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U. I. Lapp

Robustes Kabel widersteht statischer Aufladung

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Die gesetzlichen Vorgaben sind in der Atex-Richtlinie 2014/34/EU zu finden. Sie beschreibt den Explosionsschutz auf europäischer Ebene. Die Umsetzung der Atex-Richtlinie erfolgt in jedem europäischen Mitgliedsstaat in eigenen nationalen Gesetzen und Verordnungen. Auf deutscher Ebene erfolgt dies durch die Explosionsschutzverordnung (11. ProdSV) sowie die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Daraus leiten sich die TRGS (Technische Regeln für Gefahrstoffe) ab.

Die neue antistatische Leitung von Lapp bewegt sich innerhalb dieser Vorgaben. Dies wurde bei umfangreichen Messungen im hauseigenen Testlabor in Stuttgart nachgewiesen, wo harte klimatische Bedingungen wie Trockenheit, Feuchte, Hitze und Kälte simuliert werden. Produziert wird das Kabel bei Lapp Muller in Grimaud (Frankreich), wo die Lapp-Gruppe die Fertigung von Sonderkabeln konzentriert hat.

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Patentgeschützte Mixtur

Um diese antistatische Wirkung zu erzielen, haben die Lapp-Ingenieure die Zusammensetzung des Kabelmantels verändert. Er besteht aus einem Kunststoff mit einem Additiv, das die Leitfähigkeit erhöht. Die Mixtur ist patentgeschützt. Lapp hat mit dem Hersteller des Additivs, einem großen Kunststoffhproduzenten, eine Exklusivvereinbarung: Derzeit darf nur Lapp dieses Material für Kabel nutzen.

Die eigentliche Herausforderung bei der Entwicklung war, die genannten Voraussetzungen zur Vermeidung von Zündgefahren zu erfüllen und gleichzeitig auch die NEK TS 606:2016, eine besonders strenge Norm, die Eigenschaften von marinen Kabeln und den Schutz gegen Bohrschlamm regelt. Beide Eigenschaften zu vereint zu haben, ist die eigentliche Innovation.

Schutz entlang des ganzen Kabels

Mit dem neuen Kabelmantel haben es Konstrukteure nun leichter. Er führt keine statische Elektrizität mehr. Das Schutzkonzept erstreckt sich über das gesamte Kabel. In besonders gefährdeten Anwendungen lässt sich die antistatische Wirkung des Kabelmantels durch metallische Kabelverschraubungen an Schaltschränken wie Skintop Brush noch steigern. Die Ladungsträger auf dem Kabelmantel werden über diese Verbindung zusätzlich abgeleitet, ähnlich wie bei einer Erdung über Metallbänder.

Das ableitfähige Material, das Lapp entwickelt hat, ist universell als Kabelmantel geeignet. Auf Nachfrage liefert Lapp die Anschluss- und Steuerleitung Ölflex 865P ebenfalls mit diesem Mantelmaterial. Diese Leitung ist beständig gegen Öl- und Bohrschlamm nach NEK TS 606:2016, eignet sich für hohe Beanspruchungen in Energieführungsketten und ermöglicht die platzsparende Verlegung dank reduziertem Außendurchmesser. Aber auch andere Kabeltypen können von Lapp bei Bedarf mit den antistatischen Eigenschaften angeboten werden.

* Werner Körner ist Leiter Technik & Entwicklung bei der U. I. Lapp GmbH in 70565 Stuttgart

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