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Rente mit 70 - ein zukunftsweisendes Modell?

| Redakteur: Jürgen Schreier

Sibylle Adenauer (Ifaa): „Was grundsätzlich zählt, ist das biologische und nicht das kalendarische Alter. Ein trainierter 65-Jähriger ist oftmals fitter als ein untrainierter 45-Jähriger."
Sibylle Adenauer (Ifaa): „Was grundsätzlich zählt, ist das biologische und nicht das kalendarische Alter. Ein trainierter 65-Jähriger ist oftmals fitter als ein untrainierter 45-Jähriger." (Bild: Institut für angewandte Arbeitswissenschaft/Tania Walck)

Der Vorschlag von Frank-Jürgen Weise (Bundesagentur für Arbeit), das Renteneintrittsalter flexibel bis 70 Jahre auszugestalten, ist heftig umstritten. Das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (Ifaa) hält die flexible Ausweitung des Renteneintrittsalters aus arbeitswissenschaftlicher Sicht für weitgehend umsetzbar.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des damit einhergehenden Fachkräftemangels kann diese Flexibilisierung ein weiterer Baustein zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen sein. Für die Mitarbeiter bietet eine dehnbare Ausweitung des Rentenalters Motivation, Wertschätzung und Beschäftigung. Das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (Ifaa) in Düsseldorf hält die flexible Ausweitung des Renteneintrittsalters aus arbeitswissenschaftlicher Sicht für weitgehend umsetzbar.

Es zählt das biologische und nicht das kalendarische Alter

„Was grundsätzlich zählt, ist das biologische und nicht das kalendarische Alter“, argumentiert Sibylle Adenauer, wissenschaftliche Expertin des Ifaa. „Dies kann von Mitarbeiter zu Mitarbeiter unterschiedlich sein. Ein trainierter 65-Jähriger ist oftmals fitter als ein untrainierter 45-Jähriger“, ergänzt Adenauer. Die Expertin bezieht sich dabei das keineswegs nur die körperliche sondern auch die geistige Fitness. Diese kann durch geistiges Training und lebenslanges Lernen verbessert und erhalten werden. „Da es den normierten älteren Mitarbeiter nicht gibt, sollte es keine Pauschallösungen geben. Stattdessen sind individuelle mitarbeiterspezifische Lösungen gefragt“, erläutert Adenauer weiter.

Praxis und Forschung haben laut Adenauer gezeigt, dass der Alterungsprozess individuell sehr unterschiedlich verläuft. Leistungsfähigkeit wandelt sich mit zunehmendem Alter. Dabei gibt es Fähigkeiten, die abnehmen, aber auch Fähigkeiten, die sich verbessern. Dazu gehören beispielsweise Sozialkompetenz, Selbsteinschätzung, Lebens- und Berufserfahrung, betriebsspezifisches Wissen, Verantwortungs- und Pflichtgefühl und Beurteilungsvermögen. Zusätzlich möchten viele Ältere auch gerne länger arbeiten.

Unternehmen müssen flexible Arbeitsmöglichkeiten bieten

Betriebliche Rahmenbedingungen für eine lange Erwerbstätigkeit Ältere haben Potenziale, die im Betrieb gebraucht werden und genutzt werden sollten. Dazu können Unternehmen entsprechende Lösungen finden - beispielsweise durch eine flexible, lebensphasenorientierende Gestaltung der Arbeitszeitsysteme, das Design von heterogenen Beschäftigungsformen, eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und die Implementierung vielschichtiger Karrierepfade.

Wie die Umsetzung im Betrieb gelingen kann, will die demnächst erscheinende Veröffentlichung des Ifaa „Leistungsfähigkeit im Betrieb. Kompendium für den Betriebspraktiker zur Bewältigung des demografischen Wandels“ zeigen.

Bei all den Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen, können Mitarbeiter selbst Verantwortung für gesundes Altern übernehmen. Dazu gehört: kein Nikotin, wenig Alkohol, ausgewogene Ernährung, angemessenes Körpergewicht, regelmäßige Bewegung, adäquater Umgang mit Stress und ausreichend Schlaf.

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