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Russland und Ägypten halten Großanlagenbau auf Kurs

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Deutscher Kraftwerksmarkt für Großanlagenbauer zusammengebrochen

Wie sehr die Branche mittlerweile auf das Auslandsgeschäft angewiesen ist, zeigt die Blick ins Inland: Hier ist die Anlagennachfrage 2015 um 29 % auf 2,6 Mrd. Euro (2015: 3,7 Mrd. Euro) zurückgegangen. Erstmals seit mehr als 30 Jahren lag das nominale Auftragsvolumen damit unter der Marke von 3 Mrd. Euro. Der Hauptgrund für diesen Rückgang ist der Zusammenbruch des deutschen Marktes für den Neubau fossiler Kraftwerke. Doch auch in den Prozess- und Grundstoffindustrien werden aufgrund von Überkapazitäten, hohen Energiepreisen und Regulierungsvorschriften derzeit kaum Großprojekte realisiert.

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Die Erwartungen der Kunden an den Großanlagenbau wachsen vor dem Hintergrund des Wettbewerbsdrucks aus Asien und der stagnierenden Anlagennachfrage kontinuierlich. Neben die Bewertungskriterien Preis, Zeit und Qualität sind in den letzten Jahren weitere Faktoren wie HSE-Expertise, Anlagenservice und vereinzelt auch der Anlagenbetrieb getreten. Nowicki berichtet: „Mitunter sind sogar Eigenkapitalbeteiligungen durch Anlagenbauer aus Risikogesichtspunkten oder zur Schließung temporärer Finanzierungslücken beim Kunden notwendig.“ Ferner haben sich auch die vertraglichen Bedingungen weltweit verschärft.

Die AGAB-Mitglieder reagieren auf diese Wünsche nach eigenen Angaben umfassend. Sie bauen ihre Kompetenzen im Projekt- und Risikomanagement aus und behalten auch das Chancenmanagement im Auge. Überdies hat die Branche im Einsatz von Industrie 4.0 einen wichtigen Hebel erkannt, um die Effizienz ihrer Prozesse zu steigern. Eine aktuelle AGAB-Studie weist auf hohe Potenziale von Industrie 4.0 vor allem in der Logistik, auf der Baustelle und im Engineering hin. Gleichzeitig bereiten die Unternehmen ihre Mitarbeiter auf die neuen Erfordernisse vor.

Großanlagenbauer setzen stärker auf den Service

Ein weiterer Ansatzpunkt zur Stärkung der Wettbewerbsposition ist der Ausbau des Servicegeschäfts. Derzeit liegt der Anteil der Serviceleistungen am Gesamtumsatz im Großanlagenbau bei 16 %. Die Planungen der AGAB-Mitglieder sehen vor, diese Quote bis 2019 im Branchenschnitt auf mehr als 20 % zu steigern. Die Anlagenbauer haben somit die Chancen des Servicegeschäfts erkannt und nutzen das Potenzial konsequent. Nowicki sagt: „Neben der Stabilisierung der Umsätze und einer Verbesserung der Marge sind es vor allem die direkten Kundenkontakte und der damit verbundene Einblick in die Bedürfnisse der Anlagenbetreiber, die das Servicegeschäft für den Großanlagenbau so attraktiv machen.“ Von den Erfahrungen aus den anlagennahen Serviceaktivitäten profitieren letztendlich auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der AGAB-Unternehmen.

Die Markterwartungen im Großanlagenbau sind verhalten optimistisch. Zwar rechnen die AGAB-Mitglieder angesichts der anhaltend schwachen Investitionsneigung in China, der Rezessionen in Russland und Brasilien, der Vielzahl an regionalen Konflikten sowie dem zunehmenden Wettbewerb aus Asien nicht mit einer grundlegenden Trendwende im Auftragseingang. Dennoch scheint immerhin ein leichter Anstieg der Nachfrage möglich zu sein. Insbesondere der Iran, die USA und Südostasien bieten dem Großanlagenbau interessante Perspektiven. „Der von den Unternehmen betriebene Ausbau des Servicegeschäfts, eine wachsende Nachfrage nach Betreibermodellen sowie die Nachrüstung bestehender Fabriken mit Industrie-4.0-Techniken versprechen darüber hinaus weltweit steigende Umsätze“, lautet das Fazit von Nowicki.

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