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Mitarbeiterbeteiligung

Qualifizierte Mitarbeiter gewinnen, motivieren und binden

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Jürgen Schreier

Viele Unternehmen sind dazu übergegangen, die Höhe von Sonderzahlungen an die Mitarbeiter an betriebswirtschaftliche Kenngrößen – zum Beispiel an die Umsatzrendite – zu knüpfen. Dies führt in wirtschaftlich guten Zeiten zu höheren Ausschüttungen an die Mitarbeiter; hingegen zu einer Absenkung, wenn die Geschäfte schlechter laufen. Hauptvorteil für das Unternehmen: Es wird auf der Personalkostenseite entlastet und kann „atmen“.

4500 Unternehmen machen mit

Trotzdem ist die Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland anders als in vielen anderen europäischen Ländern bis heute zu keinem Erfolgsmodell mit Breitenwirkung geworden. Laut aktueller AGP-Statistik haben etwa 4500 Unternehmen ein Programm zur Mitarbeiterkapitalbeteiligung eingeführt, doch machte eine internationale Expertenkonferenz, die der AGP im Oktober vergangenen Jahres veranstaltete, deutlich, dass noch reichlich Luft nach oben ist. So liege die Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland bei den meisten Kriterien – Verbreitung und steuerliche Rahmenbedingungen – nach wie vor noch deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Beispielsweise sind in den 2500 größten Unternehmen in der EU im Durchschnitt 28,2 % der Beschäftigten am Kapital beteiligt. In den 220 deutschen Unternehmen aus dieser Gruppe sind es dagegen nur 17,3 %.

Dabei hat die Zurückhaltung der Firmen bei dem Thema Mitarbeiterbeteiligung nach Meinung von AGP-Geschäftsführer Beyer weniger mit einzelnen Modellformen zu tun als vielmehr mit unbegründeten Vorbehalten und unzureichender Kenntnis des Konzeptes. „Viele Unternehmer und Entscheider verbinden mit dem Begriff immer noch eine weitere Ausweitung der Mitsprache der Mitarbeiter und befürchten, nicht mehr Herr im eigenen Hause zu sein, wenn sie ihre Mitarbeiter auch noch am Kapital des Unternehmens beteiligen.“

Dabei ist eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung keineswegs an die Ausgabe von Belegschaftsaktien gebunden. Bayer empfiehlt als ideales Mittelstandsmodell das einfache und vielfach erprobte Beteiligungsmodell der stillen Beteiligung. Bei diesem Modell beteiligen sich die Mitarbeiter als stille Gesellschafter am Kapital des Unternehmen – ohne Mitspracherechte oder sonstige gesellschaftsrechtliche Ansprüche.

Beyer: „Das Modell kann in drei bis fünf Arbeitssitzungen eingeführt werden.“ Aber auch die ungünstige steuerliche Behandlung von Mitarbeiterbeteiligungen in Deutschland dämpft seiner Meinung nach das Interesse der Beschäftigten, sich als Investoren zu betätigen. Andererseits wäre die Mitarbeiterbeteiligung vor dem Hintergrund der unzureichenden Vermögensbildung in Deutschland und des extrem niedrigen Zinsniveaus „eine renditestarke Alternative zu traditionellen Anlageformen“, sagt Beyer.

Mitarbeitern winken attraktive Renditen

Dass nicht nur bei Siemens & Co., sondern auch im klassischen Mittelstand und bei familiengeführten Unternehmen einiges in Sachen Mitarbeiterbeteiligung machbar ist, bewies zuletzt die 64. Jahrestagung der AGP. Seit mehr als 40 Jahren bietet die Homag AG aus Schopfloch, die sich von einer Dorfschmiede zu einem internationalen Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen entwickelt hat, stille Beteiligungen an, die von fast allen Beschäftigten wahrgenommen werden.

Ergänzendes zum Thema
 
Die wichtigsten Fakten zur Mitarbeiterbeteiligung

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