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Effiziente Energienutzung

Rentable Einsparpotenziale werden noch wenig genutzt

| Autor: Eberhard Jochem

Der geplante Ausstieg aus der Kernenergie und die gleichzeitige Reduktion der CO2-Emissionen sind in technischer sowie in wirtschaftlicher Hinsicht mit großen Herausforderungen verbunden. Bei der effizienteren Nutzung von Energie gibt es allerdings noch viele bisher ungenutzte Möglichkeiten.

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Durch die Energiewende wird der Technologiestandort Deutschland als First Mover auf dem Feld der Energienutzung, -wandlung und -speicherung gestärkt.
Durch die Energiewende wird der Technologiestandort Deutschland als First Mover auf dem Feld der Energienutzung, -wandlung und -speicherung gestärkt.
(Bild: RFsole - Fotolia.com)

Die Energiewende hat für Deutschland als Industrienation viele positive Aspekte. So wird der Technologiestandort als First Mover auf dem Feld der Energienutzung, -wandlung und -speicherung gestärkt. Im Resultat steigen die Wettbewerbsfähigkeit und die Exportkraft Deutschlands auf diesen zukunftsträchtigen Technologiegebieten. Investitionen in neue Technologien zahlen sich auch für den Arbeitsmarkt aus.

So gehen Schätzungen davon aus, dass pro Petajoule eingesparter Energie etwa 50 neue Arbeitsplätze entstehen. Andere Industrienationen, aber auch China, Indien und Brasilien beobachten die Energiewende in Deutschland und der Schweiz mit großer Aufmerksamkeit. Denn man traut Deutschland am ehesten dieses große Transformationsprojekt zu.

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Die Geschwindigkeiten, mit denen verschiedene Aspekte der Energiewende vollzogen werden, sind allerdings sehr unterschiedlich. Der Ausbau der erneuerbaren Energiequellen kommt sehr schnell voran. Die Geschwindigkeit ist so hoch, dass die subventionierten Einspeisevergütungen zu einem merklichen Anstieg der Strompreise für viele Verbrauchergruppen führen, was in der aktuellen politischen Diskussion für viel Zündstoff sorgt. Dagegen geht die Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie und der übrigen Wirtschaft nur schleppend voran.

Obwohl hier große rentable Kostensenkungspotenziale liegen, gab es in den letzten Jahren nicht viel mehr als Lippenbekenntnisse der Regierung und eine abwartende Haltung der großen Industrieverbände zu vermelden. Zudem versuchten die energieintensiven Branchen und Unternehmen, sich ihre Ausnahmegenehmigung von den Energiesteuern und der EEG-Umlage zu sichern, ohne sich zu speziellen Effizienzanstrengungen verpflichten zu müssen.

Investitionen in Energieeffizienz finden noch zu wenig Beachtung

Im Rahmen des Projekts „30 Pilot-Netzwerke“ wurden die Initialberatungsberichte von 360 Unternehmen analysiert, die Energiekosten zwischen 200.000 und 40 Mio. Euro pro Jahr haben. Dabei ergaben sich insgesamt 5000 Investitionsoptionen zur Energieeffizienz, davon 4000 mit einer internen Verzinsung von mehr als 12 % und einer durchschnittlichen Verzinsung von 30 %. Wieso aber findet die Energieeffizienz in der Industrie so wenig Beachtung, obwohl die entsprechenden Investitionen eine so hohe Rendite aufweisen?

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