Zerspanung im Werkzeug- und Formenbau Portalfräsmaschinen senken Preis- und Konkurrenzdruck

Redakteur: Peter Königsreuther

In Osteuropa und Asien sitzen Werkzeug- und Formenbauer, die der Brache hier zu schaffen machen. Wie man sich dagegen wappnen kann, zeigt ein Schweizer Formenbauer mit seinem gut ausgewählten Fräsmaschinenpark.

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Beim Schweizer Formenbauer Formbar AG setzt man in der Fertigung auf Fräsmaschinen von F. Zimmermann. Ganz neu hinzugekommen ist diese 5-Achs-Portalfräse des Typs FZU. Das Besondere ist ihr thermosymmetrischer Aufbau, der für eine hohe Präzision sorgt, heißt es. Relativ preisattraktiv, flexibel einsetzbar und kein besonderes Fundament benötigend, erhöht sie nun die Produktivität von Formbar.
Beim Schweizer Formenbauer Formbar AG setzt man in der Fertigung auf Fräsmaschinen von F. Zimmermann. Ganz neu hinzugekommen ist diese 5-Achs-Portalfräse des Typs FZU. Das Besondere ist ihr thermosymmetrischer Aufbau, der für eine hohe Präzision sorgt, heißt es. Relativ preisattraktiv, flexibel einsetzbar und kein besonderes Fundament benötigend, erhöht sie nun die Produktivität von Formbar.
(Bild: Zimmermann)

Genauer gesagt, ist es die Formbar AG aus Kirchdorf, die dem Gegenwind aus den Ostgefilden mithilfe der Erfahrung ihrer Mitarbeiter und einem umfangreichen Maschinenpark aus diversen Portalfräsanlagen von Zimmermann erfolgreich stellt. Neu hinzugekommen ist nun auch die Zimmermann-Maschine des Typs FZU. Diese 5-Achs-Portalfräsmaschine ist dabei relativ kompakt und wegen ihres thermosymmetrischen Aufbaus präzise bei der Bearbeitung. Attraktiv ist, dass man eine recht geringe Investition vornehmen muss, und dennoch eine hohe Produktivität und Maschinenverfügbarkeit dafür erhält, heißt es vom Hersteller. Features, die es erlaubten, dass die fertig bearbeiteten Bauteile ohne weitere Nacharbeit entnommen werden könnten.

Der erfolgreiche Formenbauer setzen auf Maschinen und Mitarbeiter-Know-how

„Damit wir wettbewerbsfähig bleiben, bleibt uns nichts anderes übrig, als unternehmerisch und technisch gesehen, nie zu schlafen“, merkt Kaspar Hürlimann, der Geschäftsführer von Formbar, augenzwinkernd an. Mit seinen momentan 13 Mitarbeitern fertigt er vor allem Formen aus Holz, Aluminium oder diversen Kunststoffen in allen denkbaren Größen. Hauptabnehmer sind der Automobilbau, die Flugzeugbranche und der Rennsportsektor, zählt Hürlimann auf. Im Prinzip sei die Formbar-Expertise aber für die meisten Industriezweige interessant. Das Unternehmen übernimmt nicht nur die Entwicklung und Fertigung der Produkte sondern auch die Veredelung, heißt es weiter.

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Hürlimann, der seit 2012 die Geschicke des Unternehmens leitet, lässt wissen: „Als ich anfing generierten wir rund 80 % unseres Umsatzes durch den Bau von großen Gießereimodellen. Heute sind es nur noch 15 %, weil die Aufträge nach China und Osteuropa gehen.“ Andere Herausforderungen beschere etwa der Automobilbau mit immer höheren Qualitätsansprüchen, was die Oberflächen und die Präzision der Formen betreffe. Und nicht zuletzt soll alles immer schneller gehen, betont Hürlimann. Also müsse man am Ball bleiben, sowohl was das Know-how der Mitarbeiter betreffe als auch die Qualität der zum Formenbau benötigten Maschinen. Letzteres ist besonders wichtig, weil das Kerngeschäft das Fräsen ist.

Präzise Portalfräse schafft exzellente Aluminiumoberflächen

Seit rund 20 Jahren hat Formbar auch Fräsmaschinen von F. Zimmermann in der Produktionshalle. Die Bauteile werden auf den Maschinen komplett geschruppt und geschlichtet, sagt Hürlimann. Aufgrund der guten Bearbeitungsqualität spare man dabei Zeit und Kosten.

