Beck Automation auf der Fakuma Premiere: Flexibles All-in-one-System für IML-Aufgaben

Autor / Redakteur: Giudo Radig / Peter Königsreuther

Neue Trends sind in der IML-Dekoration stets ein wichtiges Thema. In den Tech-Centern der IML-Spezialisten gilt es oftmals sehr zeitnah eine Produktlösung für Geometrie und Label zu finden. Beck Automation zeigt auf der Fakuma 2015 wie das mit seinem Beck-Flex-System sehr universell zu bewerkstelligen ist.

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Nicolas Beck, Geschäftsführer Beck Automation:„Das IML-System Beck-Flex, das wir auf der Fakuma 2015 erstmals präsentieren, soll zeigen, dass hohe Ausbringungsmengen und grosse Flexibilität keine Widersprüche sind.“
Nicolas Beck, Geschäftsführer Beck Automation:„Das IML-System Beck-Flex, das wir auf der Fakuma 2015 erstmals präsentieren, soll zeigen, dass hohe Ausbringungsmengen und grosse Flexibilität keine Widersprüche sind.“
(Bild: Beck)

Eine weitere Herausforderung ist, dass IML-Verpackungen auch zu Testzwecken produziert werden sollen, um dann schnell im Markt vorgestellt zu werden. Dies erfordert Umrüstzeiten der IML-Automation zur Anpassung an den Produktionsauftrag. Üblicherweise werden IML-Automationen maximal auf bestimmte Anwendungen hin konfiguriert, um hohe Leistungen zu erzielen. Wenn ein Höchstmass an Flexibilität gewünscht ist, stösst eine Umrüstung an Grenzen. Beck Automation stellt dazu das IML-System Beck-Flex erstmals vor. Die Beck-Flex wurde als IML-System zur Side-Entry-Automation auf maximale Flexibilität getrimmt.

Kompromisslos flexibel

Die Zielgruppen für das Beck-Flex-System sind breit gestreut: Einerseits sind es die erfahrenen IML-Anwender, die neue Verpackungstrends schnell am Point-of-Sale platzieren wollen. Anderseits IML-Einsteiger, die sich in die IML-Dekoration einarbeiten wollen. Beck-Flex zielt auf kurze Umrüstzeiten, hohes Label-, Produkt- oder Werkzeugspektrum und auf kleine und mittlere Losgrössen ab. Beck-Flex punktet in diesen unterschiedlichen Zielsetzungen mit hoher Flexibilität als universelle „All-in-one"-Lösung.

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Bei der Entwicklung der Beck-Flex stand Flexibilität an oberster Stelle. Das IML-System sollte Produkte, die innen oder aussen angespritzt werden, dekorieren können. Zudem wurde gefordert, unterschiedliche Kavitätenanzahlen, von 1-fach-, über 2-fach- bis hin zu 4-fach-Werkzeugen zu bedienen. Auf der Wunschliste standen auch schnelle Umrüstungen von Deckel auf Container und umgekehrt. Auch für die Labels wurde ein breites Spektrum angestrebt. Sehr unterschiedliche Labelarten, wie 3- oder 5-Seiten-Etiketten, mit und ohne geschlossene Ecken, flache Labels und 360-°-Etiketten sollte die Beck-Flex dekorieren können. In dieser umfassenden Bandbreite ein echter Spagat in der IML-Automation. Die Beck-Flex ermöglicht alle diese Aufgabenstellungen als Allround-IML-System.

Kurze Umrüstzeiten umsetzen

Für ein Höchstmass an Flexibilität sind kurze Umrüstzeiten zwingend. Bei einer Umstellung von einem Deckel auf einen anderen Deckel gibt Beck Automation die Umrüstzeit mit unter 30 min an. Für die Umstellung von Deckel auf einen innen angespritzten Container liegt dieser Wert bei unter 60 min. Neben der schnellen Umrüstzeit ist eine grosse Produktpalette für IML-Anwender interessant. Beck-Flex kann gelabelte Deckel oder Container bis zur Dimension 220 × 100 mm dekorieren. Minimaler Durchmesser ist 40 mm, der maximale Durchmesser liegt bei 200 mm. Für Container beträgt die maximale Produkthöhe 170 mm. Bei Deckeln kommen flache Label zum Einsatz. Bei Containern, ganz gleich, ob innen oder aussen angespritzt, können alle gängigen Labels dekoriert werden. Die Optionen der Beck-Flex reichen von flachen Labels, über 3- oder 5-Seiten-Labels, 5-Seiten-Labels mit geschlossenen Ecken bis hin zu 360-Grad-Etiketten. Die Flexibilität der Beck-Flex bezieht sich auch auf sehr unterschiedliche Werkzeugkonfigurationen: So können 1-Kavitäten-, 2-Kavitäten- (horizontal oder vertikal angeordnet) oder auch auf hohe Ausbringungsmengen getrimmte 4-Kavitäten-Werkzeuge bedient werden. Der maximale Kavitätenabstand liegt bei 360 mm. Beck-Flex ist für IML-Anwendungen auf Spritzgiessmaschinen mit maximal 420 t Schliesskraft ausgelegt.

