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Robotik/Verbindungstechnik Scara-Roboter verklebt Metallteil mit Dichtring bei knapp 200 °C

| Autor/ Redakteur: Frank Martin / Rüdiger Kroh

Das Verkleben von Metallteilen mit einem Dichtring sollte durch eine neue Maschine wirtschaftlicher werden. Mit einem Spezialharz werden die beiden Komponenten bei knapp 200 °C zusammengefügt. Dabei erfolgt in einer Klebestation mit zwei Scara-Robotern das Teilehandling temperaturisoliert.

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Bild 1: In einer Klebe- und Vergussstation sorgen zwei Scara-Roboter für das Teilehandling.
Bild 1: In einer Klebe- und Vergussstation sorgen zwei Scara-Roboter für das Teilehandling.
(Bild: Martin Mechanic)

Energie ist ein wertvolles Gut geworden. Darum ist das Energiesparen in täglichen Produktionsabläufen immer häufiger ein viel beachtetes Thema. Wie man sich dabei die Scara-Roboter zu Verbündeten macht, zeigt Martin Mechanic mit der Klebe- und Vergussstation MKV 26426.

Dichtring darf sich selbst bei Temperaturen von 110 °C nicht bewegen

Der Wunsch, die Energie möglichst effizient einzusetzen, kam in diesem Fall aus der Automobilindustrie, genauer gesagt von einem Zuliefererbetrieb dieser Branche. Dort wurden auf einer Anlage in großer Stückzahl mechanisch tragende Metallteile mit einem Dichtring verklebt. Eine neue Maschine sollte die Fertigung wirtschaftlicher machen.

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Die Verklebung muss wärmestabil ausgeführt sein, denn der Dichtring darf sich selbst bei Temperaturen von 110 °C nicht bewegen. Dabei geht man mit einem Spezialharz, das auch noch bei 180 °C formstabil bleibt, auf Nummer sicher. Das wiederum setzt voraus, dass Metallteil und Dichtring bei knapp 200 °C zusammengefügt werden können.

Dazu wird das Metall auf diese hohe Temperatur gebracht. Danach wird der Dichtring aufgelegt und verpresst. Für Sekunden wird das fertige Teil in dieser Position gehalten, damit das Harz aushärten kann. Durch die chemische Reaktion bleiben Metall und Dichtring untrennbar verbunden. Anschließend wird die Verbindung im Luftbad auf Normaltemperatur heruntergekühlt.

Beim Fügevorgang erfolgt das Teilehandling temperaturisoliert

Wo bislang über einen Strahlungswärmetummel geheizt und anschließend gekühlt wurde, ist nun ein Umluft-Temperiertunnel mit Kühlstation im Einsatz, der sogar zugängliche Stationen hat. Die Anlage lässt sich dadurch besser warten und überwachen. Der Transport der Produktionsteile erfolgt über einen Kettenförderer.

Neu in diesem Produktionsprozess ist auch, dass beim eigentlichen Fügevorgang das Teilehandling temperaturisoliert geschieht. Dafür sind zwei Scara-Roboter im Einsatz. Das Metallteil wird mithilfe einer Induktionsspule auf Aktivierungstemperatur gebracht. Dazu wird eine dicke Kupferspule für Sekunden unter Strom gesetzt. Der Vorteil der Induktionsschleife: Sie muss nicht lange vorgeheizt werden und nahezu die ganze Leistung geht in das Teil.

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