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Messtechnik

Prüfstand verbessert Effizienz der Kranfertigung

| Autor/ Redakteur: Robert Lembke / Udo Schnell

Einer der größten Baumaschinenhersteller der Welt setzt bei der Fertigung von Mobilkranen Schraubwerkzeuge ein und prüft diese mit einem mobilen Testsystem. Dabei wird die Maschinenfähigkeit sichergestellt und alle Ergebnisse werden genau dokumentiert.

Schraubstellenbezogene Prüfung am Liebherr LTM 1450-8.1.
Schraubstellenbezogene Prüfung am Liebherr LTM 1450-8.1.
(Bild: Kistler/Liebherr)

Ausgehend vom Kerngeschäft mit Baumaschinen hat sich Liebherr in den vergangenen Jahren Geschäftsfelder wie Verkehrstechnik, Maschinenbau, Hausgeräte und sogar eine eigene Hotelkette erschlossen. Mit fast 10 Mrd. Euro Umsatz und über 43.000 Mitarbeitern im Jahr 2017 gehört das Unternehmen zweifelsohne zu den Global Playern der Branche.

Der Standort Ehingen vereint das gesamte Geschäft für Mobilkrane. Dort werden sämtliche Fahrzeugkrane in unterschiedlichen Varianten gefertigt: vom straßen- und geländetauglichen All-Terrain-Fahrzeug mit Teleskopkran bis hin zum Raupenkran mit Gittermastausleger. Der größte Raupenkran LR 13000 von Liebherr war vor Kurzem in Mexiko beim Bau einer Raffinerie im Einsatz und kann bis zu 3000 t Gewicht heben.

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Vielzahl an Werkzeugen im Einsatz

Thomas Nüssle ist Bereichsleiter Werksplanung am Standort Ehingen und erläutert dessen Besonderheiten. „Wir fertigen hier die kompletten Fahrzeuge auf vier Linien, im Durchschnitt etwa acht Fahrzeuge am Tag – alles auftragsbezogen und just in time. Bevor sie ausgeliefert werden, werden sie auf dem Testgelände – je eines für Fahrzeug- und für Raupenkrane – umfangreichen Prüfungen unterzogen“, erklärt er. Marco Kassner, Abteilungsmeister Betriebsmechanik, sagt: „Qualität steht für uns an oberster Stelle. Liebherr wird weltweit für seine herausragenden Produkte geschätzt. Damit das auch so bleibt, arbeiten wir auch in der Schraubtechnik kontinuierlich an der Verbesserung unserer Prozesse.“

Bei der Fertigung der Mobilkrane kommt eine Vielzahl von Drehmomentwerkzeugen zum Einsatz. Um deren Maschinenfähigkeit sicherzustellen, setzt Liebherr das mobile Prüfsystem Cer-Test von Kistler ein. Mit diesem können sämtliche Schraubwerkzeuge am Standort regelmäßig geprüft und alle Ergebnisse drehmoment- und drehwinkelgesteuert genau dokumentiert werden.

„Aktuell haben wir 128 Drehmomentschrauber verschiedener Hersteller im Einsatz, die geprüft werden müssen. Seit 2018 prüfen wir die Maschinenfähigkeit mit vier Prüfpunkten in Anlehnung an die VDI 2645 eigenständig ab. Außerdem führen wir schraubstellenbezogene Prüfungen durch“, erläutert Heiko Springer, Projektingenieur in der Abteilung Werksplanung bei Liebherr Ehingen und verantwortlicher Projektleiter. „Wir nutzen technologisch unterschiedliche Schrauber für A-, B- und C-Schraubfälle – elektronisch gesteuert, hydraulisch oder mit Druckluft. Mit dem neuen Prüfstand von Kistler gelingt es uns, höhere Qualitätsanforderungen zu realisieren. Dabei orientieren wir uns an den strengen Vorgaben der Automobilindustrie, die einen Maschinenfähigkeitsindex von Cm/Cmk > 1,6 fordert.“

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