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Jubiläum

Rohrspezialist und Laserhersteller verbindet eine 25-jährige Partnerschaft

| Redakteur: Frauke Finus

Über mehrere Kilometer erstrecken sich die 19 Fertigungshallen durch die Gemeinde Hellenthal. Hier am Rande der Eifel arbeiten mehr als 1000 Mitarbeiter in den zahlreichen Produktionsstätten des Schoeller Werks, einem Hersteller längsnahtgeschweißter Edelstahlrohre. Seit der Installation der ersten Laserschweißanlage vor 25 Jahren besteht eine enge Partnerschaft zwischen Schoeller Werk und den Hamburger Laserspezialisten von Rofin.

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Das PWS ist ein komplettes Laserschweißsystem für Rohre und Profile mit integrierter Prozesssensorik zur Schweißspalt-Erkennung und -Verfolgung.
Das PWS ist ein komplettes Laserschweißsystem für Rohre und Profile mit integrierter Prozesssensorik zur Schweißspalt-Erkennung und -Verfolgung.
(Bild: Rofin)

Das Schoeller Werk blickt auf eine nahezu 200jährige Firmengeschichte zurück, in der sich das Unternehmen durchgängig in Familienbesitz befand und dem Hellenthaler Standort treu geblieben ist. Nach den Anfängen als Eisenhütte nahm man 1959 die erste WIG-Rohrschweißstraße zur Herstellung längsnahtgeschweißter nichtrostender Edelstahlrohre in Betrieb. Das Schoeller Werk etablierte sich schnell und verkaufte seine Rohre unter anderem an die chemische Industrie sowie im Apparate- und Anlagenbau. Mit der Einführung der Serienproduktion von Rohren aus ferritischen und austenitischen Stählen für Automobil-Abgasanlagen im Jahr 1975 fassten die Eifler bald Fuß in dem wichtigen Markt der Automobilindustrie, der gegenwärtig rund 50 % des Umsatzes ausmacht.

Heute, 57 Jahre nach der Inbetriebnahme der ersten Anlage, produzieren 109 Schweißstationen mehr als 90 Mio. Meter Rohr pro Jahr und erwirtschaften 2015 einen Umsatz von rund 220 Mio. Euro.

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Mit der Weiterentwicklung der Autos in den folgenden 1980iger Jahren stiegen die Anforderungen an die verbauten Rohre, welche sich unter anderem durch Biegen den kompakteren Karosserien anpassen sollten. Da sich WIG geschweißte Rohre nicht oder nur bedingt zum Biegen eigneten, musste eine neue Fügetechnik her: der Laser. Das Laserschweißen hat viele Vorteile: der Schweißprozess weist geringe Wärmeeinflüsse auf, was sich unter anderem in einer schmalen Wärmeeinflusszone, einem geringen Abbrandverhalten bzw. einer minimalen Entmischung von Legierungselementen zeigt. Die feinkörnige Struktur der schmalen Schweißnaht erlaubt hohe Umformgrade auch ohne die oftmals im WIG-Schweißen erforderlichen Wärmebehandlungen und ist zudem bis zu dreimal schneller als konventionelle Methoden.

Auftakt: Laserschweißen

Hubert Reder, langjähriger Mitarbeiter und heute Leiter der Instandhaltung bei Schoeller Werk, beendete zu dieser Zeit sein Maschinenbaustudium. Mit seiner Diplomarbeit zum Thema Laserschweißen von Rohren traf er auf offene Ohren seiner Geschäftsleitung. „Meine Erfahrungen aus dem Studium und der Diplomarbeit kamen gerade zur richtigen Zeit“, sagt Hubert Reder rückblickend. Der Eifler legt auf dem firmeneigenen Fahrrad täglich viele Kilometer zwischen den Fertigungshallen zurück, in denen auch die Laserrohrfertigung betreut, deren Leiter er vormals war.

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