Blick ins IML-Detail

Die Beck-Flex benötigt für die geforderte Flexibilität eine sehr gute Zugänglichkeit, und dies obwohl der Platzbedarf des IML-Systems mit einer kundenspezifischen Anlage von Beck Automation vergleichbar ist. Ein Servo-Portal ermöglicht die aufgabenspezifische Labelzuführung oder auch die Artikelablage. Im Inneren arbeiten zwei lineare Hauptachsen, die mit Servomotoren angetrieben werden. In Bezug auf Performance bietet die Beck-Flex die typischen Merkmale der IML-Lösungen von Beck Automation. Bei Produktionsgeschwindigkeit und Präzision der Führungen gibt es trotz Flexibilität keine Abstriche. Die Beck-Flex ermöglicht Zykluszeiten von rund 4 s, bei einer Eingriffzeit von bis zu 1 s. Selbstverständlich bietet Beck Automation auch für das Beck-Flex-System den kompletten Support bis hin zur Ferndiagnose an.

IML-Technik konkret:

Die Beck-Flex bietet das übliche Niveau einer IML-Hochleistungsanlage zur Automation. Dabei spielen Ausbringungsmengen bzw. reduzierte Ausschussquoten, lange Nutzintervalle und Lebenszykluszeiten eine grosse Rolle für den möglichst wirtschaftlichen Betrieb der IML-Anlage. Auf der Fakuma wird die Beck-Flex als 4-Kavitäten-Lösung mit einem Werkzeug in Heisskanaltechnik von der Otto Hofstetter AG gezeigt. Der Abstand der Kavitäten beträgt in diesem Fall 235 mm. Anwendung ist eine Runddose aus PP mit MFI 70 und 155 ml Volumen, deren Wandstärke bei 0,4 mm liegt. Der Durchmesser der Runddose beträgt 69,3 mm, bei einer Höhe von 67 mm. Das Teilegewicht der Runddose gibt Hofstetter mit ca. 6,2 g an und als Verhältnis Fliessweg zur durchschnittlichen Wandstärke wird 1:259 mm genannt. Nicolas Beck, Geschäftsführer Beck Automation: „Das IML-System Beck-Flex soll zeigen, dass hohe Ausbringungsmengen und grosse Flexibilität keine Widersprüche bilden müssen.“ Als Spritzgiessmaschine kommt eine Engel emotion 440/160 zum Einsatz. Nicolas Beck : „Mit Beck-Flex steht den IML-Anwendern eine breite Palette von Möglichkeiten offen, ihrer Produkt-Kommunikation am Point-of-Sale sehr zeitnah eine optisch wertige Anmutung zu geben und „kaufentscheidungsrelevante“ Akzente zu setzen. “

Da das IML-Verfahren ein hochdynamischer Prozess ist, ergibt sich die Wirtschaftlichkeit aus dem Niveau aller Anlagenkomponenten. Zunächst werden die Labels aus dem Label-Magazin angesaugt. Im zweiten Schritt werden die Labels auf die Kerne aufgelegt und mit Vakuum gehalten. Zur Übergabe der Labels fahren die Kerne der Automation in die Kavitäten. Die Labels werden in dieser Phase gegen das Vakuum abgeblasen, elektrostatisch geladen und somit in der Kavität „konturnah“ angelegt und gehalten. Das Niveau von Prozessgestaltung und die Güte der Labels entscheiden massgeblich über Prozesssicherheit, Reproduzierbarkeit, Teilequalität und Wirtschaftlichkeit.

MM

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