Fanuc auf der Fakuma 2018 Roboshot-Auftritt mit Europapremieren in Sachen Spritzgießmaschinen

Redakteur: Peter Königsreuther

Während der Fakuma stellt die Fanuc Europe verschiedene elektrische Roboshot-Spritzgießmaschinen (SGM) in Halle B3, Stand 3211 aus.

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Mit Robonano-α-NMiA (Bild) bietet Fanuc eine Bearbeitungsmaschine mit einer 0,1 nm messenden Sollwertauflösung als, wie es heißt, starke Alternative zum manuellen Polieren von Formeinsätzen im Werkzeugbau. Diese Anlage gehört nebst der erstmals in Europa zu sehenden Spritzgießmaschine Roboshot-α-S450iA mit 4500 kN Schließkraft zu den Fakuma-Highlights. Halle B3 am Stand 3211.
Mit Robonano-α-NMiA (Bild) bietet Fanuc eine Bearbeitungsmaschine mit einer 0,1 nm messenden Sollwertauflösung als, wie es heißt, starke Alternative zum manuellen Polieren von Formeinsätzen im Werkzeugbau. Diese Anlage gehört nebst der erstmals in Europa zu sehenden Spritzgießmaschine Roboshot-α-S450iA mit 4500 kN Schließkraft zu den Fakuma-Highlights. Halle B3 am Stand 3211.
(Bild: Fanuc)

Eines der Highlights ist die neue α-S450iA. Die, wie es dazu weiter heißt, jüngsten Maschinenentwicklungen führten zu einem Spritzgießsystem mit 4500 kN Schließkraft, auf die der Markt seit Jahren gewartet hat, wie Fanuc Europe betont. Ihr Debüt feierte die Anlage letztes Jahr in Japan, gefolgt von der Einführung in den US-Markt auf dem Milacron-Stand während der NPE in Orlando. Nun kann man sie auch in Europa bestaunen.

Vier Schneckengrößen und zwei Basis-Spritzaggregate sorgen für Flexibilität

Die elektrische Fanuc-Roboshot-α-S450iA gilt als Präzisionsspritzgießmaschine, die ihren europäischen Markteintritt ab der Fakuma 2018 starte. Mehr Kavitäten auf größeren Werkzeugen zu bedienen, heißt es weiter, erfordern größere Aufspannplatten, was aber eine größere respektive stärkere Maschine mit höheren Schließkräften verlangt. Über den Automotivesektor hinaus, fordern auch medizin- und pharmatechnische Märkte sowie andere Präzisionsteilhersteller mehr denn je präzisere und schnelle Ausbringung, sagt Fanuc Europe. „So tickt der Markt“, bemerkt Wolfgang Haak, Fanuc’s Product Manager ETS Europe Roboshot. Und deshalb habe es bei der Entscheidung eine größere Maschine zu entwickeln gegolten, eine Anlage zu schaffen, welche die gleiche Performance und Zuverlässigkeit aufweise, die die sechs Modelle davor mit Schließkräften zwischen 150 und 3000 kN ins Spiel brachten.

Heraus kam dabei die Roboshot-α-S450iA mit 4500 kN Schließkraft und einem 920 mm × 920 mm messenden Holmabstand, einem Schließweg (Schließhub) von 900 mm, 1300 mm × 1300 mm großen Aufspannplatten und eine Formhöhe bis 1000 mm, heißt es. Vier verschiedene Schneckengrößen für die zwei Basisspritzeinheiten sollen die gewünschte Flexibilität garantieren. Die α-S450iA auf Stand B3-3211 zeige in Friedrichshafen ihr ganzes Produktivitätspotenzial: für Infusionskomponenten werden Verbindungsstücke in einem von Kebo gestellten 32-Kavitäten-Medical-Device-Werkzeug gefertigt, so Fanuc. Komplexe Geometrien und sehr hohe Losgrößen, wie sie in der medizin- und pharmatechnischen Industrie an der Tagesordnung seien, verlangten dabei absolute Präzision – insbesondere hinsichtlich ihrer Oberflächenqualität, Konturentreue, Gewichtsstabilität und Reproduzierbarkeit. Die neueste CNC-Technik in der Roboshot gilt dabei als einzigartig in der elektrischen Spritzgießtechnik. Die Maschine außerdem mit einer Energierückgewinnungsregelung, zuverlässiger drehmomentabhängiger Dosierregelung (Precise Metering Control (PMC) 2&3), dem Rückflussmonitor sowie mit der die Standzeit verlängernden AI-Formsicherungs- und AI-Auswerferschutzfunktion ausgerüstet.

