Zulieferer Schnelle und fundierte Angebotskalkulation

Autor / Redakteur: Udo Schnell / Udo Schnell

Die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Markt eine wesentliche Schlüsselrolle ein. Daher prägen innovative Fertigungsverfahren die Produktionsprozesse. Vor dem Hintergrund des umfangreichen Produktspektrums, dem sich ständig erweiternden Maschinenpark und den zunehmenden Kundenanforderungen hielt das bayrische Unternehmen nach einem anpassungsfähigen Kalkulationsprogramm Ausschau

Firmen zum Thema

Blick in die Fertigungshalle.
Blick in die Fertigungshalle.
(Bild: Biersack)

Das Unternehmen Biersack Technologie hat sich „Made in Germany“ auf die Fahne geschrieben. Um als zuverlässiger High-Tech Industriezulieferer und Dienstleister die Ideen anspruchsvoller Kunden zu realisieren, sind höchste Präzision, Qualität und Kostenoptimierung gefragt. Weiterhin nimmt die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Markt eine wesentliche Schlüsselrolle ein. Daher prägen innovative Fertigungsverfahren die Produktionsprozesse. Vor dem Hintergrund des umfangreichen Produktspektrums, dem sich ständig erweiternden Maschinenpark und den zunehmenden Kundenanforderungen hielt das bayrische Unternehmen nach einem anpassungsfähigen Kalkulationsprogramm Ausschau. Seit einigen Jahren kommt die HSi-Lösung HS-Kalk erfolgreich zum Einsatz.

Es überrascht ein wenig, im beschaulichen Altmühltal einen renommierten Industriezulieferer für High-Tech-Produkte jeglicher Art anzutreffen. Das in Beilngries angesiedelte international tätige Familienunternehmen Biersack Technologie GmbH & Co. KG, gegründet im Jahr 1948 und heute in dritter Generation geführt, bietet mit circa 130 Beschäftigten Engineering, technische Beratung, Fertigung mechanischer Bauteile, Montage mechanischer sowie mechatronischer Baugruppen. Darüber hinaus agiert das Unternehmen, im Sinne alles aus einer Hand, auch als Systemlieferant. In diesen Fällen steht das Unternehmen den Kunden von der Rohteilbeschaffung über die Fertigung bis zur Bereitstellung einbaufähiger Komponenten zur Seite. Namhafte Unternehmen, teilweise Global Player aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau, der Elektronik-, Luft- und Raumfahrtindustrie sowie Wehr- und Medizintechnik, schätzen die Kompetenz des Unternehmens.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Kleine und mittlere Serien in Losgrößen von 50 bis 1000 Stück bilden das Tagesgeschäft. Der Maschinenpark ist auf Flexibilität in Bauteilgröße, Stückzahl und Technologie ausgelegt. Eine weitere Kernkompetenz zeichnet Biersack aus, die Sonderanwendung „Verbleien“. Dieser Prozess dient dem Strahlenschutz zum Beispiel in Röntgeneinrichtungen oder beim Elektronenstrahlschweißen. Die Abwicklung der anspruchsvollen Aufträge erfordert den Einsatz neuster Maschinentechnik und eine moderne Prozessautomation. So verfügt der Maschinenpark neben diversen Bohrmaschinen über 30 unterschiedliche Fräsmaschinen, von konventionell bis hin zu 5-Achs CNC-gesteuert. Hinzu kommen mehr als 10 Drehmaschinen von der einfachen Werkstattmaschine bis zum hoch integrierten 12-Achs-Zentrum.

„Auftraggeber müssen ihre Teile nicht in Niedriglohnländern aus Osteuropa oder Asien produzieren lassen, denn wir bieten höchste Präzision, Qualität und Termintreue zu wettbewerbsfähigen Preisen“, berichtet der Maschinenbauingenieur Michael Biersack, Mitglied der Geschäftsleitung von Biersack. „Hier spielen innovative Werkzeugmaschinen, die Qualifikation unserer Mitarbeiter sowie eine exakte Kalkulation eine wesentliche Rolle. Um wettbewerbsfähig zu sein, muss man ein akzeptables Preisniveau erreichen, ohne selbst zuzahlen zu müssen. Und angesichts der Situation, dass sich das spezifische Kalkulations-Know-how auf nur wenige erfahrene Mitarbeiter aus der Produktion abstützt, war es unabdingbar, nach einer geeigneten Softwareunterstützung Ausschau zu halten.“

