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Sauberer Start

29.09.2006 | Redakteur: MM

Blitzblank ist die Fläche am Stand des Fachverbands Reinigungssysteme im VDMA. Dort wird alle halbe Stunde gekehrt, gescheuert und geschrubbt. Diese Demonstration mit unterschiedlichen Maschinen zur...

Der deutsche Markt für Bodenreinigungsmaschinen erhält mit der CMS eine zentrale BranchenmesseBlitzblank ist die Fläche am Stand des Fachverbands Reinigungssysteme im VDMA. Dort wird alle halbe Stunde gekehrt, gescheuert und geschrubbt. Diese Demonstration mit unterschiedlichen Maschinen zur Bodenreinigung hat viele der mehr als 12 300 Besucher auf der CMS angelockt: der Internationalen Fachmesse für Reinigungssysteme, Gebäudemanagement und Dienstleistungen, die bei der Premiere Mitte September in Berlin laut Veranstalter ,,gleich einen sauberen Start" hinlegte.So waren die 312 Aussteller mit der Messe ,,höchst zufrieden". Auch die Hersteller von Reinigungsmaschinen äußerten sich positiv über den Verlauf dieser Leistungsschau, für die sie sich laut Bernd Heilmann, Vorsitzender des Fachverbands Reinigungssysteme, erheblich engagierten: Endlich habe Deutschland eine zentrale Messe, die nun schnell ,,in die Liga der weltweit bedeutendsten Reinigungsfachmessen" aufsteigen soll, wie Heilmann fordert: Schließlich benötige der deutsche Markt ein Aushängeschild, das dessen wirtschaftlicher Bedeutung entspricht.Der deutsche Markt für Reinigungsmaschinen umfasst ein Volumen von rund 320 Mio. Euro im Jahr. Damit liegt er an der Spitze in Europa und ist hinter den USA der zweitgrößte Einzelmarkt der Welt. Die CMS hat daher für Heilmann als Marktindikator einen hohen Stellenwert und soll vor allem in Deutschland Aufschluss über die weitere Entwicklung geben. Jedoch auch für ausländische Indikatoren ist sie wichtig: insbesondere in Mittel- und Osteuropa, die zunehmend ins Blickfeld der Maschinenhersteller geraten. ,,Berlin als Standort der CMS reizt auch osteuropäische Nachfrager", stellt Markus Werne, Marketingleiter bei der Wap-Alto-Group, Bellenberg, fest.Erfreuliche Konjunktur in den letzten JahrenDie Entscheidung der Maschinenhersteller für die CMS hält Werne für ,,wirtschaftlich nachvollziehbar". Ein Grund dafür ist sicherlich der Export, der bereits einen Anteil von 58% am Branchenumsatz hat und in diesem Jahr weiter steigen wird. So erwartet Heilmann im Auslandsgeschäft einen Anstieg von 7%. Insgesamt soll der Umsatz der deutschen Hersteller jedoch nur um 4% auf über 715 Mio. Euro steigen. Damit ist zwar dann zum dritten Mal in Folge ein steigender Umsatz erreicht, doch fiel in den beiden letzten Jahren der Anstieg mit über 8% deutlich höher aus. ,,Rückblickend", so Werne, ,,ist die Entwicklung bei Bodenreinigungsmaschinen sehr erfreulich."In der zweiten Hälfte dieses Jahres hat eine konjunkturelle Abschwächung eingesetzt, nachdem in den Monaten zuvor der Umsatz nochmals gesteigert wurde. Nun hofft man, dass diese Schwächeperiode bald wieder beendet ist. Dafür spricht, dass ,,nahezu jeder dritte Besucher die CMS konkret zur Vorbereitung von Kaufentscheidungen" nutzte, wie der Messeveranstalter bemerkte. Jedoch sind noch die neunziger Jahre in guter Erinnerung, als die Maschinenhersteller laut Heilmann ,,eine mehrjährige Durststrecke" hatten.In dieser Zeit kam es zu zahlreichen Fusionen und Übernahmen unter den Herstellern.Dabei entstanden Gruppierungen über Landesgrenzen hinweg. Trotzdem blieb die Branche in Deutschland mittelständisch strukturiert, obwohl heute Marktführer wie Tennant Corporation mit