Recycling Roboter schützen Arbeiter beim Recycling von LCDs

Autor / Redakteur: Pia Schäble / Andrea Gillhuber

Recycling gewinnt mehr an Bedeutung beim Sichern wertvoller Rohstoffe ein. Doch Produkte wie LCDs enthalten auch Gefahrenstoffe wie Quecksilber. Roboter zerlegen diese Bildschirme automatisch und schützen damit die Gesundheit der Arbeiter.

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Zunächst werden die Bildschirme auf einem Förderband in einen geschlossenen Verarbeitungsraum befördert. Vier verschiedene Arretierarme zentrieren die Geräte mit unterschiedlichen Baugrößen und heben sie anschließend in die Endposition für den Bearbeitungsprozesses.
Zunächst werden die Bildschirme auf einem Förderband in einen geschlossenen Verarbeitungsraum befördert. Vier verschiedene Arretierarme zentrieren die Geräte mit unterschiedlichen Baugrößen und heben sie anschließend in die Endposition für den Bearbeitungsprozesses.
(Bild: Erdwich)

Ersten Hochrechnungen zufolge werden im Jahr 2016 in Deutschland etwa 3 Mio. LCD (Liquid Crystal Display) dem Recycling zugeführt. Diese enthalten jedoch oftmals noch eine quecksilberhaltige Hintergrundbeleuchtung und sind deshalb im Sinne der AVV (Abfallverzeichnis-Verordnung) als „gefährliche Abfälle“ und im Elektro-Gesetz unter der Sammelgruppe 3 einzustufen. Daneben sind wertvolle Rohstoffe wie Metalle oder Kunststoffe darin verarbeitet, die möglichst schonend zurückgewonnen werden sollen. Aus Mangel an geeigneten automatisierten Verfahren konnten die Geräte bisher jedoch nur aufwendig per Hand auseinander genommen werden, was die Gesundheit der Arbeiter gefährdete. Der Recyclingexperte Erdwich Zerkleinerungssysteme bietet nun eine Alternative: Das Kauferinger Unternehmen hat ein Verfahren zur automatischen Aufbereitung von LC-Bildschirmen entwickelt, sodass Quecksilber und wertvolle Rohstoffe einfach entnommen und umweltschonend wiederverwertet werden können.

Aufbau eines LCD

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Je nach Art des Geräts bestet ein Flachbildschirm aus bis zu sieben Schichten.In den Bildschirmen finden sich neben der wertvollen Metallverbindung Indium-Zinn-Oxid (ITO) auch Quecksilber in der Hintergrundbeleuchtung. Laut Gesetzgeber müssen die Geräte deshalb so behandelt werden, dass weder Natur noch Mensch durch den giftigen Stoff belastet werden. Da das Umweltbundesamt Verwertungsquoten für Elektroschrott festgelegt hat, dürfen die Bildschirme nicht auf Mülldeponien entsorgt werden.

Für Maschinen war das Zerlegen bisher zu komplex, sodass diese manuell erfolgte. Besonders die Demontage von LCDs mit flächiger Hintergrundbeleuchtung war bisher mit einem hohen Zeitaufwand verbunden: „Allein um die Gehäusehälften zu trennen, müssen bis zu 30 Schrauben entfernt werden. Je nach Aufbau des Bildschirmes und Art der Hintergrundbeleuchtung dauert die Zerlegung durch geschultes Personal so zwischen acht und 20 Minuten“, erklärt Harald Erdwich, Leiter Vertrieb und Marketing beim Recyclingspezialisten.

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