Absturzgefahr

Russlands Luftfahrt trudelt ohne westliches Know-how

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Kommt das schleichende Aus für Russlands Luftfahrt?

Mittelfristig könnte trotz aller russischen Gegenmaßnahmen die regelmäßige Wartung der Jets zum Problem werden, die bis zum Ukraine-Krieg die Aufgabe international zertifizierter Dienstleistungsspezialisten war. Der Weltmarktführer Lufthansa Technik etwa hat nach eigenen Angaben vor Putins Angriff auf die Ukraine rund 400 Jets im Auftrag von rund einem Dutzend russischer Airlines gewartet, sich aber nach Sanktionsstart zurückgezogen. In den russischen Niederlassungen stehe noch einiges Material, das für einige Wochen Betrieb reichen könnte, danach ist aber Schluss. In der vergangenen Woche hatte eine russische Airline sogar noch eine Lastwagenladung Material zurückgeschickt, wie ein Sprecher in Hamburg bestätigte. Natürlich könnte man in Russland die Wartungsintervalle verschleppen, improvisieren und Flugzeuge ausschlachten. Der Iran hat immerhin über dreieinhalb Jahrzehnte US-Sanktionen so überbrückt. Das zahlte man aber mit einer ständig schrumpfenden Flotte, die zudem aus Sicherheitsgründen kaum noch irgendwo landen durfte – der Albtraum jeder Luftsicherheitsbehörde.

Russland versucht von westlicher Technik unabhängig zu werden

Wir erinnern uns: Russlands einst stolze Luftfahrtindustrie hat sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr richtig erholt, trotz Entwicklung des Suchoi-Superjet 100, der aber vor allem mit Pannen und Problemen Schlagzeilen machte und international floppte. Und auch beim Mittelstreckenjet MS-21, der dem Airbus A320neo und der Boeing 737 Max Konkurrenz machen sollte, kam es zu jahrelangen Verzögerungen.

Dabei steckt in den Maschinen an vielen Stellen westliche Technik. So steuert der französische Triebwerksbauer Safran wesentliche Teile des Superjet-Antriebs bei. Und die MS-21 gleitet durch den Getriebefan-Antrieb der Hersteller Pratt & Whitney aus den USA und MTU aus Deutschland durch die Lüfte. Gäbe es für sie keine russische Alternative, würden die jetzigen Sanktionen dem Flugzeugtyp den Garaus machen, glauben Experten. Allerdings haben die Russen inzwischen ein eigenes Triebwerk für die MS-21 entwickelt. Und auch der Superjet soll einen russischen Antrieb bekommen. Mit den Folgen von Sanktionen kennt sich Russlands Luftfahrtindustrie außerdem aus. Denn seit 2019 durfte sie aus den USA und Japan keine Verbundwerkstoffe für die MS-21 mehr importieren – wieder ein Aspekt, dem man sich nun in Russland selber widmet.

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