Niederlassung in Lorch-Waldhausen weltweit tätig sind. Er ist der größte Hersteller von Bodenreinigungsmaschinen, vor der Alfred Kärcher Vertriebs-GmbH, Winnenden, und der Nilfisk-Advance-Group mit Niederlassung in Rellingen bei Hamburg. An vierter Stelle liegt seit einem Jahr die Wap-Alto-Group.Danach folgen noch eine Reihe kleinerer Hersteller, die in bestimmten Maschinensparten durchaus Marktgewicht haben. So nimmt die Gansow GmbH + Co. KG, Bergkamen, ,,gemäß VDMA-Daten bei Scheuersaugmaschinen eine Führungsposition" ein, wie Roswitha Denda berichtet, die bei Gansow für den Vertrieb zuständig ist. Bei Kehrmaschinen ist dagegen der Marktanteil laut Denda ,,entwicklungsfähig". Außerdem hat Gansow keine Trockensauger im Programm. Eine derart unterschiedliche Positionierung in den einzelnen Maschinensparten ist kein Einzelfall. Sogar die großen Hersteller sind nicht überall gleich stark vertreten.Innovationszyklen in kurzen AbständenDagegen ist man bemüht, in kurzen Zeitabständen immer wieder verbesserte Maschinen auf den Markt zu bringen. Diesen Zyklus der Produkterneuerung schätzt Heilmann im Durchschnitt auf unter drei Jahre. Daher war ihm schon im Vorfeld der CMS klar, dass dort die Maschinenhersteller ,,zahlreiche Neuheiten" zeigen werden. Dabei geht es nicht nur um die Sicherung von Marktanteilen, sondern auch um das Erschließen weiterer Anwendungen, insbesondere in Produktions- und in Logistikbetrieben. ,,Wir machen die Erfahrung, dass in diesem Segment Produkte Märkte machen", berichtet Werne.Im Mittelpunkt der Entwicklungen steht immer ein erhöhter Nutz- und Reinigungseffekt. Werden beide ständig verbessert, so ist für Werne der Markt ,,wachstumsorientiert". Heute verspricht die gewerbliche Bodenreinigung gute Wachstumschancen. Das begründet Joachim Löffler, Vertriebsleiter bei Kärcher, ,,mit den steigenden Ansprüchen betreffend die Reinigungsqualität der Produktions- und Lagerflächen in Betrieben". Dafür ist jedoch das manuelle Kehren, Schrubben und Scheuern personalaufwendig und damit zu teuer. ,,Bei steigenden Lohnkosten wird die maschinelle Reinigung zunehmend wirtschaftlicher", so Löffler.Diese Erkenntnis setzt sich immer häufiger in der Industrie und bei gewerblichen Gebäudereinigern durch. Beide Branchen haben bei Maschinen zum Kehren, Schrubben und Scheuern laut Löffler ,,seit Jahren einen relativ konstanten Marktanteil". Jedoch dürfte der Anteil der gewerblichen Gebäudeeiniger höher liegen. Das trifft mit Sicherheit zu, wenn auch Trockensauger in der Relation berücksichtigt werden. Bei diesen Geräten seien ,,die Gebäudereiniger sicherlich Hauptabnehmer, berichtet Löffler.Für den höheren Marktanteil dieser Dienstleistungsbranche spricht auch die Bedeutung der CMS. Für die Wap-Alto-Group war sie ,,dieses Jahr die Hauptmesse", wie Werne berichtet. Auch beim Hersteller Gansow galt die CMS laut Denda als ,,die für uns wichtigste Fachmesse auf deutschem Terrain, weil wir dort unsere größere Zielgruppe, die Gebäudereiniger, erreichten". Darüber hinaus kamen die Maschinenhersteller auf der CMS auch mit anderen Anwendern in Kontakt: wie der öffentlichen Verwaltung, den Krankenhäusern, den Food- und Non-Food-Märkten.Diese Branchen kommen eher zur CMS als beispielsweise zur Hannover-Messe, die jedoch laut Werne ,,als typische Industrieschau weiterhin ihren Reiz haben wird, bei anderen Produktschwerpunkten". So kristallisieren sich zwei Veranstaltungen heraus, auf denen die Maschinenhersteller die Hauptanwender erreichen. Vor allem dort werden richtungsweisende Maschinenentwicklungen