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Tief durchatmen Raumlüftung: Ergänzung zu Punktabsaugungen

| Autor / Redakteur: Manfred Könning / M.A. Frauke Finus

Wenn Punktabsaugungen beim Schweißen nicht praktikabel sind oder wenn nicht schweißende Kollegen in der Werkshalle vor Schweißrauch geschützt werden sollen, dann greifen Raumlüftungssysteme. Das Beispiel der niederländischen Heerema Fabrication Group zeigt, wie sich metallverarbeitende Betriebe gut aufstellen können. Seit kurzem setzt der Hersteller den Clean Air Tower von Kemper ein.

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Raumlüftungen bieten auch Unbeteiligter im Umfeld von Schweißanwendungen einen guten Schutz.
Raumlüftungen bieten auch Unbeteiligter im Umfeld von Schweißanwendungen einen guten Schutz.
(Bild: Kemper)

Je dichter Schweißrauch am Entstehungsort erfasst wird, desto größer ist die Chance, alle gefährlichen Partikel in der Werkshalle aus der Luft abzusaugen. In metallverarbeitenden Betrieben haben Punktabsaugungen daher Vorrang und kommen in Sachen Arbeitsschutz am häufigsten vor. Nicht umsonst schreibt das Gesetz vor, Gefahrstoffe direkt am Entstehungsort aufzunehmen. Nur dadurch ist ein hoher Erfassungsgrad der gefährlichen Staubpartikel, die beim Schweißen entstehen, garantiert. Doch die Praxis sieht oftmals anders aus. Kleinteilige Schweißungen an mehreren Stellen machen eine Punktabsaugung durch den ständigen Schweißplatzwechsel nicht praktikabel.

Raumlüftungen helfen nicht nur an den Schweißarbeitsplätzen

Auch beim Schweißen großer Werkstücke ist eine Punktabsaugung häufig nicht realisierbar. Teilweise lassen sich die Schweißplätze durch die Beschaffenheit der Werkstücke mit Punktabsaugungen gar nicht erreichen. Und wenn Schweißer diese nicht optimal positionieren, entweichen Staubpartikel in die Werkshalle. Dieses Leck bei der unmittelbaren Schweißrauchabsaugung schließen Raumlüftungssysteme. Wenn Punktabsaugungen nicht praktikabel sind, sind sie mehr als eine reine Ergänzung. Zudem garantieren Raumlüftungen auch den Schutz Unbeteiligter im Umfeld von Schweißanwendungen. Während Schweißer nämlich am Entstehungsort des Schweißrauchs durch spezielle Schweißerschutzhelme mit automatischer Belüftung und Filterung geschützt sind, gelangt der Schweißrauch ungehindert ins Umfeld. Mitarbeiter ohne Atemschutz sind den schädlichen Staubpartikeln schutzlos ausgesetzt. Und nicht nur das: Eine Raumlüftung verbessert durch die ständige Umwälzung der Luft auch das Innenraumklima und spart bis 70 % Heizkosten.

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Unternehmen haben dabei die Wahl zwischen zwei Arten von Raumlüftungen: zwischen der Mischlüftung sowie der Schicht- beziehungsweise Verdrängungslüftung. Beide Verfahren saugen die Luft in einer Höhe von vier bis sechs Metern an. Bei der Mischlüftung wird die gereinigte Luft dann in einer Höhe von vier Metern über Düsen oder Lüftungsgitter ausgeblasen und auf der gegenüberliegenden Seite wieder angesaugt. Die gesamte Luft wird so durchmischt. Verdrängungslüftung hingegen unterstützt die Thermik des Schweißrauchs durch eine Luftzuführung von unten. Auch deshalb empfiehlt die Berufsgenossenschaft dieses System. Im Bereich der Schweißarbeitsplätze wird der Werkshalle saubere Luft impulsarm durch bodennahe Quellauslässe zugeführt. Die aufsteigende Luft unterstützt den natürlichen Auftrieb des Schweißrauchs zielgerichtet in die Höhe. Dadurch steigt die Luftqualität im Umfeld der Quellauslässe und somit im Atembereich der Mitarbeiter.

Schweißrauchdecken in der gesamten Halle vermeiden

Seit Mitte vergangenen Jahres verstärkt die niederländische Heerema Fabrication Group, Hersteller von Offshore-Einrichtungen für die Öl- und Gasindustrie, den Arbeitsschutz ihrer Schweißer mittels einer neuen Raumlüftung in ihrer Niederlassung in Zwijndrecht bei Rotterdam. Vor dem Hintergrund der Fertigung großer Werkstücke wie Rohrleitungen oder Teile für Plattformen blieb der Arbeitsschutz bis dato zweitrangig. Wegen der bei ihren Produkten unpraktikablen Punktabsaugung schweißten die Mitarbeiter ausschließlich mit persönlicher Schutzausrüstung. Eine wirksame Absaugung fehlte bisher. Der Schweißrauch strömte ungehindert in die Halle. Folge war eine ständige Schweißrauchdecke in rund vier Metern Höhe quer durch die Halle.

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