Peitzmeier auf der Blechexpo 2021 Schleifen – vernetzt im industriellen Umfeld

Autor / Redakteur: Jessica Isaak / M.A. Frauke Finus

Die Oberflächenbearbeitung von zumeist geschweißten Blechteilen stellt Unternehmen zunehmend vor neuen Herausforderungen hinsichtlich des Designs, der Qualität sowie Preis- und Stückzahlentwicklung. Handarbeit ist hier nur noch schwer dauerhaft durchführbar.

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Laservermessung des Werkstücks.
Laservermessung des Werkstücks.
(Bild: Peitzmeier)

Erfahrene Fachkräfte, die mit einem Handschleifgerät den genauen Druck, die notwendige Schleifdauer und Präzision zur Fertigstellung eines Werkstücks beherrschen, fehlen mittlerweile am Arbeitsmarkt, da niemand mehr diese zwar handwerklich anspruchsvolle, aber sehr gesundheitsschädliche Arbeit machen möchte.

Seit Firmengründung vor sieben Jahren setzt Peitzmeier Maschinenbau auf die Vollautomatisierung des Schleifprozesses für die Oberflächenbearbeitung von Edelstahl/Stahl und Aluminium. Alle Bandschleifanlagen werden über eine Beckhoff-Steuerung programmiert und betrieben. Einige davon mit Roboter-Handling, wieder andere im vollautomatischen Durchlaufbetrieb. Von großformatigen Blechen bis hin zu konischen Werkstücken, unterschiedlichste Geometrien werden mit den Schleifanlagen entgratet, geschliffen und poliert. Dabei wird die gesamte Schleifbandbreite genutzt und bei zunehmendem Bandverschleiß die Druckverteilung, Bandgeschwindigkeit und Bahngeometrie automatisch angepasst. Neben der effizienten Nutzung der Schleifbänder, wird ebenso eine konstante Qualität sichergestellt.

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„Schleifen of the Things“

In jedem Unternehmen besteht ein individueller Automatisierungsbedarf. Die Dinge einfach schleifen zu lassen reicht nicht. „Schleifen of the Things“ umfasst die digitale Verknüpfung der vollautomatischen Schleifanlage mit dem industriellen Umfeld (Industrie 4.0). Nutzt ein Unternehmen in seiner Fertigungslinie beispielsweise bereits Barcodes, so wird in der Schnittstelle zur Peitzmeier-Schleifanlage, über einen installierten Barcode-Scanner, die Fertigungs- beziehungsweise Materialnummern erkannt und über die dazugehörigen Technologiedaten sowie Werkstückgeometrien das individuelle Schleifprogramm aufgerufen.

Ein weiterer Mosaikstein von „Schleifen of The Things“ bildet für Peitzmeier die nächste Ausbaustufe: „Produzieren statt Programmieren“. Ob mit einem 3-D Messsystem oder einer CAD/CAM-Kopplung, es werden Technologien genutzt, die eine werkstattorientierte Programmierung an der Maschine überflüssig machen und eine durchgehende Produktion sicherstellen. Das Schleifprogramm wird ausgehend vom dreidimensionalen CAD-Modell des Werkstücks automatisch generiert. Gerade für neue Produkte entfällt die zusätzliche Programmierarbeit und das Unternehmen bleibt ohne Mehraufwand bzw. Zeitverlust flexibel in der Produktion.

Multifunktionale Zweiband-Schleifanlage

Der hohe Automatisierungsgrad betrifft in den meisten Fällen größere Industrieunternehmen und dort liegt auch der Fokus von peitzmeier. Während der Pandemie häuften sich allerdings die Anfragen aus den angestammten Märkten, nach einer preisgünstigen Einstiegsmaschine. Die einfach, flexibel und erweiterbar sein sollte. Die frei gewordenen Kapazitäten in der Produktion, nutzte Peitzmeier während der Corona-Pandemie für die Entwicklung der Twin Turn. Es entstand eine multifunktionale Zweiband-Schleifanlage, mit einem Bearbeitungstisch für flache und einer Handling-Einrichtung für kubische Teile sowie einer Einheit zum Entgraten. Der Name Twin Turn verrät die Besonderheiten der Anlage. Per Turn dreht sich der Tisch um 180° und der Bediener kann einfach vom Bearbeitungsmodus „Schleifen“ auf „Entgraten“ wechseln. Die Twin Turn schließt somit die Lücke zwischen dem manuellen Handschleifgerät und den vollautomatisierten Schleifanlagen. Das manuelle Schleifen ist mit der Twin Turn viel ergonomischer und bietet mittleren Losgrößen (bis zu einer Größe 1250 x 600 x 600 mm) eine hohe Oberflächenqualität.

Die drei bestehenden Baureihen Omni-Grind-Twin, -Portal und -Dura basieren bereits seit Beginn auf einem modularen Baukastensystem. Sowohl die nachträgliche Automatisierung einer manuellen Anlage, als auch die Ergänzung weiterer Bearbeitungsmodule (Polieren, Entgraten, Verrunden oder Anfasen) sind im Nachgang möglich. Der Kunde entscheidet selbst in welcher Automatisierungsstufe er einsteigen möchte und bleibt in seinen Investitionsentscheidungen flexibel.

Peitzmeier auf der Blechexpo: Halle 5, Stand 5218

Weitere Meldungen zur Blechexpo finden Sie in unserem Special.

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