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Pressen

Restrukturierungskosten reduzieren Gewinn von Schuler um die Hälfte

| Autor: Stéphane Itasse

Deutschland bleibt für Schuler der zentrale Entwicklungs- und Produktionsstandort für die Premiumtechnologie wie etwa Presshärteanlagen.
Deutschland bleibt für Schuler der zentrale Entwicklungs- und Produktionsstandort für die Premiumtechnologie wie etwa Presshärteanlagen. (Bild: Schuler)

Der Pressenhersteller Schuler AG hat den Umsatz und das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis 2015 weiter verbessert. Der Umsatz erreichte mit 1,20 (Vorjahr 1,18) Mrd. Euro den zweithöchsten Stand der 176-jährigen Firmengeschichte, wie der Vorstandsvorsitzende Stefan Klebert am Freitag bei der Bilanzvorlage sagte. Allerdings schlagen die Restrukturierungskosten beim Göppinger Unternehmen deutlich zu Buche.

Der Betriebsgewinn (EBITDA), ohne die Einmal-Belastungen des neuen Produktionskonzepts gerechnet, lag mit 138,8 (110,5) Mio. Euro sogar auf Rekordniveau. Schuler erreichte damit eine Marge 11,6 (9,4) %. „Zugelegt haben wir 2015 beim Umsatz vor allem in Asien und Nordamerika“, sagte Klebert. „Beim Auftragseingang konnten wir den konjunkturellen Rückgang bei den Großanlagen für den Automotivesektor durch das Wachstum in anderen Divisionen teilweise ausgleichen.“

Schuler will mit zugekaufter China-Tochter Yadon neue Märkte erschließen

Besonderes Augenmerk legt Schuler auf neue Wachstumsmärkte in China und anderen Entwicklungsländern. Noch in diesem Frühjahr wird die mehrheitliche Übernahme des chinesischen Pressenherstellers Yadon endgültig vollzogen, wie Klebert ankündigte. Die Genehmigung der chinesischen Aufsichtsbehörden liegt inzwischen vor. Yadon, in der ostchinesischen Provinz Jiangsu ansässig, setzt mit 1000 Mitarbeitern rund 110 Mio. Euro um. „Unsere Mehrheitsbeteiligung ist der strategische Schlüssel, der uns die Tür in das stark wachsende mittlere Preis-Leistungs-Segment im Pressenbau öffnet“, sagte der Schuler-Vorstandsvorsitzende. Die Göppinger wollen außerdem zusammen mit Yadon neue Maschinen für das mittlere Marktsegment entwickeln und in Ländern wie den USA und der Türkei vermarkten, wie er auf Anfrage von MM MaschinenMarkt erläuterte – allerdings nicht in Deutschland.

Die Bundesrepublik bleibt für Schuler der zentrale Entwicklungs- und Produktionsstandort für die Premium-Technik, wie sie zum Beispiel im automobilen Leichtbau, bei Großrohren oder Bahnausrüstungen zum Einsatz kommt. Zur Verbesserung der Kostenstrukturen und der Fertigungsflexibilität wird Schuler, wie bereits berichtet, bis Ende 2017 die Produktion in Deutschland auf vier von bisher sieben Standorten konzentrieren. Davon betroffen sind rund 450 der Ende vergangenen Jahres 5176 (Vorjahr 5423) Mitarbeiter.

Hohe Sondereffekte für den Personalabbau reduzieren den Gewinn spürbar

Im Zusammenhang mit dem neuen Produktionskonzept und begleitenden Effizienzmaßnahmen hat Schuler 2015 als Sondereffekt Aufwendungen in Höhe von rund 73 Mio. Euro verbucht. Diese eingerechnet, betrug das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisierung (EBITDA) immer noch 70,9 (Vorjahr 120,9) Mio. Euro. Die Marge lag bei 5,9 (10,3) %. Das Konzernergebnis erreichte 39,3 (66,9) Mio. Euro.

Am Umsatz von insgesamt 1,20 Mrd. Euro hatte Europa 2015 mit 605 (658) Mio. Euro immer noch den größten Anteil. China legte auf 299 (272) Mio. Euro zu, die Region Nordamerika auf 190 (133) Mio. Euro. In den USA konnte Schuler erstmals seit mehreren Jahren wieder einen großen amerikanischen Automobilhersteller als Kunden für seine Pressenlinien gewinnen.

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