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Umformen Schuler verkauft Technikzentrum in Tianjin an Feintool

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Schuler-Gruppe hat ihr Technikzentrum im nordchinesischen Tianjin an die Schweizer Feintool verkauft. Das mit Hauptsitz in Lyss ansässige Unternehmen wird in Tianjin auf Pressen von Schuler Präzisionskomponenten für die Automobilindustrie produzieren. Schuler selbst baut laut der eigenen Mitteilung in China seine Marktposition als Hersteller für Umformanlagen aus.

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Feintool will das bisherige Schuler-Technikzentrum Tianjin ausbauen.
Feintool will das bisherige Schuler-Technikzentrum Tianjin ausbauen.
(Bild: Schuler)

Zu den Einzelheiten der Transaktion vereinbarten beide Vertragsparteien Stillschweigen. Mit dem endgültigen Vollzug des Kaufvertrages (Closing) wird Ende März 2017 gerechnet, wie es in der Mitteilung heißt. Feintool beabsichtigt, die Produktionskapazitäten in Tianjin im weiteren Jahresverlauf unter Einsatz von Schuler-Technik zu erweitern.

Schuler hat sein strategisches Ziel mit dem Technikzentrum in China erreicht

Laut Angaben von Feintool produziert das Werk mit momentan rund 30 Mitarbeitern rotationssymetrische, kaltumgeformte Präzisionskomponenten, die in der Automobilindustrie zur Herstellung von Leichtbauteilen für Getriebe zum Einsatz kommen, und das in großen Stückzahlen. Mittelfristig soll der Standort jährlich rund 30 Mio. Schweizer Franken zum Feintool-Umsatz beitragen.

„Unser Technik-Zentrum in Tianjin ist seit Inbetriebnahme 2014 vom Markt sehr gut angenommen worden“, sagte Schuler-Vorstandsvorsitzender Stefan Klebert laut Mitteilung seines Unternehmens. „Das Interesse vor Ort, Schuler mit der Produktion von Komponenten für die Automobilproduktion in China zu beauftragen, hat insbesondere 2016 deutlich zugelegt.“ Damit sei das strategische Ziel erreicht, Kunden in China für Schuler-Technik zu begeistern.

Feintool erweitert sein Angebot über das Feinschneiden hinaus

Anders als der Maschinen- und Anlagenbau sei die Produktion von Fahrzeugkomponenten aber nicht das Kerngeschäft des Göppinger Unternehmens. „Deshalb sind wir froh, mit Feintool einen leistungsstarken Käufer gefunden zu haben, der diese Aufgabe nun in eine neue Größenordnung führen wird“, berichtete Klebert weiter.

Der Verwaltungspräsident von Feintool, Alexander von Witzleben, erläuterte, Feintool komme mit der Investition in China Anforderungen seiner Kunden nach globaler Präsenz und weltweiter Expertise nach. „Wir können damit eine strategische Lücke in Asien schließen“, sagte er. Seit 2012 hat Feintool nach eigenen Angaben seine Kernkompetenz Feinschneiden mit dem benachbarten Verfahren des Umformens ergänzt. Mit der Akquisition eines Umformbetriebs mit zwei Werken in Deutschland sowie mit Investitionen in einen eigenen Umformbetrieb in den USA erfülle Feintool mit der neuesten Übernahme in China Kundenanforderungen nach globaler Präsenz.

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