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Biegezelle

Roboter biegt die schwierigen Teile

| Autor: Stéphane Itasse

In der Biegezelle bearbeitet der Roboter Teile mit besonderen Anforderungen oder solche, die besonders groß, schwer oder schlecht zu halten sind.
In der Biegezelle bearbeitet der Roboter Teile mit besonderen Anforderungen oder solche, die besonders groß, schwer oder schlecht zu halten sind. (Bild: Itasse)

Elektrik braucht Blech zu ihrem Schutz. Häufig geht es dabei sogar um sicherheitsrelevante Bauteile, entsprechend präzise müssen sie dann hergestellt werden. Ein Roboter kann dabei helfen – der Mensch mit seiner Erfahrung bleibt dennoch unverzichtbar.

Ob Stromrichtercontainer für die Bahnindustrie, Gehäuse für Industriestromrichter oder Stromschienen: Bei den Produkten von Sykatec ist eine hohe Präzision gefordert. Das Unternehmen, vor 15 Jahren als Tochtergesellschaft von Siemens ausgegründet, begleitet als Systempartner für den Schienenfahrzeugbau, die Stromrichterindustrie oder die Metallverarbeitung seine Kunden von der Entwicklung bis zur logistikkonformen Belieferung.

Die Komponenten beinhalten meist Blechbiegeteile – und das in großer Vielfalt: Allein 2015 waren es über 15.000 verschiedene Teile, die nach Kundenvorgaben gefertigt wurden. „Ob Stahl, Aluminium, Kupfer – es ist alles dabei“, sagt Gerd-Friedrich Witthus, Geschäftsführer von Sykatec. Viele Produkte in den Schienenfahrzeugen sind sicherheitsrelevant – entsprechend genau müssen die Blechbiegeteile produziert werden. „Wenn wir beispielsweise Gewinde zur Befestigung von Leiterplatten in den Biegeteilen haben, müssen wir mit einer Genauigkeit von 1/10 mm produzieren, auch über die Biegekanten“, erläutert Markus Jordan, Meister in der Produktion von Sykatec: „Wenn die Teile bei der Montage geschraubt oder genietet werden, müssen die Löcher genau passen, da kann nicht nachgearbeitet werden.“

„Das Biegen ist für uns eine Schlüsseltechnologie, weil wir zusammen mit der Konstruktion Teile zusammengefasst haben – statt zwei oder drei Teilen haben wir nur noch eines. Dadurch wird ein Biegeteil komplexer“, sagt Witthus. Bis zu 20 Biegungen kann ein Teil bei Sykatec haben, üblicherweise sind es zwischen zwei und acht.

Teile mit besonderen Anforderungen kommen in die Biegezelle

Bei der Biegezelle handelt es sich um eine Trubend Cell 5000 von Trumpf. Laut Hersteller bietet sie eine produktive und flexible Automatisierung für ein möglichst breites Teilespektrum bei einer konstant hohen Teilequalität. „Von unseren Abkantpressen haben wir bisher eine mit einem Roboter automatisiert, wir haben aber noch zehn weitere“, berichtet Witthus. In der Biegezelle bearbeitet das Unternehmen vor allem Teile mit besonderen Anforderungen an Maßhaltigkeit und Oberflächengüte.

Der Roboter namens Bendmaster hat zwei flexible Greifersysteme, mit denen er die Bleche und Teile aufnehmen kann: Für Kleinteile gibt es eine Zange, für größere individuell angefertigte Sauggreifersysteme. Bei Aufnahme des Blechs mit der Zange wird es so bereitgestellt, dass die Zange positionsgenau greifen kann. Beim Sauggreifer erfasst zunächst eine Kamera die exakte Position des Blechs, damit es der Roboter richtig aufnehmen kann. „Der Vorteil bei der Zangenaufnahme ist, dass es schneller geht, weil der Messvorgang entfällt, der Nachteil ist, dass das nur bei Kleinteilen funktioniert“, sagt Jordan. Dafür müssen beim Sauggreifer die Teile nicht exakt gestapelt werden, da die Kamera dies optisch vermisst.

Biegezelle erfordert durchdachtere Bereitstellung der Teile

Die Teilbereitstellung ist nach seinen Angaben für die Biegezelle nicht unbedingt komplizierter – nur durchdachter. „Am Vorgängerarbeitsplatz muss man die Bleche entsprechend genauer vorbereiten“, erläutert der Meister.

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