In einer klimatisierten Produktionshalle verrichtet seit einigen Jahren schon eine Portalfräsmaschine der F.Zimmermann-Baureihe FZ33 compact ihre Präzisionsarbeit. Letztere gewährleistet ein eigensteifer Basiskörper aus Guss mit integrierter Tischplatte. Aufgesetzte, mit Spezialbeton gefüllte Seitenwände und ein besonders steifes Portal runden das Bild in Sachen passiv wirkender Präzisionsgaranten ab. Was die Bearbeitungsmöglichkeiten angeht, so kann die FZ33 compact in X-, Y- und Z- bis 2500 mm, 4000 mm respektive 1500 mm verfahren. Die Maschine braucht außerdem kein Fundament, sondern steht einfach auf solidem Industrieboden, merkt Zimmermann an.

Neben den zuvor genannten Werkstoffen kann die Anlage auch Stahl und Guss sowie Verbundwerkstoffe fräsen. Hauptsächlich nutze Formbar sie aber für die Aluminiumnassbearbeitung. Denn weil die FZ33 compact eine maximale Vorschubgeschwindigkeit von 60 m/min schafft sowie eine Achsbeschleunigung von 5m/s² erreicht, erzielt man damit 1A-Oberflächen in diesem Material, erklärt Hürlimann.

Thermosymmetrisch konzipierter FZU-Neuling mit 5-Meter-Reichweite

Damit Formbar flexibel auf die verschiedenen, vor allem größeren, Bauteile reagieren kann, hat das Unternehmen jetzt seine ältere FZ30 durch eine FZU von Zimmermann ergänzt, lässt Hürlimann wissen. Er freue sich, dass der Maschinenbauer aus der Nähe von Stuttgart dafür ein faires Eintauschangebot gemacht habe, dass er einfach nicht ausschlagen konnte. Diese und alle anderen Zimmermann-Maschinen steuert Heidenhain-CNCs. Die Programmiersoftware stammt von Tebis.

Bei der FZU handelt es sich um eine 5-Achs-Portalfräse, deren thermosymmetrischer Aufbau die Präzision immens erhöht. Prädestiniert sei die Maschinen für die Bearbeitung von Aluminium, dem im Werkzeug- und Formenbau sehr gebräuchlichen Polyurethan Ureol und diverse andere Kunststoffe. Verfahrtechnisch erlaubt die FZU 3000 mm in X-, 4000 mm in Y- und 5000 mm in Z-Richtung, wie man dem Datenblatt entnehmen kann. Eine durchgängige U-Konstruktion sorgt für das Grundgestell. Darüber sitzt das thermosymmetrische Portal samt Frässpindel und Führungen sowie andere präzisionsverantwortliche Komponenten, beschreibt der Hersteller. Der Querschnitt des mittig laufenden Z-Schlittens wurde aus Stabilitätsgründen achteckig gewählt, heißt es weiter. Standardisierte Komponenten führten bei der durchaus für Individuelles nutzbaren Anlage dennoch zu einem akzeptablen Preis. Hürlimann resümert seine ersten Erfahrungen: „Mit der FZU können wir jetzt mit der gleichen Belegschaft mehr Teile produzieren und auf Spezialwünsche rascher reagieren.“ Prototypen und Einzelanfertigungen für die Automobil- und Flugzeugindustrie gehörten momentan zu den Hauptaufgaben der FZU.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Ausführung als sogenannte Hakenmaschine, betont Zimmermann, und erklärt, dass die FZU so gebaut ist, dass man sie fertig montiert einfach auf einem Lkw zum Anwender bringen kann, bei dem sie dann weitgehend einsatzbereit ankommt. „Dennoch mussten wir unser Eingangsportal auf 3,5 m verbreitern“, schmunzelt Hürlimann.

Nichts geht ohne gute Kundenbetreuung

Zum umfassenden Zimmermann-Service gehören eine Hotline, über die der Anwender auch außerhalb der üblichen Arbeitszeit einen kompetenten Ansprechpartner erreicht, sowie diverse Ferndiagnosesysteme, die kurze Reaktionszeiten im Notfall ermöglichen, heißt es. Seien mechanische Komponenten defekt, garantiere der Maschinenbauer in der Regel eine Lieferung in Deutschland in 24 h. Die Anwendungstechniker optimieren zudem individuell mit dem Kunden das Zusammenspiel von Kopf, Spindel, Werkzeug und Spannmittel, betont Zimmermann.

Abschließend ist zu sagen, dass Hürlimann nach eigener Aussage heute doppelt so produktiv fertigen kann, als vor sieben Jahren, am Anfang seiner Formbar-Karriere als Geschäftsführer. Der modern ausgestattete Maschinenpark und gut geschulte Mitarbeiter haben es ermöglicht, bekräftigt der Schweizer.

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