Schnell und zuverlässig systemgestützt kalkulieren

Die zum Einsatz kommende Software sollte in der Lage sein, für einzelne Fertigungsprozesse sowie für die Herstellung von kompletten Bauteilen und Baugruppen schnell und exakt Sollzeiten zu ermitteln. Außerdem muss das Kalkulationssystem das Customizing problemlos unterstützen. Weitere Anforderungskriterien der Biersack Technologie GmbH & Co. KG an die Software sind nachfolgend kurz zusammengefasst:

  • Bereitstellung der erforderlichen Technologiedaten und der Funktionalität zur Berechnung der Sollzeiten
  • Nachvollziehbarkeit der Kalkulationen
  • Einfach zu erlernende und zu handhabende Bedienoberfläche
  • Hohe Stabilität und Netzwerkfähigkeit
  • Weiterentwicklung und Nutzung neuester Technologien
  • Sicherstellung von Service und Support

Darüber hinaus war von zentraler Bedeutung, dass das System eine hohe Flexibilität aufweist. Denn es sollen Änderungswünsche für vorhandene Kalkulationen sowie fertigungstechnologische Weiterentwicklungen von Maschinen, Werkzeugen oder Werkstoffen leicht und schnell berücksichtigt werden.

„Über eine Internet-Recherche sind wir recht schnell auf die HSi GmbH aus Erfurt gestoßen. Sicherlich gibt es eine Reihe von Anbietern mit Kalkulationssoftware und insbesondere für die Angebotskalkulation. Doch näher betrachtet konnten wir uns mit dem Leistungsvermögen der meisten Anbieter nicht anfreunden. Wir suchten eine Softwarelösung, die für unseren Bedarf quasi maßgeschneidert sein muss. Außerdem war uns daran gelegen, dass es sich bei dem Anbieter um ein Unternehmen handelt, welches flexibel ist und auf unsere Wünsche einzugehen vermag“, erläutert Michael Biersack. „Aus unserer Sicht verfügt HSi mit ihrer adaptiven Softwarelösung HS-Kalk über ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal und eignet sich ganz besonders für unsere Angebotskalkulation zur Fertigung von allen Bauteilen und Baugruppen unabhängig von den Losgrößen.“

HS-Kalk ermittelt exakte Zeiten und Kosten zur Angebotskalkulation von Einzelteilen und Baugruppen. Der Anwender kann zum Beispiel für eine Überschlagskalkulation auf Erfahrungswerte zurückgreifen oder Sollzeiten mit Hilfe der HSi-Technologiebasis ermitteln. Diese Technologiebasis besteht aus vorkonfigurierten Verfahrensbausteinen für nahezu alle mechanischen Bearbeitungsprozesse. Sie stellt zur präzisen regelbasierten Sollzeitermittlung die nötigen Technologiedaten, beispielsweise Vorschübe, in Abhängigkeit der Qualität zur Verfügung. Generell sind alle Basiswerte und Regeln vom Anwender selbst modifizierbar, um unternehmensspezifische Besonderheiten ebenfalls im System abbilden zu können. Zuschlagssätze, Material- und Sondereinzelkosten lassen sich berücksichtigen. Ein Stücklistengenerator ermöglicht, mehrstufige Stücklisten aufzubauen oder zu übernehmen. Pro Position kann der Anwender wählen, ob er auf vorhandene Kalkulationen zurückgreift, Aufwände und Kosten schätzt oder zur Berechnung HSi-Verfahrensbausteine einsetzt.

Kalkulationssoftware bewährt sich abteilungsübergreifend

Eine Angebotsanfrage auf Basis einer technischen Zeichnung oder entsprechender CAD-Daten löst eine Kalkulation einschließlich einer Machbarkeitsprüfung aus. Um bei der großen Produktvielfalt aus den unterschiedlichen Branchen mit einer adäquaten, kalkulatorischen Vorgehensweise aufwarten zu können, erstellte man im Hause Biersack ein mittlerweile sehr bewährtes organisatorisches Konzept. Die Ermittlung der Sollzeiten für die erforderlichen Fertigungsprozesse, die technische Kalkulation, übernimmt ein ’Projektassistent’, der mit bestimmten Produkttypen oder Bearbeitungsverfahren vertraut ist. Hierbei nutzt die Biersack Technologie die HSi-Software als separates System. Die ermittelten Haupt-, Rüst- und sonstigen Nebenzeiten fließen in die vom Kundenbetreuer aus dem Vertrieb erstellte kaufmännische Kalkulation ein, welche etwa. Material-, Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkosten sowie einen Gewinnzuschlag berücksichtigt.

