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Raspbian via virtuellem Linux auf dem Compute Modul 3 installieren

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Flashen des Raspberry Pi Compute Moduls 3

Zuerst einmal benötigen wir die USB-Boot-Tools für den Raspberry Pi, die wir vom GitHub klonen.

$ sudo git clone --depth=1 https://github.com/raspberrypi/usbboot

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Wenn der Klon fertig ist, wechseln Sie in das usbboot-Verzeichnis und installieren Sie die USB-Bibliothek.

$ cd usbboot

$ sudo apt-get install libusb-1.0-0-dev

Jetzt können wir das hilfreiche Makefile nutzen, um das von uns benötigte USB-Tool zu erstellen.

$ sudo make

Falls Sie die Raspbian-OS-Imagedatei noch nicht auf die virtuelle Maschine heruntergeladen haben, tun Sie es jetzt und zwar mit dem Firefox-Browser, der zusammen mit der Linux-Distribution Debian geliefert wurde. Da uns nur insgesamt 4 GB zur Verfügung stehen, müssen wir die Version ‚Lite‘ herunterladen.

Kopieren Sie die heruntergeladene Datei auf Ihrem Endgerät in das aktuelle Verzeichnis.

$ sudo cp ../Downloads/2016-11-25-raspbian-jessie-lite.zip

Sie müssen dies natürlich an den Dateinnamen der von Ihnen heruntergeladenen Raspbianversion anpassen. Beachten Sie den Punkt am Ende des Befehls – er verweist auf das aktuelle Verzeichnis im Befehl, also vergessen Sie ihn nicht!

Jetzt entpacken wir die Imagedatei.

$ sudo unzip 2016-11-25-raspbian-jessie-lite.zip

Sie sollten jetzt eine Imagedatei (mit der Endung .img) vorliegen haben, die Sie in das CM3 laden können. Nun gibt es noch einen letzten Schritt, der Ihnen das Leben enorm erleichtern wird.

Öffnen Sie im Menü ‚Activities‘ (Aktivitäten) das Tool ‚files‘ (Dateien) (6. Element von oben). Navigieren Sie zum Ordner /dev [klicken sie links auf ‚Computer‘ und dann auf die Datei ‚dev‘]. Ordnen Sie die Dateien nach Änderungsdatum, und schieben Sie das Fenster neben das Endgerätefenster. Jetzt können wir das Bild laden. Starten Sie die I/O-Platine des Compute Modules!

Wenn Sie die Platine einschalten, wird der PC Ihnen wahrscheinlich mitteilen, dass ein neues USB-Gerät angeschlossen wurde. Damit die virtuelle Maschine dieses neue Gerät auch erkennt, müssen wir es im Menü ‚Devices‘ (Geräte) finden.

(Bild: RS Components)

Sie werden diese Aktion während dieses Prozesses wahrscheinlich noch ein paar Mal durchführen müssen. Jetzt ist der USB-Chip sichtbar, sodass wir ‚rpiboot‘ ausführen können.

$ sudo ./rpiboot

Dadurch wird der Boot-Code (usbbootcode.bin) eingeführt, wonach wir die nächste Enumeration der USB-Verbindung im Menü ‚Devices‘ (Geräte) finden müssen.

(Bild: RS Components)

Das Programm sendet dann eine .ELF-Datei. Daraufhin müssen wir wieder die neue USB-Enumeration im Menü ‚Devices‘ (Geräte) finden.

(Bild: RS Components)

Jetzt benötigen wir den Browser, da wir herausfinden müssen, unter welchem Namen der USB-Datenträger eingelegt wurde. Dazu suchen wir nach den zuletzt aufgelisteten Geräten. Sie müssen eventuell manuell nach oben scrollen, um zu sehen, welche Geräte zuletzt hinzugefügt worden sind.

(Bild: RS Components)

Das Gerät wird normalerweise als ‚sd(Zusatz)‘ angezeigt. In diesem Fall ‚sd‘. Wir interessieren uns nur für die erste Enumeration. Jetzt laden wir die Imagedatei auf diesen Datenträger:

$ sudo dd if=2016-11-25-raspbian-jessie-lite.img of=/dev/sdb bs=4MiB

Es dauert fünf bis zehn Minuten, bis die Imagedatei des Dateiverarbeitungssystems geladen wird. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, wird folgender Screenshot angezeigt.

(Bild: RS Components)

Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit.

Fahren Sie den Raspberry Pi herunter. Deaktivieren Sie das Slave-USB auf Steckverbinder J4 (ändern Sie die Schalterposition wie unten dargestellt) und entnehmen Sie den Slave-Micro-USB-Stecker:

(Bild: RS Components)

Schalten Sie das Gerät ein. Wenn das Startbild und danach die Anmeldeaufforderung angezeigt werden, haben Sie es geschafft!

