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Interview Lothar Horn

Präzisionswerkzeugbranche hält Kurs

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Die EMO Hannover als Weltleitmesse der Metallverarbeitung zeigt die ganze Bandbreite der Metallbearbeitungstechnik. Der Schwerpunkt in Hannover liegt bei spanenden und umformenden Werkzeugmaschinen. Deshalb befragten wir Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbandes Präzisionswerkzeuge im VDMA, nach der wirtschaftlichen Entwicklung und seinen Erwartungen an die Messe.

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Lothar Horn, Geschäftsführer der Paul Horn GmbH.
Lothar Horn, Geschäftsführer der Paul Horn GmbH.
(Bild: Horn)

Die Fachbesucher der EMO Hannover kommen aus allen wichtigen Industriebranchen, wie dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobilindustrie und ihren Zulieferern, der Luft- und Raumfahrttechnik, Feinmechanik und Optik, dem Schiffbau, der Medizintechnik, dem Werkzeug- und Formenbau, dem Stahl- und Leichtbau. Die EMO Hannover ist somit der wichtigste internationale Treffpunkt für die Fertigungstechnik weltweit. Die Branche für Präzisionswerkzeuge erreichte mit ihren Sparten Zerspanungswerkzeuge (plus 3 %), Spannzeuge (1 %) und Werkzeugbau (5 %) einen Produktionswert von 9,9 Mrd. Euro. Den größten Anteil verzeichnete dabei der Werkzeugbau mit 52 %, gefolgt von den Zerspanungswerkzeugen mit rund 32 % und den Spannzeugen mit 12 %. Einen Anteil von 4 % des Gesamtergebnisses wurde dem Bereich Reparaturen zugeordnet.

2016 konnte die Branche ihre Produktion auf 3 % steigern, das Gleiche wurde für 2017 vorausgesagt. Das erste Halbjahr ist nun beinahe geschafft, wie lautet Ihr Zwischenfazit?

Lothar Horn, Geschäftsführer der Paul Horn GmbH: Wir sind derzeit voll auf Kurs. Es liegen zwar noch keine Daten für das gesamte Halbjahr vor, aber unser Branchenverband hat die ersten vier Monate statistisch erfasst und in diesem Zeitraum liegen wir mindestens in der prognostizierten Größenordnung über dem Vorjahr.

Tun sich bestimmte Teilbranchen hervor?

Besonders bei den Zerspanwerkzeugen und Spannzeugen beobachten wir eine sehr erfreuliche Nachfrage und diese Produktgruppen konnten dadurch in den letzten Monaten auch überdurchschnittlich zulegen. Der Werkzeugbau startete etwas verhaltener, aber hier gibt es strukturbedingt immer starke Schwankungen in den kurzfristigen Vorjahresvergleichen und wir sind sehr optimistisch, dass sich dies in den nächsten Monaten wieder ausgleicht.

Haben sich Branchenschwerpunkte im Vergleich zum letzten Jahr verschoben?

Nein, praktisch alle unsere Kundenbranchen entwickeln sich robust und unsere Kunden fragen rege Werkzeuge nach.

Der Absatz in den USA war 2016 bereits niedriger als im Vorjahr. Erwartet man in Anbetracht politischer Naturgewalten einen weiteren Rückgang?

Konjunkturell ist die Nachfrage aus den USA zuletzt sogar wieder etwas stärker geworden. Wie sich der politische Einfluss auf den Markt auswirken wird, werden wir aber weiter genau beobachten.

Welche Herausforderungen gibt es aktuell und welche erwarten Sie für die Zukunft?

Zwei wichtige Themen sind hier die weitere Entwicklung des automobilen Antriebsstrangs und die additive Fertigung. Beide bieten Chancen und Risiken für unsere Branche. Deshalb beschäftigen wir uns intensiv mit diesen Herausforderungen.

Spielt derzeit auch Ungewissheit eine Rolle?

Gerade in der zukünftigen Ausgestaltung des automobilen Antriebsstrangs stecken viele Ungewissheiten. Hier wollen wir als Verband mit einer Studie, die wir gerade auflegen, eine Richtschnur geben.

2013 sagten Sie, dass für die Präzisionswerkzeug-Industrie die EMO Hannover die richtige Messe zur richtigen Zeit war. Kann das auch auf die EMO Hannover 2017 zutreffen?

Wie bereits erwähnt, war die wirtschaftliche Entwicklung unserer Branche zum Jahresbeginn 2017 schon recht vielversprechend, wenn diese Entwicklung so anhält – und derzeit sind keine dramatischen Veränderungen zu erkennen – wird die EMO in einem sehr guten konjunkturellen Umfeld stattfinden.

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