Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Stahl

Salzgitter sieht Talsohle durchschritten

24.08.2009 | Redakteur: Stéphane Itasse

Ladenhüter Stahl: Die schwache Stahl-Nachfrage hat dem Salzgitter-Konzern im ersten Halbjahr 2009 einen deutlichen Verlust beschert. Bild: Stahl-Online
Ladenhüter Stahl: Die schwache Stahl-Nachfrage hat dem Salzgitter-Konzern im ersten Halbjahr 2009 einen deutlichen Verlust beschert. Bild: Stahl-Online

Der Stahlkonzern Salzgitter AG hat im zweiten Quartal erhebliche Einbußen beim Umsatz hinnehmen müssen und ist in die Verlustzone gerutscht. Allerdings erwartet das Unternehmen, dass es im zweiten Halbjahr wieder moderat aufwärts geht.

Der Konzern-Außenumsatz verringerte sich laut Salzgitter angesichts deutlich reduzierter Absatzmengen und fallender Erlöse in nahezu allen Produktsegmenten um 34% auf 4125,7 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2008: 6233,4 Mio. Euro). Der Salzgitter-Konzern schrieb im ersten Halbjahr 195,2 Mio. Euro Verlust vor Steuern (erstes Halbjahr 2008: plus 646,4 Mio. Euro). Mit diesem Resultat seien auch nennenswerte bilanzielle Anpassungen von Vorratsbewertungen schwerpunktmäßig im Unternehmensbereich Stahl verkraftet worden, sodass der Konzern – zusammen mit den bereits im Jahresabschluss 2008 vorgenommenen Maßnahmen – frei von stillen Lasten aus der Bestandsbewertung sei.

Salzgitter mit deutlichem Verlust nach Steuern

Die 23%-Beteiligung an dem führenden europäischen Kupferproduzenten Aurubis AG steuerte 32,7 Mio. Euro Ertrag nach Steuern bei, heißt es. Das Konzern-Nachsteuerresultat betrug minus 165 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2008: plus 436,9 Mio. Euro).

Die globale Rezession wirkte sich in den ersten sechs Monaten 2009 am stärksten auf die Gesellschaften des Unternehmensbereiches Stahl aus, wie das Unternehmen berichtet. So sei die Auslastung der Werke in Salzgitter und Peine zeitweise bis auf rund 50% der Kapazität gefallen.

Stahlpreise im freien Fall

Gegen Ende des ersten Quartals habe sich auch der Grobblechmarkt verschlechtert, sodass im Werk Ilsenburg ebenfalls eine Unterbeschäftigung eingetreten sei. Ein exorbitanter Preisverfall über alle Produktgruppen hinweg, der erst im Sommer seinen Tiefpunkt erreichte, habe die Lage zusätzlich verschärft.

Als Konsequenz dessen halbierte sich der Außenumsatz auf 799,9 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2008: 1611,0 Mio. Euro). Die fallenden Rohstoffpreise hätten aufgrund anfänglich hoher, zu Vorjahrespreisen beschaffter Bestände das Halbjahresergebnis nicht entlastet. Darüber hinaus wurden laut Salzgitter Ende Juni noch vorhandene Vorräte so bewertet, dass nunmehr alle wesentlichen Abwertungsrisiken im Stahlsegment berücksichtigt sein dürften. Inklusive dieser Belastung wurden 190,2 Mio. Euro Vorsteuerverlust verzeichnet (erstes Halbjahr 2008: plus 345,1 Mio. Euro).

Geschäftsbereich Handel leidet unter schwacher Stahl-Nachfrage

Die herausfordernde Geschäftslage beeinträchtigte auch sämtliche Aktivitäten des Unternehmensbereiches Handel, heißt es weiter. Die schwache Nachfrage vieler Stahlverarbeiter, verstärkt durch einen Bestandsabbau im lagerhaltenden Stahlhandel, sowie konjunkturbedingt rückläufige Tradingvolumina hätten den Außenumsatz um 37% auf 1683,7 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2008: 2656,4 Mio. Euro) zurückgehen lassen. Das Vorsteuerergebnis sei bei minus 57,7 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2008: plus 140,7 Mio. Euro) herausgekommen.

Der Unternehmensbereich Röhren setzte dank der vergleichsweise soliden Situation der Produktsegmente Großrohre, HFI-geschweißte Rohre und nahtlose Edelstahlrohre einen positiven Kontrapunkt, wie Salzgitter weiter mitteilt.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 315618 / Werkstoffe)

Themen-Newsletter Konstruktion abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Industrial Usability 2019

Das Anwendererlebnis im Mittelpunkt

Wie sieht eine erfolgreiche UX-Strategie aus? Ein Glück in Sachen Alleinstellungsmerkmal: Eine für alle, die gibt es nicht. Dieses Dossier bietet verschiedene aktuelle Ansätze und Trends in der Industrial Usability. lesen

Effizienzsteigerung

Mit Künstlicher Intelligenz erfolgreich durchstarten

Wie Sie Ihr erstes KI-Projekt starten, wie sich die Branche verändern wird und welche Best Practices es heute schon gibt – hier finden Sie die Fakten und das nötige Grundlagenwissen! lesen