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VDMA-Studie Produktpiraterie Produktpiraten kosten den Maschinenbau 7,3 Mrd. Euro jährlich

| Redakteur: Robert Horn

70 % der Unternehmen sind von Produkt- oder Markenpiraterie betroffen. Der geschätzte Schaden für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau ging zwar im Vergleich zu den Vorjahren zurück, beträgt aber immer noch stolze 7,3 Mrd. Euro jährlich.

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Nach einem Höchststand im Jahr 2013 von 7,9 Mrd. Euro ist der Schaden durch Produktpiraterie im Jahr 2015 leicht gesunken.
Nach einem Höchststand im Jahr 2013 von 7,9 Mrd. Euro ist der Schaden durch Produktpiraterie im Jahr 2015 leicht gesunken.
(Bild: Malene Thyssen (User:Malene) https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1419909 / BY-SA 3.0)

Das bedeutet nach dem Höchststand von 7,9 Mrd. Euro im Umsatzjahr 2013 nun einen Rückgang um geschätzte 600 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr 2015. Ein Umsatz in der Schadenshöhe von 7,3 Mrd. Euro würde der Branche knapp 34.000 Arbeitsplätze sichern. Neben Umsatzverlust und Verlust von Arbeitsplätzen sind in den betroffenen Unternehmen monetär schwer zu bewertende Folgen festzustellen, zum Beispiel Imageverlust, Verlust des Marktvorsprungs oder ungerechtfertigte Regressanforderungen.

Den deutschen Behörden und Messegesellschaften wird insgesamt gute Arbeit bescheinigt, weltweit besteht jedoch noch dringender Verbesserungsbedarf. Die bisherigen Aktivitäten vor Ort - in den typischen Plagiatsländern - reichen nicht annähernd aus, um die Unternehmen adäquat im Kampf gegen Plagiate zu unterstützen.

83 % der Unternehmen zeigen mit dem Finger nach China

Die Volksrepublik China ist, nach einem Rückgang in der letzten Umfrage, bei den Nennungen der Unternehmen als Herstellungsland auf einen neuen Höchstwert von 83 % geklettert, ein Zuwachs um 11 %. Dieser unrühmliche Rekord zeigt die unverminderte Notwendigkeit, nicht nur Maßnahmen gegen Produktpiraterie zu beschließen, sondern diese auch mit Nachdruck umzusetzen. Oft genug berichten uns VDMA-Mitglieder von Händlern und Fälschern, die Ihre Plagiate trotz rechtskräftiger Urteile mit nur geringfügigen Änderungen weiterverkaufen.

Leitfaden und Normen als erste Informationsquelle

Der Mehrwert von Lösungen und Konzepten, um Produktpiraterie und Know-how-Abfluss vorzubeugen, ist nicht einfach zu ermitteln. Der spezifische Nutzen wird oft erst im konkreten Anwendungsfall und in Bezug auf die eigene Situation berechenbar.

Der VDMA Leitfaden „Produkt- und Know-how-Schutz“ bietet betroffenen Unternehmen Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen vor Produktpiraterie und Know-how-Abfluss. Praxisnahe Empfehlungen bieten einen Überblick und dienen als erste Informationsquelle für den gezielten Einsatz von Schutzmaßnahmen.

Der Leitfaden ist zudem Grundlage des Normenentwurfs DIN 66405 „Leitfaden für die Erstellung von Schutzkonzepten gegen Produktpiraterie, unlauteren Nachbau und Handel illegaler Waren“, der im Normenausschuss DIN NIA-02-01 „Maßnahmen gegen Produktpiraterie“ gemeinsam mit VDMA-Mitgliedern erarbeitet wird.

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