Erweiterte Bearbeitungsmöglichkeiten für den hochpräzisen Werkzeugbau

Nicht zuletzt schlage die auch auf der Fakuma vertretene Robonano-Maschine eine Brücke zwischen Spritzgießtechnik und Werkzeugbau. „Zugegeben, Spritzgießexperten kommen auf den Fanuc-Stand, um die neue 450-t-SGM zu sehen“, räumt Gianluca Tristo ein, Fanuc's Robonano-Experte, „aber sie werden sich beim Anblick der neuen Robonano-α-NMiA nicht entgehen lasssen.“ Diese neue ultrapräzise Werkzeugmaschine wurde, wie es weiter heißt, speziell für die 5-Achsen-Diamantbearbeitung von Freiformoberflächen entwickelt. Das passe sehr gut zur Spritzgießindustrie, weil Fanuc nun eine deutlich erweiterte Produktpalette anbieten kann, die insbesondere die Polymer verarbeitende Prozesskette abdecke. Tatsächlich verfügen die Fanuc-Roboshot-Anwender jetzt über die passenden Arbeitsmittel, mit denen hochwertige Formeinsätze – von Robodrill vorbearbeitet und mit Robonano-Ultrafinish versehen – zu Präzisionsbauteilen montiert werden, die mit Robocut drahterodierbar sind. Dieser Industrie bietet Robonano mit ihrer 0,1 nm messenden Sollwertauflösung eine starke Alternative zum manuellen Polieren von Formeinsätzen, wie Fanuc betont. Selbstverständlich dienten Fanuc-Roboter auch dazu, die Prozessautomatisierung weiter zu treiben. Während der Messe zeigt eine Robonano-α-NMiA die Echtzeitbearbeitung eines komplex geformten Werkzeugeinsatzes für die Automobilindustrie. Ferner würden verschiedene Anwendungen gezeigt, wie zum Beispiel eine Oberflächenstrukturierungen mit holografischen Effekten, die Veredelung von hochpräzisen Oberflächen in optischer Qualität und die Bearbeitung verschiedener Materialien einschließlich Werkzeugstahl.

Kompakte Fertigungszelle mit Roboterhandling

Am Beispiel einer kompakten Fertigungszelle demonstriere der Aussteller auch ein Hightech- und Großserienfertigungskonzept, das saubere Maschinen für Reinraumanwendungen durch robotisierte Aktionen bedient. Ein Trend, der heute zum Beispiel seitens Medical-Device- und anderen technischen Branchen vorangetrieben werde. Robotec-Plasticmate und eine Fanuc-Roboshot-α-S100iA wirken dabei in einer kompakten und flexiblen Fertigungszelle zusammen, inklusive Variotherm-Funktion: Veränderungen der Formtemperatur im Verlauf eines Zyklus verbessern dabei die mechanischen Eigenschaften des Formteils. Die variierend geregelte Temperatur der Kavitätenoberfläche erhält laut Fanuc nicht nur eine niedrige Viskosität der Kunststoffschmelze bis zur vollständigen Formfüllung aufrecht, sie ermöglicht auch spezielle Oberflächeneffekte. Ein sechsachsiger Fanuc-LR-Mate-Roboter, kombiniert mit einer Linearachse, entnimmt danach die Teile, heißt es. Die so produzierten Deckel und passenden Unterschalen werden anschließend in einem Trace-Puffer definiert abgelegt und später montiert. Die Zusammenarbeit zwischen dem LR-Mate-Roboter und einem arbeitsteilenden CR-7iA-Roboter endet an der Ausgabestation, wo die Besucher die fertigen Teile in Empfang nehmen können, wie Fanuc erläutert.

Nichts geht mehr ohne smarte Technik...

...Und deshalb, heißt es, gibt es in einem Bereich auf dem Stand die sogenannte „IOT Corner“, auf der der Besucher verfolgen kann, wie Fanuc das neue Euromap-77-OPC-UA-Interface in Kooperation mit dem TIG-“Authentig”-MES-System beherrscht. Der Betrachter siehe in Echtzeitqualität die Maschinen- und Auftragsstatusüberwachung aller Maschinen und der Roboterzelle – in Übereinstimmung mit Industrie-4.0-Vorgaben sowie -Anforderungen. Das System Roboshot-Linki werde den Besuchern dabei live demonstriert.

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