Netzwerktechnik Schnellere Problembehandlung dank Management-Tool

Autor / Redakteur: Gerhard Auer / M. A. Benedikt Hofmann

Am MSC Home Terminal in Antwerpen, einem der größten Umschlagplätze für Container in Europa, hilft das Netzwerkmanagement-Tool Visual Truview dabei, kritische Logistik in Bewegung zu halten. So spart die Reederei viel Zeit bei der Problembehebung.

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Das MSC Home Terminal hat das Fluke-Networks-Netzwerkmanagement-Tool Visual Truview für den gesamten Hafen implementiert.
Das MSC Home Terminal hat das Fluke-Networks-Netzwerkmanagement-Tool Visual Truview für den gesamten Hafen implementiert.
(Bild: Fluke Networks)

Das MSC Home Terminal ist eines der am stärksten ausgelasteten Containerterminals in Europa. Etwa 1200 Festangestellte (davon 800 Hafenarbeiter und 300 Mitarbeiter in Verwaltung und Technik) arbeiten hier. Der Umschlagplatz hat eine Fläche von 167 ha, eine Kailänge von insgesamt 2900 m und eine jährliche Kapazität von 5,4 Mio. TEU (Twenty-foot Equivalent Unit oder 20-Fuß-ISO-Container). Das Terminal Operation System (TOS) ist die wichtigste IT-Anwendung und rund um die Uhr im Einsatz, da sie zum Laden und Entladen der Container von Schiffen, Zügen, Lkw sowie in den Lagerbereichen benötigt wird. Zur IT-Infrastruktur des MSC Home Terminal gehören außerdem zwei Rechenzentren, sechs physische Distributionsstandorte und 130 Access Switches.

„Die Verwaltung der Anforderungen für die TOS-Anwendung ist extrem schwierig, weil sie aus ganz unterschiedlichen Komponenten besteht, die von Desktops und Kameras zur Erkennung von Kennzeichenschildern und Containerschäden über Ausweislesegeräte bis hin zu Thin Clients reichen, um nur einige zu nennen“, erklärt Tamara Lievens, ICT Infrastructure Manager beim MSC Home Terminal. „Hinzu kommt noch, dass die Anwendungen auf Windows und I-Series laufen und viele der Komponenten von externen Parteien und Unternehmen unterstützt werden.“

Komplexer werdende Infrastruktur

Die Handhabung und Behebung von Problemen im Zusammenhang mit IT, Anwendungen und Netzwerken war für das MSC Home Terminal mit den Jahren immer schwieriger und zeitaufwendiger geworden. Die Infrastruktur wurde komplexer, da das Netzwerk gewachsen war und nun eine Kombination aus fest verkabelten und mobilen operativen Clients sowie I-Series- und Wintel-Umgebungen umfasste, mit Daten aus externen Quellen, die unter anderem über elektronischen Datenaustausch (electronic data interchange, EDI) eingehen.

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„Früher hieß es bei jedem Problem sofort, das Netzwerk sei schuld. Aber die Bestimmung der konkreten Ursache der einzelnen Probleme war in der komplexen Anwendungsumgebung mit verschiedenen für die Unterstützung zuständigen Organisationen sehr arbeits- und zeitaufwendig“, so Lievens weiter.

Proaktiver Ansatz und verbesserte Problembehebung

Daher hat das MSC Home Terminal das Fluke-Networks-Netzwerkmanagement-Tool Visual Truview für den gesamten Hafen implementiert, um so die allgemeine Servicequalität aufrechtzuerhalten und Performanceprobleme besser sichtbar zu machen und somit schneller zu beheben.

„Wir haben zwar hervorragende und sehr erfahrene Mitarbeiter, aber wie in so vielen Unternehmen ist das Know-how der Netzwerk- und der Server-Teams nicht verknüpft. Während also jedes der Teams sich auf seinen jeweiligen Bereich konzentrierte, bestand eines unserer Ziele darin, zu verhindern, dass die Verantwortung für Probleme zwischen den Netzwerk- und Anwendungsgruppen hin und her geschoben wurde. Außerdem benötigten wir mehr Transparenz, um die Konflikte zwischen verschiedenen internen Abteilungen zu reduzieren. Besonders kritisch war dabei, dass wir bei Beschwerden über langsame Netzwerke oder Anwendungen keine näheren Informationen zum Problem bekamen. Statt also Probleme mühsam im Nachhinein zu beheben, wollte unser Team einen proaktiven Ansatz verfolgen, bei dem die erste Support-Stufe direkt mehr Informationen erhält, um so Performanceprobleme besser handhaben zu können.“

