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Absaug- und Filteranlagen

Prozessluft sicher filtern und Folgeschäden verhindern

| Autor/ Redakteur: Axel Brauns / Victoria Sonnenberg

In der Zerspanungstechnik entstehen kleinere Partikel sowie Öl- und Ölemulsionsnebel durch den Einsatz von Kühlschmierstoffen (KSS). Um Folgeschäden für Mensch und Maschine zu vermeiden, müssen sie abgesaugt und die belastete Luft gereinigt werden.

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Mit dem modularen OEN-Anlagensystem können komplette Lösungen und auch Nachrüstungen von bereits vorhandenen Maschinen realisiert werden.
Mit dem modularen OEN-Anlagensystem können komplette Lösungen und auch Nachrüstungen von bereits vorhandenen Maschinen realisiert werden.
(Bild: TBH)

Von Kühlschmierstoff-Emissionen, wie sie beim Betrieb von Werkzeugmaschinen entstehen, gehen große gesundheitliche Gefahren aus: Atemwegserkrankungen, Allergien, Intoxikationen oder auch Krebserkrankungen.

Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und die nachgeordneten Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) regeln vor dem Hintergrund des Arbeitsschutzes den Umgang im gesetzlichen Rahmen für den Betreiber. Unter anderem werden hierfür in der TRGS 900 die Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) festgesetzt. In der BGR 143 (Berufsgenossenschaftliche Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit) werden darüber hinaus die sicherheitstechnischen Anforderungen beim Umgang mit KSS formuliert. Beim Abluftbetrieb müssen zusätzlich die Anforderungen der TALuft berücksichtigt werden.

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Falsch montierte Absauglösungen können die Gesundheit beeinträchtigen

Das alleinige Vorhandensein von Absaug- und Filteranlagen garantiert allerdings noch keinen sicheren Arbeitsplatz. In der Praxis kommt es häufig vor, dass bestehende Absauglösungen nicht optimal dimensioniert beziehungsweise montiert sind, was die Funktionsfähigkeit und damit die Gesundheit der Mitarbeiter beeinträchtigen kann. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Raumluft in solchen Betrieben, zum Teil trotz des Einsatzes von Abscheidern, unzulässig hoch belastet ist.

Für die sichere Filterung der Prozessluft bietet die TBH GmbH daher eine Reihe von speziell auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmten, individuell zugeschnittenen Lösungen an. Dazu gehört auch eine kostenlose Aufnahme und Bewertung der Istsituation.

Großen Wert legt das Unternehmen auf eine optimale Erfassung der Emissionen bereits an der Entstehungsstelle. Bestehende Lösungen werden bewertet und bei Bedarf optimiert. Wichtig ist dabei, dass nur KSS-Nebel erfasst werden und kein KSS direkt, um die Verluste möglichst gering zu halten und die benötigte Absaugleistung auf ein Minimum zu reduzieren.

Sorgfältige Planung und Auslegung spart bares Geld

Je nach Anforderung bieten die Lüftungsspezialisten zentrale und auch dezentrale Lösungen an. Bei beiden Lösungen wird auf eine optimale Auslegung und Verlegung der Rohrleitungen geachtet. Schließlich sollen auch Ablagerungen vermieden, Geräuschemissionen auf ein Minimum reduziert, Saugverluste möglichst gering gehalten und eine eventuell notwendige Reinigung der Rohrleitungen einfach gestaltet werden. Durch die sorgfältige Planung und Auslegung lassen sich auch erhebliche Einsparungen in Form von Reduzierung der Schmiermittelverluste, optimierte Energieaufnahme sowie Minimierung der Folgekosten wie Filterkosten und Wartungsaufwand realisieren. Für ein angenehmes Raumklima kann die gereinigte Luft wahlweise im Sommer nach außen abgeführt (Abluftbetrieb) beziehungsweise im Winter die aufgewärmte Luft zurückgeführt werden (Umluftbetrieb). Auf Wunsch wird das Rohrsystem entsprechend ausgelegt.

