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Luft- /Raumfahrt Potenzial von RFID in deutschen Unternehmen weitgehend ungenutzt

| Redakteur: Jan Vollmuth

Deutsche Industrie- und Handelsunternehmen schöpfen die Potenziale der Radio-Frequency-Identification-Technologie (RFID) wegen mangelnder Konsequenz bei RFID-Einführungen sowie technischen Schwierigkeiten bisher nicht aus.

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RFID bietet vielen Unternehmen einen Ausweg – wenn sie die Möglichkeiten nutzen. Bild: Christian Schmalohr
RFID bietet vielen Unternehmen einen Ausweg – wenn sie die Möglichkeiten nutzen. Bild: Christian Schmalohr
( Archiv: Vogel Business Media )

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „RFID – Spielwiese für Technologiebegeisterte oder Schlüsseltechnologie zur Effizienzsteigerung von Geschäftsprozessen?“ des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT und der P3 Ingenieurgesellschaft. Die Gründe dafür sehen die Verfasser der Studie in der mangelnden Konsequenz bei RFID-Einführungen sowie technischen Schwierigkeiten.

Die Studie besteht aus zwei Teilen: einer Unternehmensbefragung und einem technischen Vergleich. An der Unternehmensbefragung haben sich rund 100 Unternehmen, unter anderem aus den Bereichen Logistik, Maschinenbau, Automobilbau, Luft- und Raumfahrt sowie Elektrotechnik aktiv beteiligt. Sie machten detaillierte Angaben zu ihren Erfahrungen und Erwartungen bei der Einführung von RFID.

In dem technischen Vergleich wurden verschiedene RFID-Systeme in einer den realen Industriebedingungen entsprechenden Laborumgebung auf ihre Leistungsfähigkeit untersucht. So zeigt die Studie sowohl die Erfahrungen der befragten Unternehmen als den Nutzen der Technologie und die Produktreife der Systeme auf.

80% bewerten Erfahrungen mit RFID als negativ

Die Studie belegt, dass Unternehmen das Potenzial von RFID bisher kaum ausschöpfen: Etwa 80% der Befragten bezeichnen die Erwartungen und Erfahrungen mit RFID als negativ. „Die große Unzufriedenheit ist frappierend, aufgrund unserer Erfahrung aber nicht unerwartet“, kommentiert Dr.-Ing. Michael Rübartsch, Geschäftsführer bei P3. „Es wird offensichtlich viel Geld in Pilotprojekte investiert, doch diese bringen dann nicht den erhofften Nutzen.“

Welche Faktoren dafür verantwortlich sind, zeigt die Studie sehr deutlich: Bei den meisten RFID-Einführungen mangelt es an der Integration von Prozessen, detaillierten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und technischem Know-how.

Mangelnde Konsequenz bei der Automatisierung komplexer Prozesse

Obwohl 72% der befragten Unternehmen angaben, dass die Prozessoptimierung das vorrangige Ziel der RFID-Einführung war, sind wertschöpfende Unternehmensbereiche nur selten involviert. Bisherige Projekte gehen kaum über einfache logistische Anwendungen hinaus.

Die Unternehmen sind häufig inkonsequent bei der Automatisierung gesamter Prozessketten. 66% nutzen die Chancen der Technologie nicht zur Integration unternehmensübergreifender Prozesse. Besonders auffällig: Fast ein Viertel der teilnehmenden Unternehmen entschied sich für RFID, ohne vorher die Wirtschaftlichkeit systematisch zu prüfen. Gerade diejenigen, die RFID aus wirtschaftlichen Gründen einführten, sahen daher ihre Ziele oft nicht erfüllt. „Der eigentliche Sinn von RFID – Prozesse zu beschleunigen, die Fehleranfälligkeit zu reduzieren und dadurch Kosten zu senken – wurde häufig verfehlt“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Robert Schmitt vom Fraunhofer IPT.

Technische Schwierigkeiten müssen überwunden werden

Auch die technischen Anforderungen der RFID-Technologie wurden von den Unternehmen oftmals unterschätzt: So ergab die Befragung, dass 30% der Unternehmen im Vorfeld von RFID-Projekten keine technische Machbarkeitsstudie durchgeführt haben, obwohl es RFID heute auch bei Standardanwendungen noch nicht „von der Stange“ gibt.

Die technische Vergleichsstudie zeigt, dass die Leistung einzelner RFID-Komponenten von verschiedenen Parametern abhängig ist, so führen die Inkompatibilität existierender Standards sowie der Aufbau und die Ausrichtung von Systemkomponenten häufig zu Schwierigkeiten.

Während beispielsweise Ultra-Hochfrequenz-Systeme deutlich höhere Reichweiten erzielen als Hochfrequenz-Systeme, treten aufgrund der Ausbreitungscharakteristik der Wellen Interferenzen auf, die das Auslesen von Daten verhindern. Daher sind robuste RFID-Anwendungen heute immer noch eher einfach aufgebaut.

RFID-Projekte werden in Zukunft noch komplexer

Nach Ansicht der Experten zeigen die Ergebnisse der Studie, dass RFID tatsächlich noch eine Beschäftigung für Technologiebegeisterte ist. Damit sich RFID zur Schlüsseltechnologie zur Effizienzsteigerung von Geschäftsprozessen wandelt, müssen zukünftige Anwendungen die automatische Datenerfassung mit lokalisierenden und historischen Produktdaten sowie Geldflüssen kombinieren und die Wertschöpfungskette vollständig abbilden.

Als Folge werden RFID-Projekte immer komplexer. Unternehmen benötigen mehr als nur die technischen RFID-Komponenten. Hier kommen Dienstleister ins Spiel, die die Einführung von der Prozessanalyse über den Business Case bis hin zum Change Management begleiten, technisches Fachwissen und Erfahrung mitbringen und darüber hinaus auch den Betrieb ganzheitlicher Lösungen unterstützen.

Die Studie kann zu einem Preis von 199 Euro über Mario Isermann (Fraunhofer IPT, siehe Link) bezogen werden.

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