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Automatica 2010

Roboter erobern die Medizintechnik

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In weiteren Applikationen der Medizintechnik bewähren sich Stäubli-Roboter seit Jahren. Sei es bei der Zusammenstellung von toxischen Präparaten für Chemotherapien, bei der ein Sechsachser die einzelnen Bestandteil an Zytostatika hochgenau dosiert und flexibel abfüllt, oder bei der Herstellung medizintechnischer Produkte aus Kunststoff mit Spritzgießmaschinen. Das Teilespektrum ist dabei breit gefächert und reicht von Medikamentenzuführsystemen wie Spritzen, Infusionssets, Transfusions- und Dialyseequipment über Zentrifugen, Blutfilter, Inhalatoren, Diabetes-Care-Produkte bis hin zu Implantaten.

Mit dem Roboter Patienten präzise bewegen

Dass man auch bei der Roboterschmiede Kuka längst nicht mehr nur auf Standard-Industrieapplikationen fokussiert, beweisen die Augsburger mit wegweisender Robotertechnologie für modernste Strahlentherapieverfahren. Gemeinsam mit Siemens Health Care ist es gelungen, ein hochpräzises Patienten-Positionierungssystem zu entwickeln, das im kürzlich eröffneten Heidelberger-Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT zum Einsatz kommt.

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Bei der dort angewandten Therapie trifft ein Partikelstrahl aus Kohlenstoff-Ionen oder Protonen millimetergenau den Tumor des Patienten ohne das angrenzende Gewebe zu schädigen. Dank seiner sechs Freiheitsgrade kann der Kuka Roboter, der die Basis des Systems bildet, Patienten flexibel und präzise bewegen, was mit konventionellen Patiententischen nicht gelingt.

Bei der Patientenpositionierung bestand die Herausforderung vor allem darin, die notwendige Präzision und ein Höchstmaß an Sicherheit zu garantieren: „Dafür mussten wir eine ganze Reihe von Komponenten des Roboters anpassen. Aber es hat sich gelohnt; die Leistungsfähigkeit des Patienten-Positionierers ist bislang einzigartig“, berichtet Ralph Berke, Leiter des Bereichs Medizinrobotik bei Kuka Roboter. „Eine tonnenschwere Maschine bringt einen Patienten mit einer Genauigkeit im Submillimeter-Bereich in Stellung und kann bei Bedarf in Zehntel-Millimeter-Schritten die Position korrigieren. Damit setzen Siemens und Kuka Roboter einen neuen Standard.“

Kuka-Roboter zum Schleifen und Polieren von Implantaten

Aber auch in anderen Bereichen der Medizintechnik kommen Kuka-Roboter seit Jahren erfolgreich zum Einsatz. So übernehmen zwei Sechsachser das vollautomatische Schleifen und Polieren von Implantaten. Dabei arbeiten die zwei Roboter beim Handling der Hüftprothesenschäfte quasi Hand in Hand. Der Hersteller Aesculap freut sich über gestiegene Produktivität sowie über reproduzierbare und einheitlich hohe Qualität.

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