Extruder Reifenhäuser sieht Zeichen für Marktbelebung

Redakteur: Stéphane Itasse

Auch der Extrusionsmaschinenhersteller Reifenhäuser ist von der aktuellen Wirtschaftskrise nicht verschont geblieben. Da das Troisdorfer Familienunternehmen aber schon frühzeitig alle Kräfte mobilisiert hat, um dem Trend entgegenzuwirken, kann es jetzt nach eigenen Angaben eine durchaus ansehnliche Zwischenbilanz an Anlagenverkäufen vorlegen.

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Reifenhäuser-Tiefziehfolienanlage mit neuem Doppelschnecken-Extruder. Bild: Reifenhäuser
Reifenhäuser-Tiefziehfolienanlage mit neuem Doppelschnecken-Extruder. Bild: Reifenhäuser
( Archiv: Vogel Business Media )

So konnten in diesem Jahr bislang schon neun neue Extrusionsanlagen aus dem Bereich Castfolien-Extrusion fertig gestellt und ausgeliefert werden, wie Reifenhäuser mitteilt. Darunter allein seien fünf Anlagen in den Monaten Mai und Juni an Kunden in den USA und Süd- beziehungsweise Osteuropa gegangen. Eine weitere Großanlage zur Herstellung von PP-Cast-Folien habe unlängst in Russland die Produktion aufgenommen. Im April und Mai seien je ein Auftrag für Castfolien- und Tiefziehfolienanlagen aus Mittelamerika und Europa hinzugekommen.

Reifenhäuser mit neuem Doppelschnecken-Extruder erfolgreich

Dieser Aufwärtstrend sei das Ergebnis umfangreicher Maßnahmen innerhalb technischer und verkäuferischer Anstrengungen. Auf den Messen Plast 09 in Mailand und NPE in Chicago hat Reifenhäuser nach eigener Auskunft mit dem neuen gleichlaufenden Doppelschnecken-Extruder „Reitruder“ für große Aufmerksamkeit und Nachfrage gesorgt.

Einer der wesentlichen Einsatzbereiche dieser Doppelschneckentechnik ist die Extrusion von Tiefziehfolien aus PET-Flaschen Mahlgut - ein Meilenstein innerhalb der von Reifenhäuser dominierten Position im Recycling von Wertstoffen zu neuen Produkten, heißt es.

Wesentlicher Einsatzbereich für Tiefziehfolienanlagen sei die Doppelschneckentechnik zur Herstellung von Tiefziehfolien aus PET-Flaschenmahlgut ohne kostenintensive Trockung der Flakes. Für die neueste Generation der Reitruder-Baureihe sei ein differenziertes Konzept mit neuen Konstruktionselementen entwickelt worden. Die Schneckengeometrie wurde mit größerer Kanaltiefe und einem neu gestalteten Einzugsbereich den veränderten Anforderungen angepasst, heißt es.

Neuer Doppelschnecken-Extruder kann schlechte Rohstoff-Qualitäten besser verarbeiten

Allein diese Maßnahmen verbesserten den Einzug bei der Verwendung von PET-Flakes oder Mahlgut und vergrößerten das Volumen zur Eindosierung von Füllstoffen. Dadurch ergäben sich wesentliche Vorteile bei der Verarbeitung minderer Rohstoff-Qualitäten.

Deutliche Verbesserungen sowie eine erhöhte Effizienz bei der Entgasung würden sogar den Einsatz von Material bis zu 0,5% Feuchtigkeit ermöglichen. Dadurch würden Maßnahmen zur Vortrocknung minimiert oder sogar völlig überflüssig. So könnten Energie- und Verarbeitungskosten in nicht unerheblichem Maße eingespart werden.

Neben der Anwendung in der Tiefziehfolie werde diese Technik auch zur Herstellung von Verpackungsbändern aus PET-Flaschenflakes eingesetzt. Der Reitruder finde aber immer größere Bedeutung für das Einarbeiten von Füllstoffen in der Direktextrusion sowie als Ersatz von Einschneckenextrudern mit Schneckendurchmessern größer 150 mm für nahezu alle Rohstoffe.

Reifenhäuser veranstaltet Workshop bei Kunststoff-Messe

Mit diesen Aufträgen sieht sich das Unternehmen daher weiter auf der Erfolgsspur. Nächster Höhepunkt ist ein Workshop am 19. Oktober 2009 im Rahmen der Messe Saudi PPPP, wie Reifenhäuser ankündigt. Dafür stelle das Institut HIPF (Higher Institute for Plastics Fabrication) in Riad seine Räumlichkeiten zur Verfügung.

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