Die Nutzung von HS-Kalk im Hause Biersack bietet auch dem Kundenbetreuer die Möglichkeit, beispielsweise bei personellen Engpässen oder Zeitdruck eine komplette Kalkulation zu erstellen. Voraussetzung ist ein gewisses technisches Grundverständnis für die Fertigungsprozesse und eine Einführung in die praxisnahe Systemphilosophie der Kalkulationssoftware. „Da sich mehr oder weniger jeder Kunde zum Beispiel für Vergleichszwecke ein individuelles Angebotslayout wünscht, ist es von Vorteil, dass uns hier HS-Kalk sehr entgegenkommt. Manche möchten die Einmalkosten mit in die Stückkostenbetrachtung einbeziehen und andere wollen sie getrennt ausgewiesen haben. Die HSi-Software zeigt sich auch hier sehr flexibel. Weiterhin lässt sich zu einer vorhandenen Kalkulation schnell und einfach – per copy & paste – eine Kalkulation mit anderen Losgrößen erstellen“, erklärt Michael Jaksch, Projektleiter / Vertrieb im Hause Biersack Technologie. „Es hat sich gezeigt, dass dieser Ansatz zur Angebotserstellung eine fundierte Preisbildung sowie die notwendige Flexibilität zur individuellen Gestaltung beinhaltet. Das eigentliche Angebot wird auf unserem ERP-System abgefasst.“

Bei der Auftragserteilung kann die zum Angebot erstellte technische Kalkulation mit ihren Sollzeiten unter Berücksichtigung einer entsprechenden Maschinenbelegung zur Arbeitsplanung in der Arbeitsvorbereitung herangezogen werden. Sollten sich Abweichungen gegenüber der ursprünglich vorgesehenen Maschinennutzung ergeben, lassen sich die Sollzeiten mit den jeweiligen Technologiedaten der Maschinen leicht und unmittelbar neu bestimmen. Zu beachten ist beispielsweise, ob sich die Spannfähigkeit für das zu bearbeitende Bauteil verändert. Kann das Teil sehr gut aufgespannt werden, macht es keinen Sinn, einen Stabilitätsfaktor zu berücksichtigen. Liegen gravierende Abweichungen vor, kann die Kalkulation durch Korrektur-oder Stabilisierungsfaktoren aktualisiert werden. Unter Umständen müssen andere Schnittwerte angesetzt werden, wenn eine eingeschränkte Spannfähigkeit vorliegt, etwa wenn es sich um dünnwandige Bauteile handelt und die Aufspannung nicht stabil ist.

Generell zeigt sich HSi sehr flexibel hinsichtlich Anpassungen oder Optimierungen. So ließen sich Bearbeitungsbausteine, die für die Nutzung von Biersack nicht von Interesse sind, komplett ausblenden. Gemeinsam mit HSi wurde eine Angebotsliste zwecks besserer Übersicht entwickelt. Sie gibt Auskunft darüber, in welchem Status befindet sich die Kalkulation zu einer Anfrage, wer der zuständige Sachbearbeiter ist, welcher Schritt als nächster erfolgt.

„Generell verfolgen wir konsequent das Ziel, mit immer exakteren Sollzeiten zu kalkulieren. So sehen wir einen Ansatz, die HSi-Technologiebasis um eigene werkstoffspezifische Schnittwerte und anderes für Aluminium und Titan zu ergänzen. Denn für uns ist es wesentlich, dass wir direkt über die Schnittwerte der für uns relevanten Werkstoffe verfügen, statt diese Daten über einen Umrechnungsfaktor aus der Stahlbearbeitung herzuleiten“, resümiert Michael Biersack. „Es hat sich gezeigt, dass wir mit HSi einen zuverlässigen Partner haben, der uns stets flexibel mit praxisgerechten Lösungen zu Seite steht. Mit der Nutzung des Kalkulationsprogramms haben wir eine schnelle Reaktionsfähigkeit auf Anfragen und eine hohe Kalkulationssicherheit erhalten. Somit konnten wir auch unsere Wettbewerbsfähigkeit merklich steigern.“ MM

(ID:43974046)