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KST Kugel-Strahltechnik Reinheitsgrad SA 2,5 für echte Schwergewichte

| Autor / Redakteur: Eva Machill-Linnenberg / M.A. Frauke Finus

Der Strahlspezialist KST Kugel-Strahltechnik reinigt im Auftrag Schiffsbauteile und Lkw-Längsträger. Der hochspezialisierte Dienstleister aus Hagen ermöglicht dabei Reinheitsgrad SA 2,5 für wirklich große und sperrige Teile.

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Von mangelhaft beschichteten Lkw-Längsträgern tragen die Strahlspezialisten rund 30 μm schwarze KTL-Farbe von der Oberfläche ab. Der Kunde – Hersteller von Karosserie- und Fahrwerkskomponenten – sammelt den Ausschuss und schickt komplette Lkw-Ladungen zur Reinigung.
Von mangelhaft beschichteten Lkw-Längsträgern tragen die Strahlspezialisten rund 30 μm schwarze KTL-Farbe von der Oberfläche ab. Der Kunde – Hersteller von Karosserie- und Fahrwerkskomponenten – sammelt den Ausschuss und schickt komplette Lkw-Ladungen zur Reinigung.
(Bild: KST Kugel-Strahltechnik)

Hoher Reinheitsgrad gleich sicherer Korrosionsschutz. Jede artfremde Verunreinigung ist ein Risiko und gefährdet die Beständigkeit. Deshalb arbeiten Hersteller zunehmend mit hochspezialisierten Dienstleistern zusammen, die ihnen verlässlich hohe Reinheitsgrade liefern. Diese Strahlexperten haben auch das Know-how und die technische Ausstattung, um sperrige Großformate und Schwergewichte zu reinigen. KST Kugel-Strahltechnik beispielsweise bearbeitet regelmäßig bis zu 575 kg schwere verzunderte Gegengewichte für einen Schiffsbauer. Oder über elf Meter lange KTL-beschichtete Lkw-Längsträger mit Farbfehlern für einen Hersteller von Karosserie- und Fahrwerkskomponenten.

Reinigungsstrahlen optimiert Oberflächen vor Schutzbehandlung

Qualität und Widerstandsfähigkeit jeder Schutzbehandlung hängen maßgeblich von der Sauberkeit des Untergrundes ab. Für eine bestmögliche Haftung benötigt die Industrie in der Regel den Reinheitsgrad SA 2,5, manchmal auch SA 3. SA 2,5 gilt für Oberflächen ohne artfremde Verschmutzungen: keine Öle und Fette, kein Rost oder Zunder, keine Korrosionsspuren, Oxide, Fremdkörper oder Farbreste. Lediglich leichte Schattierungen sind zulässig.

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Reinheitsgrad SA 2,5 lautet auch die Anforderung eines Produzenten von massiven Schiffsbauteilen. Er schickt regelmäßig stark verzunderte, zwischen 100 und 575 kg schwere Gegengewichte zur Reinigung nach Hagen. Dort transportiert KST Kugel-Strahltechnik die großformatigen Bauteile per Magnetkran. Nach der Säuberung übernimmt der Dienstleister weitere Aufgaben: Er bringt ein Korrosionsschutzöl auf und verpackt die Komponenten entsprechend luftdicht. So werden sie anschließend direkt zum Einsatzort transportiert. „Unsere Kunden erwarten zunehmend Zusatzservices und logistische Leistungen wie Lagerung und Transport“, so Geschäftsführer Marco Heinemann.

Auch ein Hersteller von Karosserie- und Fahrwerkskomponenten für die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie sourct regelmäßig seine Strahlarbeiten out. Er fertigt unter anderem Längsträger für Lkw und Traktoren mit Radständen bis zu 7,3 m. Sie brauchen eine effektive KTL-Beschichtung. Die katodische Tauchlackierung schützt die Komponenten wirksam vor Steinschlag und Korrosion, gegen Säuren und Laugen. Voraussetzung ist ein absolut gleichmäßiger Auftrag des Coats. Schon geringste Mängel in der Beschichtung führen zu Ausschuss. „Diese fehlerhaften Werkstücke landen bei uns“, erklärt Heinemann. „Der Kunde sammelt den Ausschuss und schickt uns komplette Lkw-Ladungen zur Reinigung.“ Regelmäßig – die bewährte Zusammenarbeit läuft seit Jahren.

Die Strahlspezialisten entlacken die bis zu 11,3 m langen U-Profile. Solche sperrigen Abmaße sind für den erfahrenen Lohnstrahler keine Herausforderung, Großformate gehören zum Alltag. Bei den mangelhaft beschichteten Längsträgern tragen die Spezialisten rund 30 μm schwarze KTL-Farbe von der Oberfläche ab. Der Hersteller gibt dabei exakte Messgrößen für Rauheitswerte und Güte der Oberfläche vor: RA 10,6 μm, Rz 55,4 Mikrometer, Rmax 70,6 μm sind gefordert. Nach drei bis fünf Tagen schickt der Dienstleister die gestrahlten Werkstücke wieder zurück. Komplett kommissioniert und fit für eine Neubeschichtung.

Reinigungsstrahlen: gefragtes Allround-Verfahren

Reinigungsstrahlen ist ein gefragtes Allround-Verfahren. Neben Produzenten aus den Bereichen Nutzfahrzeug und Stahl- und Schiffsbau gehören Schmiede-, Schneid- und Brennbetriebe, Stahlhändler, Maschinen- und Anlagenbauer zu den Auftraggebern. Marco Heinemann: „Die Bandbreite ist groß. Wir entfernen Rückstände von Wärmebehandlungen, entzundern hochfeste Schraubenrohlinge für Windkraftanlagen und Ankerkettenglieder. Oder Laufrollen von Baggern und Raupenfahrzeugen. Für andere Unternehmen bereiten wir Bauteile auf das nachfolgende Fluxen – die Rissprüfung von Schwachstellen in der Oberfläche – vor.“

Beim Reinigungsstrahlen kommen überwiegend Strahlmittel aus Stahl und Edelstahl in Shot- und Grit-Qualitäten zum Einsatz. Das gewünschte Ergebnis steuern die Spezialisten über unterschiedliche Korngrößen, Materialhärten und individuell eingestellte Anlagenparameter. Bei Bauteilen aus Edelstahl nutzen sie auch Glasperlen. Damit lassen sich u. a. Anlauffarben von geschweißten Edelstahlbauteilen entfernen – etwa im Sondermaschinenbau für die Food-Industrie. Lohnstrahler entzundern, entrosten und entlacken im Schüttgut- und im Gestellverfahren. Je nach Bedarf auf Muldenband-, Durchlaufstrahl- und Schleuderradstrahlmaschinen oder in Freistrahlräumen.

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