Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Robotik-Forschungsprojekt

Roboter, die Menschen ansprechen und um Hilfe bitten

| Redakteur: Beate Christmann

Eine Tür als unüberwindbares Hindernis für Assistenzroboter: Im Forschungsprojekt Frame wollen Wissenschaftler Robotern beibringen, Menschen als Unterstützer zu identifizieren und sie um Hilfe zu bitten.
Eine Tür als unüberwindbares Hindernis für Assistenzroboter: Im Forschungsprojekt Frame wollen Wissenschaftler Robotern beibringen, Menschen als Unterstützer zu identifizieren und sie um Hilfe zu bitten. (Bild: TU Ilmenau)

Firma zum Thema

Im Verbundprojekt Frame wollen Wissenschaftler der TU Ilmenau Robotern beibringen, Menschen anzusprechen, damit diese ihnen in bestimmten Situationen zur Hand gehen können. Gemeinsam mit weiteren Partnern aus Forschung und Industrie ist es das Ziel, dass Roboter Menschen als mögliche Unterstützer erkennen, Kontakt zu ihnen aufnehmen und sie dazu motivieren, ihnen zu helfen.

Roboter sollen Menschen in der Regel die Arbeit abnehmen und erleichtern. Häufig sind sie dabei jedoch auf menschliche Unterstützung angewiesen. Das nun gestartete Forschungsprojekt Frame („Assistierte Fahrstuhlnutzung und Raumzutritt für Roboter durch Einbeziehung von Helfern“), das von der TU Ilmenau angeführt wird, will Robotern deswegen nun beibringen, zufällig in ihrer Nähe befindliche Personen zu erkennen, aktiv mit ihnen Kontakt aufzunehmen und sie um Hilfe zu bitten.

Alltagsprobleme: Türen öffnen, Fahrstühle benutzen

Moderne Assistenzroboter scheitern im Alltag daran, Türen zu öffnen, die ihnen den Weg versperren, oder Fahrstühle zu benutzen. Damit sie von Robotern bedient werden können, müssen Türen und Fahrstühle derzeit mit einer Fernsteuerung nachgerüstet werden, oder die Roboter werden mit Manipulatoren ausgerüstet, um selbst aktiv werden zu können. Beide Methoden sind aber kaum praxistauglich, weil die Nachrüstung zeit- und kostenaufwändig ist. Im Projekt Frame will man dieser Problematik nun Herr werden.

Damit Roboter in Alltagssituationen erfolgreich agieren können, erfordern diese beiden Handlungen von ihnen innovative Grundfertigkeiten: eigenständig zu erkennen, welche Aktionen erforderlich sind; Personen zuverlässig wahrzunehmen; zu ermitteln, ob diese potenziellen Helfer bereit sind, sie zu unterstützen; sich im Umfeld mehrerer Personen sicher zu bewegen; einen Dialog zu führen und den konkreten Unterstützungsbedarf zu äußern. Sind Roboter zu all dem in der Lage, eröffnet sich ihnen in Zukunft eine Vielzahl von Einsatzfeldern: in Kliniken und Pflegeheimen, in Behörden und öffentliche Gebäude bis hin zum Handel, dem Hotel- und Gaststättengewerbe und der industriellen Produktion.

Vom Bundesforschungsministerium gefördertes Verbundprojekt

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in einem Wettbewerb im Rahmen des Förderschwerpunktes „Autonome Roboter für Assistenzfunktionen: Interaktive Grundfertigkeiten“ ausgewählt worden und wird bei Gesamtkosten von 1,77 Mio. Euro mit 1,59 Mio. Euro für dreieinhalb Jahre gefördert.

Partner des Projekts:

  • TU Ilmenau, Fachgebiet Neuroinformatik und Kognitive Robotik (Koordinator)
  • RWTH Aachen, Fachgebiet Computer Vision
  • Cibek Technology + Trading, Limburgerhof
  • Sibis Institut für Sozialforschung und Projektberatung, Berlin
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund
  • UST Umweltsensortechnik, Geschwenda
  • Metra-Labs, Ilmenau
  • Rudolf Elle Waldkrankenhaus, Eisenberg

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44815142 / Montage/Handhabung/Robotik)

Themen-Newsletter Automatisierung abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung und AGB einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

Werkzeugmaschinenbauer SHW meldet Insolvenz an

SHW Werkzeugmaschinen

Werkzeugmaschinenbauer SHW meldet Insolvenz an

17.05.18 - Die SHW Werkzeugmaschinen GmbH hat vorgestern einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt, heißt es. Dieser Schritt sei unausweichlich geworden, nachdem der Versuch, das Unternehmen zu restrukturieren, trotz voller Auftragsbücher gescheitert sei. lesen

Antriebssystem für die nächste Generation

Elektromechanischer Antrieb

Antriebssystem für die nächste Generation

14.05.18 - Durch die Digitalisierung, Flexibilisierung und Individualisierung der Industrie werden sich die heutigen Produktionsprozesse grundlegend verändern. Die Smart Factory von morgen ist flexibel, modular und mobil. Ein omnidirektionales Antriebssystem macht Roboter fit für diese Herausforderungen. lesen

Feinschneiden bietet im Vergleich zum Stanzen wesentliche Vorteile

Grundlagenwissen

Feinschneiden bietet im Vergleich zum Stanzen wesentliche Vorteile

17.05.18 - Das Stanzen hat seit vielen Jahren seine Tauglichkeit als formgebendes Trennverfahren zur Herstellung von Serienteilen bewiesen. Immer leistungsfähigere Maschinen und Automaten sind hoch produktiv. Dennoch wird immer öfter das Feinschneiden gewählt, weil durch den Glattschnitt eine Nachbearbeitung entfällt. lesen