Das Terminal verwendete bis dahin zahlreiche, über das Unternehmen verteilte Verwaltungstools. Diese ließen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Anbietertools, die auf eine Komponente zugeschnitten waren, und reaktive Performance-Management-Tools für Aspekte wie Sperren/Freigaben oder Paketanalyse. „Obwohl die verschiedenen Abteilungen unterschiedliche Tools benutzten, fühlten sie sich häufig nicht zuständig, weil sie nur auf ein sehr beschränktes Aufgabenfeld fokussiert waren, statt die Anwendung als Ganzes im Blick zu haben“, so Lievens. „Truview war da ein großer Fortschritt, weil es ganz unabhängig ist und keine Präferenzen innerhalb eines Anwendungsflusses hat. Die Lösung zeigt an, wo das Problem liegt, sodass wir wissen, worauf wir unsere Ressourcen richten sollten. Bevor wir Truview einführten, hatten wir kein unabhängiges Übersichtstool, weshalb es länger dauerte, die Ursachen von Problemen zu bestimmen und zu lokalisieren.“

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Durchgehender Betrieb mit internem und externem IT-Support

Das Containerterminal umfasst Einrichtungen zum Weitertransport per Bahn, Binnenschifffahrt und Straße. „Unsere Hafenarbeiter und das Supportteam vollbringen eine unglaubliche Leistung, wenn sie innerhalb engster Zeitvorgaben mithilfe automatisierter Prozesse und Echtzeitdaten Fracht laden und entladen“, so Lievens. „Doch wenn Performanceprobleme mit der TOS-Anwendung auftreten, kann dies zu erheblichen Störungen führen, denn dann funktioniert der gesamte automatisierte Ablauf nicht mehr und das Team muss auf manuelle Ersatzprozesse zurückgreifen. Die Fracht wird weiterhin verteilt, aber viel langsamer und mit höherem Risiko, da die Verzögerungen sich aufstauen.

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Wenn also ein Problem oder eine Verzögerung auftritt, ist es schwierig, die verlorene Zeit aufzuholen, selbst wenn die Anwendung wieder verfügbar ist und einwandfrei arbeitet.“ Truview hat dem Experten zufolge das Risiko performancebedingter Probleme erheblich reduziert und zugleich die Lokalisierung, Isolierung und Behebung der kritischen Probleme beschleunigt. Durch die erhöhte Transparenz kann sich MSC viel schneller auf den richtigen Bereich konzentrieren, was für den Geschäftserfolg entscheidend ist.

Probleme werden effizienter und schneller gelöst

„Wir haben eine ganze Reihe anderer Tools und Anbieter evaluiert, was gar nicht so einfach ist, da jedes System seine eigene Arbeitsweise hat. Andere Anbieter versuchten uns vom Wert von Robot-Clients oder Simulatoren zu überzeugen, aber für uns war die Messung des tatsächlichen Traffics wichtig und vor allem wollten wir verstehen, wie das mit diesem verbundene Erlebnis für die Endbenutzer konkret aussieht, statt dies anhand synthetischer Traffic-Messungen zu erraten“, so Lievens.

„Da wir viele verschiedene Abteilungen und Anforderungen haben, bestand ein besonderer Vorteil darin, dass die Lösung inline arbeitet – sodass wir nicht erst im gesamten Netzwerk Clients installieren mussten – und es keine Auswirkungen auf Switches, Server oder Geräte gibt.“ Lievens ist überzeugt, dass ihr Unternehmen durch den Einsatz des Systems viel Zeit bei der Problembehebung spart und so Probleme effizienter lösen kann: „Wir haben nun generell mehr Vertrauen in unsere Fähigkeiten zur Überwachung und Verwaltung unserer IT.“ ■

* Gerhard Auer ist Vice President EMEA bei Fluke Networks in 5690 Son (Niederlande) Tel. (00 4 36-64) 88 34 43-96 gerhard.auer@flukenetworks.com.

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