Das Standardlogin ist ‚pi‘ und das Standardkennwort ist ‚raspberry‘

Letzte Tat: Hinzufügen von WLAN

Als letzte Tat geben wir der Pi-CM3-Maschine die Chance, mit der Welt zu kommunizieren, und zwar, indem wir einen USB-WLAN-Adapter zum USB-Hub hinzufügen. Ich nutze den Raspberry-Pi-Adapter, aber es gibt auch andere, die genauso gut funktionieren.

Das Vorgehen ist relativ einfach, da die benötigte Software sich schon im Dateiverwaltungssystem befindet. Wir müssen jetzt nur noch ein paar Konfigurationsdateien ändern.

Zuerst einmal müssen wir nach dem Netzwerk suchen, mit dem wir uns verbinden möchten. Geben Sie Folgendes in die Befehlszeile ein:

$ sudo iwlist wlan0 scan

Ihnen wird eine Liste aller WLAN-Netzwerke in Ihrer Umgebung angezeigt. Falls es viele davon gibt, nutzen Sie das Seitenverwaltungstool ‚more‘ (Mehr).

$ sudo iwlist wlan0 scan ¦ more

Blättern Sie mit der Leertaste Seite um Seite nach unten. Sie suchen nach der ESSID für Ihr Netzwerk. Ich nutze meinen persönlichen iPhone-Hotspot für dieses Beispiel, sodass meine ESSID als „iPhone“ angezeigt wird.

Jetzt müssen wir den nano-Editor aufrufen, um diese Informationen und das WLAN-Kennwort der Dateiwpa-supplicant hinzuzufügen.

$ sudo nano /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

Fügen Sie am Ende der Datei Folgendes hinzu.

network={

ssid="Your_ESSID_from_earlier"

psk="Your_wifi_password"

In meinem Fall sieht die Datei danach wie folgt aus:

ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev

update_config=1

network={

ssid="iPhone”

psk="password"

Dies können wir nun mit [Strg]-X gefolgt von ‚Y‘ und der Eingabetaste speichern.

Der Raspberry Pi soll sich über DHCP mit dem Netzwerk verbinden, sodass seine IP-Adresse automatisch zugeteilt wird. Dieser Schritt erfolgt in der Schnittstellendatei:

$ sudo nano /etc/network/interfaces

Die Datei sollte wie folgt aussehen.

# Please note that this file is written to be used with dhcpcd

# For static IP, consult /etc/dhcpcd.conf and 'man dhcpcd.conf'

# Include files from /etc/network/interfaces.d:(# Bitte beachten, dass diese Datei für die Nutzung mit dhcpcd geschrieben wurde# Für eine statische IP-Adresse bitte unter /etc/dhcpcd.conf und ‚man dhcpcd.conf‘ nachsehen# Dateien von /etc/network/interfaces.d: mit einbeziehen)

source-directory /etc/network/interfaces.d

auto lo

iface lo inet loopback

iface eth0 inet manual

allow-hotplug wlan0

iface wlan0 inet manual

wpa-conf /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

allow-hotplug wlan1

iface wlan1 inet manual

wpa-conf /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

Jetzt ist die Zeile

iface wlan0 inet manual

iface wlan0 inet dhcp

zu ändern.Danach wieder mit [Strg]-X, gefolgt von ‚Y‘ und dann der Eingabetaste speichern.

Jetzt ist alles konfiguriert, und wir müssen nur noch die Netzwerkschnittstellen neu laden.

$ sudo service networking reload

Ob die Netzwerkschnittstelle funktioniert, können wir wie folgt prüfen.

$ ifconfig

Für ‚wlan0‘ sollte Folgendes angezeigt werden:

wlan0 Link encap:Ethernet HWaddr 80:1f:02:aa:12:58

inet addr:172.20.10.3 Bcast:172.20.10.15 Mask:255.255.255.240

inet6 addr: fe80: :416b:a810:b9b2:be34/64 Scope:link

UP BROADCAST RUNNING MULTICAST MTU:1500 Metric:1

RX packets:154 errors:0 dropped:173 overruns:0 frame:0

TX packets:65 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0

collisions:0 txqueuelen:1000

RX bytes:32399 (31.6 KiB) TX bytes:13036 (12.7 KiB)

Wenn die inet addr gut aussieht, sind wir auf dem richtigen Weg. Wir können dies noch durch ein Anpingen der Google-Server testen.

$ ping –c10 8.8.8.8

Mit diesem Befehl werden zehn Pakete gesendet und empfangen, sodass wir einschätzen können, wie gut unser Netzwerk funktioniert.

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