Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Finanzen

Schlechte Zahlungsmoral in der Metallbranche

| Redakteur: Melanie Krauß

Eine Woche länger dauert es bei Metallverarbeitern im Schnitt, bis sie ihre Rechnungen begleichen.
Eine Woche länger dauert es bei Metallverarbeitern im Schnitt, bis sie ihre Rechnungen begleichen. (Bild: ©kuprevich - stock.adobe.com)

Unternehmen aus der Metallverarbeitung und -produktion in Deutschland haben eine schlechtere Zahlungsmoral als der branchenübergreifende Bundesdurchschnitt. Das zeigt eine Untersuchung der Wirtschaftauskunftei Creditsafe.

Im Schnitt zahlten Unternehmen aller Branchen im vergangenen Jahr ihre Rechnungen etwa 5,1 Tage nach dem Zahlungsziel. In der Metallverarbeitung und -produktion ließen sich die Betriebe indes etwas mehr Zeit und beglichen ihre Forderungen durchschnittlich etwa eine Woche zu spät. Vor allem kleine Unternehmen oder Firmen mit geringen Auftragsmargen sind auf einen pünktlichen Zahlungseingang angewiesen. Eine schlechte Zahlungsmoral der Kunden kann für diese Betriebe geschäftsschädigend sein und im schlimmsten Falle zu einer Insolvenz führen.

Die Creditsafe-Untersuchung zeigte zudem, dass Unternehmen aus der Metallbranche im vergangenen Jahr häufiger insolvent gingen. Die Überschuldungsrate ist dagegen - verglichen mit anderen Branchen - etwas geringer.

Wenn die Maschine nicht durch das Werkstor passt

Insolvenzverwaltung

Wenn die Maschine nicht durch das Werkstor passt

03.09.18 - Im Falle einer Insolvenz werden Maschinen und Anlagen zunächst bewertet und schließlich weiterverkauft. Besonders die Abholung kann allerdings zu einer Herausforderung werden – dann ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. lesen

Rund 520 Unternehmen aus der Branche mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Dies entspricht einer Insolvenzrate von rund 1,32 % - mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 0,6 %. Mecklenburg-Vorpommern ist dabei das Bundesland, in dem die Insolvenzrate mit 2,43 % der Unternehmen aus der Metallverarbeitung und -produktion am höchsten war, die wenigsten Insolvenzen in der Branche verzeichnet das Bundesland Sachsen mit 0,67 %. Der Anteil insolventer Firmen hat sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöht - 2017 meldeten in der Branche nur 0,85 % der Betriebe eine Insolvenz an, im Vorjahr lag die Quote noch bei 1,04 %.

Geringere Überschuldung im Vergleich zum Bundesdurchschnitt

Rund 10,35 % aller Betriebe aus der Metallverarbeitung und -produktion sind überschuldet, weisen also ein negatives Eigenkapital aus. Die Überschuldungsquote liegt somit unter dem Bundesdurchschnitt von 14 %. Am stärksten betroffen in der Metallindustrie sind Betriebe aus Berlin. Hier waren im letzten Jahr 14,71 % aller Unternehmen der Branche überschuldet. Die wenigsten betroffenen Firmen gab es mit 5,67 % dagegen in Thüringen.

Ein negatives Eigenkapital ist einer der häufigsten Gründe für eine Insolvenz: Bei rund zwei Dritteln aller Insolvenzen wird eine Unternehmensüberschuldung als Ursache angegeben. Führt eine Überschuldung zu einer Zahlungsunfähigkeit, muss unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb von drei Wochen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ein beantragt werden.

Creditsafe hat mehr als 3,4 Millionen Unternehmen aus Deutschland untersucht, davon rund 39.000 aus der Metallverarbeitung und -produktion. Die Untersuchungen stützen sich dabei auf Daten aus öffentlichen Quellen, wie dem Handelsregister und dem Bundesanzeiger, Insolvenzbekanntgaben, Amtsblätter oder Gewerbeämter.

Redaktionelle Newsletter

E-Mail *
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46091932 / Management & IT)

Themen-Newsletter Management & IT abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Industrial Usability 2019

Das Anwendererlebnis im Mittelpunkt

Wie sieht eine erfolgreiche UX-Strategie aus? Ein Glück in Sachen Alleinstellungsmerkmal: Eine für alle, die gibt es nicht. Dieses Dossier bietet verschiedene aktuelle Ansätze und Trends in der Industrial Usability. lesen

Effizienzsteigerung

Mit Künstlicher Intelligenz erfolgreich durchstarten

Wie Sie Ihr erstes KI-Projekt starten, wie sich die Branche verändern wird und welche Best Practices es heute schon gibt – hier finden Sie die Fakten und das nötige Grundlagenwissen! lesen