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Zukunftsflugzeug Solar Impulse Rund um die Welt – nur mit Sonne im Tank

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

Ohne einen Tropfen Treibstoff die Erde umrunden – eine Vision, die nun Realität wird. Das Zukunftsflugzeug Solar Impulse soll dies im laufenden Jahr nur mit Hilfe von Sonnenergie schaffen. Dazu muss es besonders leicht und stabil sein. Spezialkunststoffe von Bayer Material Science machen dies möglich.

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Bernd Rothe und Bertrand Piccard mit der Solar Impulse.
Bernd Rothe und Bertrand Piccard mit der Solar Impulse.
(Bild: Bayer Material Science)

Die Flügel haben mit 72 m die Spannweite der größten Passagierflugzeuge, doch in die winzige Kabine darunter passt nur eine einzige Person – der Pilot. Es ist ein ganz besonderer Flieger, der zu einer ebenso einzigartigen Mission antritt: der ersten bemannten Erdumrundung ohne Treibstoff. Angetrieben nur von der Kraft der Sonne, soll das Ultraleichtflugzeug „Solar Impulse 2“ (Si2) diese Pioniertat zwischen Frühjahr und Sommer 2015 vollbringen. Ins Leben gerufen wurde das Projekt vor mehr als zehn Jahren von den Schweizern Bertrand Piccard und André Borschberg. Sie wollen damit zeigen, welch enormes Potenzial neue Technologien für Energieeffizienz und erneuerbare Energien haben.

Innovative Werkstoffe

Ab 2010 demonstrierten die beiden dies bereits mit einem Vorläufermodell, das bewies, dass man Tag und Nacht nur mit Solarenergie fliegen kann, und zahlreiche Testflüge erfolgreich absolvierte. Zunächst in Europa – von der Schweiz aus ging es unter anderem nach Paris und Brüssel, später nach Spanien und Marokko. 2012 folgte die Überquerung der USA. Im April 2014 wurde das dann entscheidende zweite Flugzeugmodell präsentiert, das von mehr als 17.000 Solarzellen auf den Flügeln angetrieben wird. Das Gelingen hängt auch stark von den passenden Werkstoffen ab. Denn der Flieger muss sehr leicht sein, um das Gewicht der Batterien auszugleichen. Diese speichern den Strom aus den Solarzellen, damit die Solar Impulse auch nachts in der Luft sein kann. Und sie muss sehr stabil sein, damit sie den extremen Bedingungen in großer Höhe standhält.

Bayer Material Science, das seit 2010 offizieller Partner des Projekts ist, hat für beide Flieger innovative, maßgeschneiderte Kunststoffe entwickelt, die in den deutschen Werken hergestellt werden. Darüber hinaus ist das Unternehmen beim zweiten Flugzeug für die komplette Gestaltung der Cockpithülle verantwortlich. Dafür stellt Bayer Material Science unter anderem einen neuartigen, extrem leistungsfähigen Dämmstoff bereit. Hocheffiziente Dämmung ist für das Flugzeug besonders wichtig, weil es extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Aber auch andere Materialien und Lösungen von Bayer Material Science kommen zum Einsatz. Beispielsweise dünne Platten aus dem transparenten Hochleistungskunststoff Polycarbonat für das Cockpitfenster oder Polyurethan-Hartschaum zur Dämmung der Batterien. Hinzu kommen Rohstoffe für Klebstoffe und für die glänzende silberne Beschichtung, mit der weite Teile des Flugzeugs überzogen sind.

Dr. Bernd Rothe ist der Projektleiter aufseiten von Bayer, er verfolgt die Erdumrundung derzeit mir Argusaugen:„Ich stehe in einem engen Austausch mit dem Team von Solar Impulse und beobachte das Geschehen täglich. Zwar gab es Querelen mit den Behörden in Indien, der ersten großen Station nach dem Start. Doch technisch hat offenbar alles bestens

geklappt. Wozu sicherlich auch unsere Werkstoffe beigetragen haben.“

Fliegendes Labor

Solche Materialien stellt das Bayer Material Science auch anderen Märkten und Branchen zur Verfügung – etwa für Leichtbau in der Automobilindustrie, zur Dämmung von Gebäuden und für das Wärmemanagement in der Unterhaltungselektronik. Letzten Endes ist das Engagement bei Solar Impulse auch für die Weiterentwicklung

solcher Schlüsselsektoren von Nutzen: Mit dem „fliegendem Labor“ kann Bayer Material Science seine bestehenden Produkte und Lösungen weiter verbessern, Neues erproben und so zu neuen Anwendungsmöglichkeiten gelangen.

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