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Harting Schneller, kostengünstiger und umweltfreundlicher

| Redakteur: Jürgen Schreier

Sie heißt Harting 1, die neue Galvanik-Fertigungslinie, die etwas ganz Besonderes kann: nämlich schnell verschiedenartige Teile unterschiedlich beschichten, und zwar ohne aufwendiges Umrüsten.

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Sie ist 25 m lang, die neue Galvanik-Anlage „Harting 1“, entwickelt und gebaut von den eigenen Betriebshandwerkern und Galvanik-Fachleuten.
Sie ist 25 m lang, die neue Galvanik-Anlage „Harting 1“, entwickelt und gebaut von den eigenen Betriebshandwerkern und Galvanik-Fachleuten.
(Bild: Harting)

Der Benchmarking-Wettbewerb Manufacturing Excellence Award, kurz MX Award, zeichnet Prozessinnovationen aus, solche, die den Fertigungsablauf in der Fabrik verbessern helfen. Die Harting Electronics, eine Tochtergesellschaft der Harting Technologiegruppe, bekam den MX-Award 2014 für ihre neue Galvanik-Fertigungslinie. Das ostwestfälische Unternehmen ist weltweit führender Anbieter von industrieller Verbindungstechnik für die drei Lebensadern Power, Signal und Data mit 12 Werken und Niederlassungen in 42 Ländern. Darüber hinaus stellt man auch E-Mobility-Komponenten sowie Hard- und Software für Anwendungen in der Automatisierung her.

Mitarbeiter schauen hin, wo es klemmt

„Wir bemühen uns seit Jahren, sämtliche Abläufe im Unternehmen nicht nur gut und sinnhaft zu gestalten, wir hinterfragen zusätzlich bei all unserem Tun, ob es auch richtig und zeitgemäß ist“, erklärt Jan Niklas Töws, Leiter des Prozessmanagements. Das betreffe nicht nur die Produktion, sondern ebenso die Verwaltung oder Finanzabteilung, den HR-Bereich, Forschung oder Unternehmensführung. Vor allem aber sei die Kultur der kontinuierlichen Verbesserung längst kein „von oben“ verordnetes Pflichtprogramm mehr, „mittlerweile sind wir so weit, dass wirklich alle Mitarbeiter hinschauen, wo es klemmt und wo etwas besser gemacht werden kann.“

Wandel und permanente Verbesserung sind keine Modeerscheinung bei Harting, sondern Konstanten des 1945 von Wilhelm und Marie Harting gegründeten Unternehmens. Wurden in den Nachkriegsjahren zunächst dringend benötigte Alltagsgegenstände wie Kochplatten, Bügeleisen oder Lampen hergestellt, erweiterte man die Produktpalette in den 1950er-Jahren um Musikboxen und Plattenspieler. Daneben begann das Geschäft mit der Entwicklung von Steckverbindern und elektrischen Schaltungen.

Harting-Steckverbinder müssen immer funktionieren

Die Harting-Steckverbinder müssen bei Nässe, Hitze und Kälte funktionieren, bei starken Erschütterungen und auch dann, wenn sie ständig eingesteckt und wieder abgezogen werden. Damit das zuverlässig funktioniert, werden die Kontakte mit einer hauchdünnen Beschichtung versehen – mal aus Gold, mal aus Palladium oder anderen Edelmetallen. „Für die Galvanik benötigten wir eine neue Produktionsanlage“, sagt Töws. „Wir haben Angebote von zwei Maschinenbauunternehmen eingeholt und auch unsere Facharbeiter daraufschauen lassen.“ Das Resultat war eine echte Überraschung. „Unsere Mitarbeiter waren gar nicht überzeugt von den Entwürfen und wollten die Anlage lieber selber bauen.“

Auf das Ergebnis, die 25 m lange „Harting 1“, ist man sehr stolz. Die von den eigenen Betriebshandwerkern und Galvanikfachleuten ersonnene und gebaute Produktionsstrecke macht es möglich, dass in kürzester Zeit verschiedenartige Teile mit unterschiedlichen Beschichtungen versehen werden – ohne aufwendiges Umrüsten. „Damit können wir schneller, flexibler und kostengünstiger produzieren. Umweltfreundlicher ist unsere Anlage obendrein, weil weniger Abwässer entstehen“, so Töws. Auch wenn der Eigenbau der Galvanik ein echtes Vorzeigeprojekt in Sachen Verbesserungskultur ist, so ist es doch vor allem der Alltag bei Harting, der der MX-Jury besonders preiswürdig war.

Weitere Informationen: Harting KGaA, 32339 Espelkamp, www.harting.com

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