vorgestellt, zum Beispiel beim Kehren, Scheuern und Schrubben, wie die CMS verdeutlichte.Der generelle Trend geht laut Löffler ,,weg von der Nachläufermaschine und hin zu kleinen Aufsitzmaschinen". Als Grund dafür werden die ständig reduzierten Zeitvorgaben für Dienstleister genannt.Solche Vorgaben zwingen die gewerblichen Gebäudereiniger zu hoher Rationalität. Daher verlangen sie von den Maschinenherstellern die für ihre Bedürfnisse optimalen ,,Geräte". Aus diesem Grund ist eine fachkundige Beratung bei Gansow laut Denda ,,das A und O einer Geschäftsanbahnung". Erst sie liefere die Bedarfs- und Wirtschaftlichkeitsanalyse um die richtige Maschine zu empfehlen. Das ist nicht immer einfach, weshalb man bei Gansow den Vertrieb und Service in Deutschland nicht aus den ,,eigenen Händen" gibt.Fachkundige Beratung als wichtiger FaktorGenerell sehen die Maschinenhersteller die fachkundige Beratung als ,,essentieller Bestandteil eines funktionierenden Vertriebsapparats", wie Löffler formuliert. Das gelte besonders für größere Maschinen, weil sie ein Reinigungsergebnis sicherstellten, das manuell nicht zu erzielen sei. Folglich sind die Anforderungen hoch und laut Löffler ,,mit dem einer Maschine im direkten Produktionsbetrieb" vergleichbar. Daher wird auch von Kärcher bei ,,Großgeräten" der Kunde direkt betreut.Für die Maschinenhersteller stehen jedoch verschiedene Vertriebskanäle offen, die man auch nutzt. So werden damit bei Kärcher unterschiedliche Zielgruppen ,,anvisiert": private Anwender über Bau- und Restpostenmärkte, klassische Fachhändler und Reinigungsspezialisten für gewerbliche Geräte sowie der Direktvertrieb bei Großgerätekunden. Diese Unterscheidung wird von den Herstellern auch über die Maschinenbezeichnung deutlich gemacht.So sei bei Wap-Alto der Vertrieb der Maschinenreihe Commercial-Line ,,über den spezialisierten Fachhandel" organisiert", berichtet Werne. Bei der Reihe Industrial-Line geschieht das dagegen in den meisten Fällen direkt über regionale Vorführzentren. Bei beiden Vertriebskanälen erwartet der Anwender Kompetenz. Das gilt auch für den technischen Service, der laut Werne ,,über die Einsatzbereitschaft der Maschine" entscheidet: ,,Service-Kompetenz wird von den Anwendern ernst genommen."In manchen Fällen ist der technische Service sogar genauso wichtig wie die Maschine selbst. So gilt er bei größeren Maschinen laut Löffler ,,als ein ebenbürtiges Kriterium der Kaufentscheidung". Was verlangt wird, ist einerseits Schnelligkeit, andererseits eine einfache Instandhaltung: ,,Kunden beurteilen es als gut, einen Erste-Hilfe-Einsatz selbst zu übernehmen", stellt Werne fest. ,,Die Maschine muss demnach konstruiert sein."Fortbildungsinitiative für Bediener gestartetDazu gehört gute Zugänglichkeit, Robustheit und leichte Bedienbarkeit. So sind immer mehr Maschinen mit einer speicherprogrammierbaren Steuerung ausgestattet, um eine Bedienung per Knopfdruck zu ermöglichen, wie auf der CMS die Hersteller verdeutlichten. Dort wies jedoch auch die Fachgemeinschaft Reinigungssysteme darauf hin, dass mit einer vereinfachten Maschinenbedienung noch kein wirtschaftliches Reinigungsergebnis sichergestellt werden kann.Daher startete sie zusammen mit dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks eine Offensive zur Verbesserung der Qualifikation von Maschinenbediener. Auf Basis des gemeinsam erstellten Merkblatts ,,Qualifizierte Maschinenführung" bieten im VDMA organisierte Maschinenhersteller ab Herbst dieses Jahres Lehrgänge an.

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