Retten mit Routine Schulungen bereiten auf den Absturz-Ernstfall vor

Autor / Redakteur: Marek Proba / M.A. Frauke Finus

Trotz noch so guter persönlicher Schutzausrüstung oder Absturzsicherung kann es beim Arbeiten im Hochregallager zu Unfällen kommen. Damit in solch einer Situation so schnell wie möglich Hilfe geleistet werden kann, geben Mitarbeiterschulungen eine Orientierung fürs Verhalten im Ernstfall.

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Die Trainer des „Vertical Rescue College“ erklären, worauf es beim Einsatz der Ausrüstung in der Praxis ankommt.
Die Trainer des „Vertical Rescue College“ erklären, worauf es beim Einsatz der Ausrüstung in der Praxis ankommt.
(Bild: Skylotec)

Hochregallager sind im produzierenden Gewerbe sehr beliebt. Sie sind übersichtlich, sparen Platz und erleichtern die Logistik. Für die Beschäftigten gehen die Hochlager allerdings mit einem verstärkten Unfallrisiko einher. Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) und entsprechende Sicherungssysteme sind daher ein Muss, um die Gefahr so gering wie möglich zu halten. Das Tragen der PSAgA allein reicht aber nicht aus – Beschäftigte sollten auch wissen, wie sie ihre Ausrüstung richtig einsetzen und wie sie in Gefahrensituationen reagieren müssen. Unternehmen wie die Brauerei C. & A. Veltins setzen daher auf regelmäßige Schulungen für ihre Mitarbeiter – und auf das Fachwissen der Absturzsicherungsexperten von Skylotec.

Sechs Gassen, jede 160 m lang, und 32 m hohe Regalwände: Die Dimensionen des Hochregallagers der Brauerei Veltins im Sauerland sind beeindruckend. In den Regalen stapeln sich leere und volle Kisten. Im Wareneingang kommen täglich Tausende Kisten Leergut an, die wieder befüllt werden und über den Warenausgang den Weg in den Getränke- oder Supermarkt finden. „Unser Hochregallager ist vollautomatisiert, aber natürlich kann es im Einzelfall zum Ausfall kommen“, erklärt Walter Bauer, Geschäftsführer Technik der Brauerei Veltins. „Wenn etwas hakt, müssen unsere Mitarbeiter schnell reagieren und die Störung beheben.“ Auch zur Instandhaltung und Wartung müssten die Beschäftigten von Zeit zu Zeit in die Höhe klettern, sagt Bauer. „Das bringt natürlich mit Blick auf die Absturzsicherung Herausforderungen mit sich.“ Denn wer in der Höhe arbeitet, trägt ein Risiko – und muss sich deswegen schützen. Für die Beschäftigten im Hochregallager sind das Tragen einer Persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) und die Nutzung von entsprechenden Sicherungssystemen folglich Pflicht, sofern sie das Hochregal erklimmen müssen.

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Zügige Rettung im Notfall

Pro Schicht sind zwei Leitbediener im Einsatz, die im Ernstfall zur Störungsbehebung zum Einsatz kommen. Für die übrigen Beschäftigten wie Gabelstaplerfahrer oder Kommissionierer gehört der Umgang mit Absturzsicherung keineswegs zur Tagesordnung, weswegen regelmäßige Schulungen wichtig sind. „Im Notfalll muss jeder Mitarbeiter wissen, wie er sich zu verhalten hat“, sagt Bauer. Die Rettung einer verunfallten Person ist schließlich eine große Herausforderung, nicht zuletzt wegen der beengten Platzsituation im Hochregallager. In puncto Absturzsicherung sind daher aus gutem Grund nicht nur Mitarbeiter aus der Logistik ausgebildet, sondern auch Beschäftigte aus weiteren Fachabteilungen wie der Brautechnik oder Flaschenabfüllung. Über 20 Mitarbeiter lassen sich inzwischen schulen. Da im Schichtbetrieb gearbeitet wird, kann auf diese Weise gewährleistet werden, dass bei einem Notfall immer ausgebildete Kollegen zur Hilfe kommen können.

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