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Umformen für den Leichtbau

Presshärten erlaubt Leichtbau in der Großserie

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Für eine stärkere Automation in den Fabriken bis hin zu Industrie 4.0 sehen die Fachleute das Presshärten ebenfalls gerüstet. „Warmumformanlagen sind hochautomatisierte Systeme mit Zusatzsystemen wie Platinenlagekontrolle sowie Infrarotmesstechnik für Platinen und Bauteiltemperaturüberwachung. Damit ist eine hohe Automatisierung der Anlage mit geringstem Personalaufwand möglich. Alle relevanten Prozessparameter werden dabei heute automatisch aufgezeichnet, um die Rückverfolgbarkeit der Produktion zu gewährleisten“, erläutert Rink. „Industrie 4.0 spielt dabei in der Diagnose von Störungen, der vorbeugenden Instandhaltung, eine entscheidende Rolle.“

Presshärten ist bereit für Industrie 4.0

„Jedes Warmumformbauteil hat seinen Report, ich kann also bei jedem Bauteil feststellen: In welcher Schicht wurde es produziert, wie waren da die Ofentemperaturen, wie war die Presskraft, wie war die Verweilzeit im Ofen, wie lang war die Kühlzeit in der Presse?“, sagt auch Aspacher im Hinblick auf Industrie 4.0. Das diene der Qualitätssicherung und erfülle gesetzliche Vorgaben: „Ich muss den Zustand der Anlage dokumentieren, auch aufheben, viele Jahre lang, damit ich jederzeit das Prozessdokument heraussuchen und sagen kann, dieses Bauteil wurde unter optimalen Bedingungen gefertigt. Denn es gibt noch kein zuverlässiges zerstörungsfreies Prüfverfahren für diese Bauteile.“

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Die Variantenvielfalt im Zuge von Industrie 4.0 sieht Rink gelassen: „Bei Warmumformteilen gibt es auch Werkzeuge, die als Umbausatz für verschiedene Fahrzeuge fungieren. Durch den Einsatz der Doppelstößeltechnologie in den Warmumformanlagen bei Gestamp lassen sich individuell Fertigungen für gleiche, aber auch unterschiedliche Fahrzeuge mit ihren Stückzahlen kombinieren, sodass die Fertigungssteuerung heute eine größere Flexibilität in der Fertigung anwenden kann.“

Fortschritte beim Presshärten auch durch die Forschung

Auch Forscher unterstützen die Fortschritte beim Presshärten. So hat das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) nach eigenen Angaben Untersuchungen zur Umformsimulation, zum Werkzeugbau und zur Prozessführung durchgeführt, wie Frank Schieck, Hauptabteilungsleiter Blechumformung am IWU, auf Anfrage von MM MaschinenMarkt erläuterte. Aus dem Exzellenzcluster Eniprod (Energie- und ressourceneffiziente Produkt- und Prozessinnovationen in der Produktionstechnik) sei eine Kontakterwärmungsanlage hervorgegangen, welche dann mit der Firma Schwartz Wärmebehandlungsanlagen umgesetzt worden sei. „Dieses Konzept bietet im Gegensatz zu konventionellen Rollenherdöfen bei vergleichbarer Taktzeit unter anderem die Vorteile eines geringeren Bedarfs an Energie und Aufstellfläche“, sagt Schieck.

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Über den Autor

 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

, MM MaschinenMarkt

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