Erneuerbare Energien Ressourcen schonende Energie boomt weiter

Autor: Stéphane Itasse

In Deutschland ist es um die Energiewende etwas ruhiger geworden, doch global sind erneuerbare Energien gefragt wie noch nie. Sinkende Preise machen die Anlagen für immer mehr Länder interessant.

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Und der Gewinner ist: die Photovoltaik. Unter den Ressourcen schonenden Energieerzeugungsarten ist hier mittlerweile der größte Zuwachs zu verzeichnen.
Und der Gewinner ist: die Photovoltaik. Unter den Ressourcen schonenden Energieerzeugungsarten ist hier mittlerweile der größte Zuwachs zu verzeichnen.
(Bild: Bundesverband Solarwirtschaft)

Es klingt paradox: Im vergangenen Jahr sanken zwar die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien um 18 % auf 287,5 Mrd. US-Dollar, nachdem 2015 noch 348,5 Mrd. Dollar erreicht wurden. Die Zahl der neuen Projekte lag hingegen um 28 % über dem Stand von 2012, wie der Informationsdienst Bloomberg New Energy Finance (BNEF) analysiert hat.

Sinkende Kosten für die Technik machen erneuerbare Energien immer wirtschaftlicher

Grund für diese Entwicklung ist die gleiche Triebkraft, die den Boom der erneuerbaren Energien seit vielen Jahren vorantreibt: Die Technik wird immer billiger, insbesondere in der Photovoltaik. Hinzu kam, dass China und Japan 2016 nach Jahren rasanten Wachstums weniger Großprojekte starteten. Besonders starkes Wachstum hingegen gab es bei der Offshorewindenergie – Projekte mit dieser Erzeugungsart stiegen auf ein Volumen von 29,9 Mrd. Dollar, ein Plus von 40 % im Vergleich zum Vorjahr.

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Betrachtet man nicht das Investitionsvolumen, sondern die neu installierte Kapazität, ging die globale Energiewende weiter. Nach den Daten der UN-Institution Ren21 stieg die Erzeugungskapazität der erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr um 161 GW oder 9 % auf 2017 GW zum Jahresende. Damit hatten die regenerativen Quellen weltweit einen Anteil von fast 62 % an den zusätzlich installierten Kapazitäten zur Stromerzeugung.

Photovoltaik erlebt 2016 den größten Zubau der erneuerbaren Energien

Bei den Erzeugungsarten setzte sich die Photovoltaik 2016 erstmals an die Spitze mit einem weltweiten Anteil von 47 % am Zubau der erneuerbaren Energien. Dahinter folgte die Windkraft mit 34 % und die Wasserkraft mit 15,5 %, wie es im aktuellen Global Status Report von Ren21 heißt.

Mittlerweile nutzen so gut wie alle Staaten der Welt erneuerbare Energien in der einen oder anderen Form, wie eine Analyse der Exportinitiative Energie des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) zeigt. Neben den geografischen Gegebenheiten ist jedoch die Förderung, hinter der ein entsprechender politischer Wille steckt, ein wesentlicher Faktor, damit sich erneuerbare Projekte lohnen. Laut der BMWi-Untersuchung hatten im Jahr 2015 insgesamt 97 der 192 analysierten Länder einen Fördermechanismus für Photovoltaik. Anlagen mit insgesamt 47 GW wurden in 71 % dieser Staaten neu gebaut. Von den übrigen 95 Ländern verzeichneten hingegen nur 11 % überhaupt einen Photovoltaikzubau, die Kapazität lag bei gerade einmal 83 MW.

Unternehmen werden für den Ausbau erneuerbarer Energien immer wichtiger

Doch die Bedeutung der Staaten, Städte und Regionen beim Ausbau von erneuerbaren Energien nimmt ab, wie es in der BMWi-Analyse weiter heißt – und die der Unternehmen stark zu. Hier zeige sich, dass erneuerbare Energien mittlerweile zu konkurrenzfähigen Preisen Strom liefern können und zugleich die stark gesunkenen Kosten von Öl und Gas nur wenig an Stromkunden weitergegeben wurden. Auch durch Strategien der Unternehmensverantwortung (CSR) werden erneuerbare Energien immer wichtiger. Dies zeige sich beispielsweise an der Verdreifachung der registrierten Firmen bei der internationalen Erneuerbare-Energie-Allianz RE100, die Unternehmen bei der Umstellung ihrer Energieversorgung auf 100 % Erneuerbare unterstützen will.

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