Suchen

CAD/CAM-Software Prototypen schneller auf die Maschine bringen

Autor / Redakteur: Wolfgang Klingauf / Stefanie Michel

Von der Idee zum Entwurf und von da aus schnell auf die Fräsmaschine oder den 3D-Drucker – und das an einem Tag. Für die Fertigung von Prototypen setzt Alfred Kärcher deshalb auf Hypermill von Open Mind.

Firmen zum Thema

Einmal gespannt und von fünf Seiten komplett bearbeitet – die lange Laufzeit nutzen die Prototypenzerspaner für das Programmieren des nächsten Bauteils.
Einmal gespannt und von fünf Seiten komplett bearbeitet – die lange Laufzeit nutzen die Prototypenzerspaner für das Programmieren des nächsten Bauteils.
(Bild: Open Mind)
  • Der Prototypenbau bei Kärcher nutzt seit 2018 die CAM-Suite Hypermill von Open Mind mit dem integrierten CAD-System Hypercad-S.
  • Im Unterschied zur Serienfertigung erwartet das Team im Prototypenbau eine schnelle NC-Programmierung sowie eine integrierte CAD/CAM-Lösung ohne Schnittstellen.
  • Mit Hypermill konnte Kärcher prozesssichere Programme erzeugen und die Fertigung von Prototypen beschleunigen.

Wenn der Name eines Unternehmens zugleich die umgangssprachliche Beschreibung dessen ist, was man mit seinen Produkten tut, hat man es geschafft. Kärcher ist der Inbegriff des Hochdruckreinigers. Bei Kärcher ist man sich sicher: Innovation ist der wichtigste Erfolgsfaktor. Deshalb arbeiten 1000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung, Kärcher hält 630 aktive Patente und etwa 90 % aller Produkte sind fünf Jahre alt oder jünger.

Seit 1988 entsteht jedes neue Produkt zunächst im Prototypenbau. Dessen Leiter Achim Sanzenbacher erklärt: „Wir sind zwölf Mitarbeiter, die jede Woche zwischen 600 und 800 Prototypenteile aus Stahl, Messing und Kunststoffen produzieren.“ Das sei nur möglich, erklärt der gelernte Modellbauer, weil die hauptsächliche Arbeit am Computer stattfindet. Was dort entwickelt wird, geht zur Fertigung an 5-Achs-Bearbeitungszentren, 3D-Drucker und Blechbearbeitungsmaschinen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Kurze Zeit bis zum Markteintritt und das Know-how bleibt im Haus – das sind die Gründe, warum man bei Kärcher großen Wert auf die eigene Prototypenfertigung legt. Der Prototypenbau genießt besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung; er ist Vorreiter. Seit Anfang der 1990er-Jahre nutzt man hier CAD/CAM-Technologie.

Ein schnelles CAM-System für den Prototypenbau

„Wir hatten mit unserem vorherigen CAM-Ausrüster Serviceprobleme, die darin gipfelten, dass uns keine Updates mehr für Software und Postprozessoren geliefert wurden“, berichtet Achim Sanzenbacher.

Serviceangebot und technologischer Fortschritt waren bei der Wahl des neuen CAD/CAM-Systems entscheidend. Die Top Vier der infrage kommenden CAD/CAM-Anbieter wurden zum Benchmark eingeladen, bei dem ein anspruchsvolles 5-Achs-Bauteil mit einer gewendelten Nut programmiert und anschließend gefräst werden sollte – unter den im Prototypenbau üblichen Voraussetzungen. Das heißt, die CAD-Daten gibt es am Morgen und abends soll das Teil fertig sein – in nur einer Aufspannung gefräst. Zwei der angefragten Softwareanbieter traten erst gar nicht an. „Ihnen war die Vorbereitungszeit wohl zu kurz“, mutmaßt Achim Sanzenbacher. Kein Problem damit hatte Steffen Völker, technischer Key Account Manager bei Open Mind. Er stellte sich mit dem CAM-System Hypermill der Aufgabe und erfüllte sie mit Bravour. Bis zum Nachmittag war das Benchmark-Teil auf einer Hermle C400 gefräst. Michael Wussack, einer der vier CAM- und Frässpezialisten im Prototyping-Team, war von dieser Darbietung überzeugt: „Bei diesem Test konnten wir Hypermill unter Praxisbedingungen erleben. Danach war ich mir sicher, dass dieses CAD/CAM-System für uns die optimale Lösung ist: einfach in der Programmierung, schnell bezüglich der Zerspanung und überzeugend im Fräsergebnis.“ Seit November 2018 setzen Sanzenbacher und sein Team die CAM-Suite Hypermill von Open Mind ein.

Open Mind bietet mit Hypercad-S ein CAD-System speziell für CAM-Programmierer – und das trägt zur Beschleunigung der Prozesse bei. Michael Wussack erläutert: „Hypercad-S ist komplett in Hypermill integriert. So kann ich, ohne über eine Schnittstelle gehen zu müssen, zwischen CAM und CAD hin- und herwechseln. Das spart enorm viel Zeit und Nerven.“ Gerade im Prototypenbau müssen Bauteile oft noch für die Fräsbearbeitung angepasst werden, da sie eigentlich für eine spätere Serienfertigung im Spritz- oder Druckguss entwickelt werden. Zum Fräsen wird zusätzlich eine Stütz- oder Spannfläche benötigt, es muss ein Radius angepasst oder ein Loch geschlossen werden. Genau hierfür ist Hypercad-S mit seinen schnellen und einfach einzusetzenden Zeichen-, Flächen- und Solidfunktionen perfekt.

(ID:46821979)