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Schuler reduziert Kapazitäten in Deutschland

| Autor: Stéphane Itasse

Pressen will Schuler künftig mehr in China und Brasilien herstellen – in Deutschland wird es weniger Mitarbeiter geben.
Pressen will Schuler künftig mehr in China und Brasilien herstellen – in Deutschland wird es weniger Mitarbeiter geben. (Bild: Schuler)

Die Neumaschinenproduktion in Göppingen schließt, dafür werden die Werke in China und Brasilien verstärkt genutzt: Die Schuler AG hat eine umfassende Neuausrichtung beschlossen.

Der Vorstand hat ein Programm zur Anpassung der Betriebskapazitäten in Deutschland an die veränderten Wettbewerbsbedingungen und den gestiegenen Kostendruck beschlossen, wie Schuler am Montag mitteilt. Das bis 2022 angelegte Konzept zielt darauf ab, durch die Stärkung der internationalen Standorte und eine marktgerechte Erweiterung des Produktportfolios weltweite Wachstumschancen besser wahrzunehmen. Gleichzeitig erhielten die in Deutschland verbleibenden Unternehmensaktivitäten eine nachhaltige Perspektive. Durch eine Verbesserung der Rentabilität stärkt das Konzept zudem den Handlungsspielraum für Innovationen und die Digitalisierung der Schuler-Gruppe.

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Vorgesehen ist im Einzelnen, die Neumaschinen-Produktion in Göppingen zu schließen. Fieldservice wie auch Außenmontage verbleiben dort. Göppingen bleibt zudem Unternehmenssitz des Schuler-Konzerns mit den Zentralabteilungen und auch wichtiger Standort für Forschung und Entwicklung, Innovation, Engineering und Service, wie es heißt.

Deutschland ist für Schuler im internationalen Wettbewerb zu teuer

Auch in Erfurt und an anderen deutschen Standorten will Schuler die Kapazitäten für Fertigung, Außenmontage und Montage reduzieren. Gründe dafür sind die stärkere Nutzung der bestehenden Werke in China und Brasilien sowie generell eine Verringerung der internen Fertigungstiefe über alle Divisionen hinweg. Im Gegenzug steigt insbesondere im Geschäft mit Automotive- und Industriekunden die in den chinesischen Werken angesiedelte Wertschöpfung deutlich. Auch die Produktion in Brasilien wird gestärkt und das Hydraulikgeschäft ausgebaut. Zur Strategie von Schuler gehört ebenso, dass Kunden in Europa weiterhin aus Deutschland bedient werden.

Wesentlicher Grund für die Verlagerungen ist laut Mitteilung, dass sich die Nachfrage von Automotive-, Industrie- und Hydraulikkunden nach vollautomatisierten Pressenlinien, mechanischen Pressen, Servotechnik und Schmieden in den vergangenen Jahren zunehmend aus Deutschland und Europa weg insbesondere nach Asien verlagert hat. Diese Entwicklung werde sich über alle Kundengruppen hinweg fortsetzen. So rechnet Schuler zum Beispiel damit, dass rund 80 % der Aufträge für Pressenlinien künftig auf Produktionsstätten der Automobilindustrie im Ausland entfallen. Die für die heimischen Schuler-Werke relevante Kosten-, Tarif- und Währungsentwicklung in Deutschland erlaube – trotz allen Anstrengungen auch der Arbeitnehmerseite – keine Perspektive, diese wachsende internationale Nachfrage wettbewerbsfähig aus Deutschland bedienen zu können. Die Umsetzung des Zukunftskonzepts erörtert Schuler deshalb jetzt mit den Arbeitnehmervertretungen.

In Deutschland will Schuler rund 500 Stellen streichen

Die geplante Verbesserung der Wettbewerbsposition soll durch Einsparungen bei den Verwaltungs-, Vertriebs- und Allgemeinkosten des Konzerns unterstützt werden. Dies betrifft alle Standorte und Divisionen in Deutschland. Insgesamt verringert sich die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland im Rahmen des Zukunftskonzepts um rund 500. Der überwiegende Teil des Abbaus mit rund 350 Stellen entfällt auf die Produktion. Schuler hatte Ende 2018 konzernweit 6574 Beschäftigte, in Deutschland waren es 4195. Die Verringerung soll so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden. Betriebsbedingte Kündigungen schließt Schuler allerdings nicht aus.

Der Göppinger Pressenhersteller rechnet für 2019 mit Einmalkosten des Zukunftskonzepts insbesondere im Bereich der Schuler Pressen GmbH in Höhe von insgesamt rund 85 Mio. Euro. Davon sind rund 70 % cashwirksam, der Rest im Wesentlichen Abschreibungen auf Vermögenswerte. Die Rückstellungen für diese Aufwendungen sollen im dritten Quartal 2019 ergebnismindernd gebucht werden. Darüber hinaus verbucht Schuler Wertminderungen bei Firmenbeteiligungen in Höhe von rund 25 Mio. Euro.

Diesen Belastungensollen erste Einsparungen ab dem zweiten Halbjahr 2020 gegenüberstehen. Zusammen mit den Effekten aus dem Restrukturierungsprogramm 2018 würden diese Einsparungen im Vergleich zum laufenden Geschäftsjahr ab 2022 ihre volle Höhe von rund 60 Mio. Euro erreichen. Spätestens ab 2021 rechnet Schuler mit einer schrittweisen Verbesserung der operativen Rentabilität im Konzern.

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