomographiegerät in einem einzigen Schäumvorgang aus Polyurethan hergestellt. Bild: Thieme
( Archiv: Vogel Business Media )

Dass sich der Kunststoff Polyurethan (PUR) sehr gut für die Herstellung formschöner und zugleich robuster Gehäuseverkleidungen eignet, ist für Konstrukteure medizintechnischer Geräte nichts Neues. Dennoch beeindruckt die Frontverkleidung des Tomographiegeräts, die von Thieme realisiert wurde, durch ihre schiere Größe: Das Polyurethan-Formteil hat einen Durchmesser von 1860 mm, eine Tiefe von 290 mm und ein Gewicht von 17,8 kg und wird trotz seiner komplexen Geometrie – auf der Sichtseite gibt es keine ebene Fläche - in einem einzigen Schäumvorgang hergestellt.

Vier Befestigungsschrauben reichen dank des geringen Gewichts von Polyurethan

Zum Einsatz kommt der Polyurethan-Werkstoff Baydur 110 FR von Bayer Materialscience, der sich laut Thieme durch hohe Schlagzähigkeit und Verwindungssteifigkeit auszeichnet. Trotz einer durchschnittlichen Wanddicke von nur 6 bis 7 mm weist das großflächige Formteil eine hohe Eigenstabilität auf, sodass eine Befestigung am Gerät mit vier M10-Schrauben ausreicht.

Um die Endmontage beim Gerätehersteller zu vereinfachen, werden beim Schäumen des Teils 30 Bohrungen für Gewindebuchsen sowie spezielle Bohrungen für selbstschneidende Schrauben eingeformt. Auch 36 Blechteile (Halterungen für Dichtungsprofile, Laserpointer, Display, Bedienelemente und Kabelhalter) werden bereits bei Thieme vormontiert. Beim Gerätehersteller müssen dann nur noch die Elektronikkomponenten und Kabel auf der Innenseite der Verkleidung angebracht werden.

Polyurethan-Lackierung mit umweltfreundlichen Lacken

Ebenfalls bei Thieme erfolgt die Lackierung mit umweltfreundlichen Lacken: Der innere Umfang des „Tunnelmundes“ wird weiß mit Strukturoberfläche lackiert, der äußere Umfang erhält ein Glattlack-Finish in einem hellen Grünmetallic-Ton. Der Lack ist, wie im medizinischen Bereich erforderlich, abrieb- und schlagfest sowie beständig gegen Desinfektions- und Reinigungsmittel.

Neben der Möglichkeit, großflächige, stabile Formteile herzustellen, bot sich der Werkstoff Polyurethan für dieses Projekt auch aus einem anderen Grund an: Bei den in der Medizintechnik üblichen geringen Stückzahlen - für diesen speziellen Gerätetyp werden nur circa 60 Teile pro Jahr erwartet – wirken sich die niedrigen Werkzeugkosten des Polyurethan-Prozesses positiv auf die Gesamtkosten aus.

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