Das Funktionsprinzip der Anlagen ist immer gleich. Die schadstoffhaltige Luft wird über einen flexiblen Schlauch oder einer Rohrleitung in das Filtergerät geleitet. Hier werden die Schadstoffpartikel und Aerosolteilchen je nach Anwendungsfall über ein mehrstufiges Filtersystem oder eine spezielle Filterpatrone ausgefiltert. Die abgeschiedene Öl- beziehungsweise Emulsionsflüssigkeit kann dann einfach über den Sammelbehälter oder über einen Ablasshahn entsorgt werden. Auch der einfache und saubere Filterwechsel wird sichergestellt. Er erfolgt je nach Anlage von oben beziehungsweise durch die Fronttüren nach vorne.

Zur Adsorption gasförmiger Stoffe werden zwei verschiedene Filtermaterialien eingesetzt, die sich ergänzen. Aktivkohle unterstützt den Prozess der physikalischen Absorption und BAC-Granulat unterstützt die chemische Absorption. Durch die chemische Bindung mit einem auf einem Trägermaterial aufgebrachten Reaktionsstoff werden die gasförmigen Stoffe neutralisiert.

Mehrstufiges Filtersystem entfernt Partikel und Aerosole

Mit dem modularen OEN-Anlagensystem von TBH können komplette Lösungen wie auch Nachrüstungen von bereits vorhandenen Maschinen und Anschlüsse an bestehenden Lüftungssystemen realisiert werden. Die Anlagen OEN150 und OEN710 sind speziell für die Absaugung von Ölemulsionsdämpfen ausgelegt. Die Emissionen werden in einem mehrstufigen Filtersystem abgeschieden. Damit können sowohl Partikel als auch Aerosole aus dem Bearbeitungsprozess gefiltert werden. Die Anlage filtert zuerst die Aerosole mithilfe eines Aluminiumgestrick-Filters ab und leitet danach die mit Partikeln verunreinigte Luft über einen Vorfilter (F7) und einen nachgeschalteten Partikelfilter (H13).

Die Anlagen OEN155, OEN250 sowie VOEN250 sind speziell für Öldämpfe ausgelegt und verfügen über eine oder mehrere Filterpatronen. Die Luft wird im ersten Schritt über eine spezielle Filterpatrone (F9) geleitet, die sowohl grobe Partikel als auch die gesamte Feuchtigkeit zuverlässig abscheidet. In der letzten Filterstufe der Filterklasse H13 (EN1822) werden bei allen Anlagen selbst noch feinste Partikel aus der Luft gefiltert. So kann die gereinigte Luft bedenkenlos wieder zurückgeführt werden. Die Anlagen lassen sich beliebig miteinander kombinieren. So kann für jede Anwendung eine passende Absaug- und Filterlösung realisiert werden.

Je nach Anwendungsfall und geforderter Luftleistung kann entweder auf eine spezielle Hochleistungsturbine mit hohem Unterdruck (20 kPa) und einem Luftvolumen von 250 m³/h (OEN150 und OEN155) oder einen Ventilator mit einem Unterdruck von 3 kPa und einem Luftvolumen von 1500 m³/h (OEN710) zurückgegriffen werden. Auch größere Anlagenkonzepte mit einem Luftvolumen bis 6000 m³ sind durch das modulare System und den Einsatz von Vorabscheidern mit separatem Ventilator möglich.

Um eine einfache Integration zu ermöglichen und die Bedienung zu vereinfachen, sind die Anlagen nicht nur mit einer Filterüberwachung (Differenzdruck) ausgestattet, sondern verfügen zudem über eine Störungsanzeige sowie eine stufenlose Leistungsregelung. Eine Schnittstelle mit Start/Stopp-Funktion, Filterwechselsignal und externe Drehzahlregelung lässt zudem eine komplette Überwachung aller möglichen Fehlermeldungen durch den Kunden zu. So ist es dem Anwender auch möglich, die Absaug- und Filteranlage einfach an seine Zerspanungsmaschine zu koppeln und je nach Hersteller über diese zu bedienen. MM

* Axel Brauns ist Projektmanager bei der TBH GmbH in 75334 Straubenhardt, Tel. (0 70 82) 94 73-0, info@tbh.eu

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