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Teilereinigung Reinigung von Edelstahlteilen mit demineralisiertem Wasser

| Autor / Redakteur: Josef Kraus / Josef-Martin Kraus

Dass eine effektive Reinigung von Edelstahlteilen ohne Chemikalien möglich ist, zeigt eine Durchlaufanlage für Tiefziehteile Sie reinigt und spült mit demineralisiertem Wasser. Über eine integrierte Schwadenkondensation wird die Wärme für die Spülbadtemperierung gewonnen.

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Die Durchlaufanlage arbeitet ohne Reinigungschemikalien. Aufgrund der Schwadenkonden- sation werden Wasser und Wärme zurückgewonnen. (Bild: Zippel)
Die Durchlaufanlage arbeitet ohne Reinigungschemikalien. Aufgrund der Schwadenkonden- sation werden Wasser und Wärme zurückgewonnen. (Bild: Zippel)

Im 21. Jahrhundert sind Sauberkeit und Restschmutzwerte nicht mehr die alleinigen Qualitätskriterien, denen sich die industrielle Teilereinigung stellen muss. Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz sind dazugekommen. Ihr Anspruch zeigt sich überdeutlich an ökologisch sensiblen Anlagenstandorten: so bei einem Produktionsbetrieb mitten in einem Wasserschutzgebiet.

Teilereinigung ohne Chemikalien dank demineralisiertem Wasser

Der Anlagenhersteller Zippel, Neutraubling bei Regensburg, hatte nun einen solchen Fall – bei der Reinigung von Umformteilen aus Edelstahl. Heute werden diese Tiefziehteile vom Kunden mit reinem demineralisiertem Wasser gewaschen – ohne Reinigerchemikalien. Die Reinigung erfolgt in der Durchlaufanlage ZD-3.500-RAST ohne chemische Zusatzstoffe.

Zur Anwendung kommt das Spritzverfahren, wobei die Teile flach liegend mit einer Geschwindigkeit von 3,5 m/min die Prozesse Waschen, Spülen, Abblasen und Trocknen durchlaufen. Die Maximaltemperatur der Wasch- und Spülbäder liegt bei 65 °C. Aufgabe der einbahnigen Durchlaufanlage ist die wirtschaftliche Entfernung Öl- und Abriebsrückständen aus einem vorhergehenden Läpp- und Gleitschliffprozess.

Teilereinigung bei 4 bar Spritzdruck

Das Be- und Entladen der Anlage erfolgt automatisiert im Pick-&-place-Verfahren. Die Teile werden vor dem Reinigen von einem kundenseitigen Förderband genommen und nach dem Reinigen wieder auf das Band gelegt. Für den Teiletransport durch die Anlage ist ein Drahtösengliedergurt aus Edelstahl verantwortlich. Er ist mit einer Überlastsicherung aus Rutschkupplung und Drehmomentüberwachung ausgestattet.

Bei der Auslegung des Spritzsystems wurde ein besonderes Augenmerk auf die Verschleißbeständigkeit der Düsen, deren Zugänglichkeit im Wartungsfall sowie auf die Reproduzierbarkeit der Reinigungsergebnisse gelegt. Die Düsen sind so angeordnet, dass sie die Teile rundherum und im Innern mit 4 bar Spritzdruck waschen und spülen.

Vollstromfiltration und Filterwechsel ohne Unterbrechung der Teilereinigung

Vollstromfiltration und Filterwechsel ohne Prozessunterbrechung tragen wesentlich zur Einhaltung der Sauberkeitsanforderungen bei. Um eine möglichst lange Standzeit des Waschmediums zu erreichen, wird der grobe Schmutz mithilfe eines Siebs (20 µm Feinheit) vom Wasser getrennt, das danach wieder in den Behälter gelangt. Zur Filterung vor den Spritzdüsen sind manuell doppelt umschaltbare Feinfilter installiert. Die Öltrennung geschieht in einem Schwerkraftabscheider. Das Trennprinzip basiert auf Gravitations- und Koaleszenzeffekten.

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