Schwing Technologies Reinigungssystem macht Kunststoff verarbeitende Systeme wieder blitzblank

Redakteur: Peter Königsreuther

Der Anlagenbauer Schwing Technologies hat seine Modellreihen thermischer Wirbelbett-Reinigungsanlagen für Werkzeuge und Maschinenteile erweitert. „Innovaclean INB-HT“ ist der Name der kompakten, umwelt- und bedienerfreundlichen Anlage, die jetzt auch hochtemperaturstabile Kunststoffe, wie LCP sowie alle anderen Polymere entfernen könne.

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Teilereinigung der besonderen Art: Die Beladung von mit LCP oder anderen hochtemperaturstabilen Kunststoffen verschmutzten Metallteilen in den Innovaclean INB-HT geschieht von oben, wie der Hersteller Schwing Technologies erklärt. Das System punkte vor allem bei Werkzeugen, Düsen und andere Komponenten aus dem Spritzgussbereich.
Teilereinigung der besonderen Art: Die Beladung von mit LCP oder anderen hochtemperaturstabilen Kunststoffen verschmutzten Metallteilen in den Innovaclean INB-HT geschieht von oben, wie der Hersteller Schwing Technologies erklärt. Das System punkte vor allem bei Werkzeugen, Düsen und andere Komponenten aus dem Spritzgussbereich.
(Bild: Schwing Technolgies)

Schwing Technologies betont, mit dem Innovaclean INB-HT nun auch Liquid-Crystal-Polymerrückstände von Metalloberflächen entfernen zu können. Mit neuem Heizungssystem, überarbeiteter Heizungsregelung und neuem, intuitiv zu bedienenden Touchpanel ausgestattet, erlaube die optimierte Anlage ab sofort auch das Erhitzen bis 620 °C. Bisher war das Maximum der Reinigungstemperatur auf 520 °C beschränkt, so Schwing. Der Hersteller adressiert mit der erweiterten Wirbelbett-Anlage vor allem den mit Hochtemperatur- und Hochleistungspolymeren produzierenden Markt, etwa mit LCP, PEI, PPS oder PI. „Wir garantieren, dass unsere Innovaclean-Systeme auch das bis etwa 580 °C stabile Flüssigkristallpolymer zuverlässig von Metallteilen entfernt“, bestätigt Thomas Schwing, Geschäftsführer der Schwing Technologies GmbH. Für Kundenversuche stehe das Modell Innovaclean 2448-INB-HT am Standort in Neukirchen-Vluyn jeder Zeit bereit.

Die Innovationen im Überblick

Was also ist neu? Die Innovaclean-Modelle kombinieren laut Schwing Technologies ein neu konzipiertes Heizungssystem, eine überarbeitete Heizungsregelung und ein optimiertes, intuitiv zu bedienendes Touchpanel. Das Schwing-Entwicklerteam um Ingenieur Axel Sokol habe die thermischen Reinigungsanlagen in den vergangenen Monaten entsprechend mit dem Ziel optimiert, um verschmutzte Metallwerkzeuge und -bauteile auch bis zur oben genannten Maximaltemperatur erhitzen zu können. „Diese Wärmesteigerung gewährleistet unser neues, bereits in der Wirbelbett-Wärmebehandlung erfolgreich erprobtes Heizungssystem, das eine zuverlässige und präzise Temperaturregelung garantiert“, erklärt Sokol, Technischer Leiter bei Schwing. Über eine SPS mit Selbstoptimierungsfunktionen ergänze der Anlagenbauer auch die Heizungsregelung. Das Touchpanel ist mit zehn Zoll nun größer und bedienerfreundlicher als seine Vorgänger, wie es heißt. Intuitiv und selbsterklärend integriere dieses Touchpanel eine einfache Benutzerkommunikation bis hin zur E-Mail-Benachrichtigung. Die einfache OPC-Schnittstelle gewährleiste zudem die zuverlässige Datenanbindung.

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Spritzgießer sollen besonders profitieren

Die Anlage reinigt laut Schwing Technologies sehr schnell und rückstandslos. Und das ohne chemische Zusätze in nur einem Arbeitsgang. Selbst zusammengebaute Werkzeuge sollen sich so flexibel und sicher säubern lassen. Zugleich garantiere Schwing eine effektive und umweltverträgliche Entfernung aller Kunststoffe, erhöhe außerdem die Standzeit von Werkzeugen und helfe dabei Maschinenstillstände deutlich zu reduzieren. „Wir beobachten den Markt sehr genau“, erläutert Udo Heffungs, Vertriebsleiter bei Schwing. Effungs ergänzt: „Wir führen viele Gespräche und versuchen, Kundenwünsche bereits vorwegzunehmen. Die Produktion von LCP-Bauteilen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Maschinen und Werkzeuge werden diesem Bedarf angepasst. Schwing reagiert mit dieser neuen Anlage auf den entstehenden Reiningungsbedarf, insbesondere im Spritzgussbereich.“

Fluidisiertes Aluminiumoxid überträgt die Wärme

Der präzise steuerbare Reinigungsprozess nutzt laut Schwing die Stoff- und Wärmeübertragung von fluidisiertem Aluminiumoxid. Innovaclean INB-HT besteht, wie das Unternehmen vereinfacht darstellt, aus einer Reinigungskammer, einer Abluftreinigung und einem Heizungssystem. Die Oxidfüllung der Kammer wird durch Druckluft leicht angehoben, schließlich komplett durch gewirbelt. Dann verhält sie sich wie eine Flüssigkeit, heißt es. Die Heizung gewährleiste eine kontrollierte Temperatursteuerung in der Kammer, je nach Materialart.

Spritzgießwerkzeuge im pulvrigen „Kurbad“

Mit einem speziellen Beladekorb taucht das verschmutzte Werkzeug in das Wirbelbett ein. Das fluidisierte Oxid sorgt dabei ohne Abrasion für eine vollkommen gleichmäßige Verteilung der Hitze, die die anhaftenden Polymere zersetzt und gleichzeitig den entstehenden Kohlenstoff rückstandsfrei oxidiert. Dabei werden die zu reinigenden Teile schnell und ohne mechanische oder thermische Beeinträchtigung bei vom Polymer abhängigen Temperaturen bis zur Maximaltemperatur vom Rückständen und Kohlenstoffkrusten befreit.

Die Anlage verschwele innerhalb von nur ein bis zwei Stunden rückstandslos jedes Polymer: zum Beispiel von Spritzdüsen und Lochscheiben. Bei etwas längeren Reinigungszeiten entfernt sie auch Kunststoffe von Spinndüsen, zusammengebauten Spinnpaketen, statischen Mischern, zusammengebauten Pumpen, Rückstromsperren, Heißkanälen und -komponenten sowie vielen weiteren Bauteilen. Innovaclean INB-HT arbeitet völlig abwasser- und abfallfrei. Entstehende Schwelgase reinigt eine integrierte thermische Nachverbrennung, die optional auch mit Abluftwäscher für die Pyrolysegase von PVC, PTFE geliefert wird, beschreibt Schwing Technologies. MM

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