Panasonic Robot & Welding Schweißtechnisch sind „Monokulturen“ durchaus von Vorteil

Autor / Redakteur: Ulla Wandzik / Peter Königsreuther

Großgärtnereien, Landwirte tun es zwar, kennen aber die Gefahren, die von Pflanzen ausgehen, die identische genetische Eltern haben: Fällt der richtige Schädling ein, droht der Verlust aller Exemplare. Im produzierenden Umfeld der Industrie können gleichartige Systeme jedoch punkten. Das beweist ein Hersteller geschweißter Drahtrahmen für die Autobranche.

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Das SP-MAG-Verfahren wird dabei von einem Roboter des Typs TA-1400 unterstützt. Er hat eine Reichweite von 1600 mm. Die Schweißdraht- und Stromkabelzuführungen verlaufen gut geschützt durch den Arm des TA-Roboters.
Das SP-MAG-Verfahren wird dabei von einem Roboter des Typs TA-1400 unterstützt. Er hat eine Reichweite von 1600 mm. Die Schweißdraht- und Stromkabelzuführungen verlaufen gut geschützt durch den Arm des TA-Roboters.
(Bild: Panasonic)

Ein bunter Blumenstrauß bringt dem Beschenkten meistens viel Freude! Unterschiedliche Farben und Düfte, verschiedene Gattungen und Lebensdauern einer jeden Blume machen den Reiz aus. Aber – sind das wirklich Vorteile? Jede Blume für sich allein ist prächtig – in der Kombination allerdings schwierig zu pflegen, zu halten. Ist es nicht bequemer, sich nur um eine Blumengattung zu kümmern? In einem schier anderen, aber sinngemäß übertragbaren Kontext, hat sich auch die A.I.T. Metallbearbeitung GmbH & Co. KG für eine Blumengattung entschieden: Panasonic Robot & Welding.

Drahtrahmen zu schweißen, ist alles andere als trivial

Die A.I.T. Metallbearbeitung GmbH & Co. KG wurde im Jahre 1990 im Südschwarzwald gegründet. Mit seinen heute 200 Mitarbeitern in den Werken Deutschland und Tschechien werden täglich 400.000 Biegeteile und rund 16.000 geschweißte Drahtrahmenkonstruktionen gefertigt. Als 100%-iger Automobilzulieferer liegt der Fokus des in Alpirsbach ansässigen Unternehmens auf dem Produzieren von Metallrahmen für den Sitzbereich: „Mit unseren Drahtrahmenkonstruktionen sind wir auf dem europäischen Markt führend. Nicht zuletzt wegen unserer beiden Alleinstellungsmerkmale, die sich durch faire Preise sowie der Funktion als versierter Entwicklungspartner in der Maschinen- und Verbindungstechnik ergeben“, erklärt Peter Schwind, Vertriebsleiter von A.I.T.. Karl-Heinz Pfau, Geschäftsführer der A.I.T Metallbearbeitung, ergänzt: „Unsere Halle ist mit über 60 CNC-Drahtbiegemaschinen bestückt. Das ist sehr selten auf dem internationalen Markt. Und mit 30 Panasonic-Schweißrobotern sind wir außerdem bestens für die Zukunft gerüstet. Biegen und Schweißen, das können wir!“

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Das Schweißen eines Drahtrahmens birgt hochgradige Herausforderungen für den Schweißprozess: Der Draht weist als die vorliegende zu schweißende Applikation eine gekrümmte Geometrie auf, was dazu führt, dass der Schweißkontakt nicht immer an der gleichen Stelle entsteht. Der Anspruch ist, auf einem nur 10 mm messenden Zündbereich, dennoch eine hervorragende „Schweißnaht“ zu erzielen und gleichzeitig die Schweißposition durch Roboter zügig zu erreichen. Pfau erklärt dazu: „Wenn wir schweißen, entstehen kleine Schweißpunkte; kein Punktschweißen in dem Sinne. Diese Tatsache muss Schweißroboterherstellern bei unserem Produkt klar sein. Bei großen Flächen zweier Blechapplikationen lässt sich der Schweißroboter schön ausfahren und er kann in puncto Schweißgeschwindigkeit und einer hervorragenden 150-mm-Schweißnaht zeigen, was er kann. Dies ist aber nicht unser Bestreben. Und dies hat Panasonic erkannt!“

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Anwendungsflexible Schweißtechnik überzeugt in der Praxis

Ein bunter Strauß von Anbietern in der Produktionshalle sowie aus Industrieroboter- und Schweißstromquellen-Herstellern, führte zu einer Umorientierung des Schweißbereiches des Schwarzwälder Unternehmens. So ließ sich Peter Schwind zunächst auf einer Schweißmesse des für ihn allseits bekannten Unterhaltungselektronik-Konzerns von dessen Schweißkompetenz überzeugen: „Ich muss sagen, Panasonic hat mich positiv überrascht! Hellhörig wurde ich auf der Messe als ich sah, dass Panasonic ein normales und ein verbogenes Blech mit dem identischen Schweißprogramm gleichermaßen hochwertig fügen kann. Das musste ich mir erklären lassen!“

Schweißtests und Vorführungen im technischen Schweißzentrum von Panasonic in Neuss überzeugten A.I.T.. So wurden 30 Drahtsitzrahmen für einen Premiumautomobilkunden hintereinander ohne jeglichen Fehler mit dem SP-MAG-Prozess geschweißt. Das Ergebnis: filigrane Schweißpunkte. Mit der innovativen Tawers-Technologie, welche eine Fusion von Roboter, Schweißstromquelle und Robotersteuerung darstellt, erhielt A.I.T. eine neuartige Lösung in seiner Produktionslandschaft.

Mit hoher Lichtbogenkonstanz auch gut kontrollierbar

Die Kunden von A.I.T. erwarten eine 0-Fehler-Quote. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, setzt das Unternehmen nicht nur auf innovative B2B-Lösungen in der eigenen Produktionshalle, sondern auch auf den effizienten Einsatz der eigenen Ressourcen. Durch das „Alles-von-einem-Hersteller“-Paket von Panasonic Robot & Welding muss sich A.I.T. mit nur einem Ansprechpartner und einem Servicetechniker auseinandersetzen – Herausforderungen an den Zellen und Robotern werden gemeinsam besprochen. „Der Kommunikationsaufwand mit den unterschiedlichen Anbietern hat uns Zeit geraubt. Die steht uns dank einem Ansprechpartner von Panasonic nun für andere Unternehmensaktivitäten zur Verfügung“, so Pfau. Auch die eigenen Mitarbeiter heißen die Tawers-Technologie sowie das Rund-Um-Paket von Panasonic willkommen; durch eine deutlich vereinfachte Bedienungsmaske des Handprogrammiergeräts lässt sich das Schweißprogramm zügig und einfach erstellen. „Unsere Mitarbeiter sind zufrieden! Die Programmier- und Korrekturzeiten haben sich stark reduziert“, resümiert Schwind.

Bei der ausführlichen Analyse der zu erfüllenden Kriterien während des Schweißprozesses wurde das SP-MAG-Verfahren als Lösung in Verbindung mit entsprechender Anlagentechnik selektiert. Das SP-MAG-Verfahren zeichnet sich durch die gute Kontrollierbarkeit bei hoher Lichtbogenkonstanz und niedrigen Leistungen aus. Die reduzierte Wärmeeinbringung, im Vergleich zu anderen Kurzlichtbogenverfahren, rundet das Ergebnis ab. Dabei werden unnötige Spritzer während des Schweißens deutlich reduziert und eine nachgelagerte, kosten- und zeitintensive Bearbeitung am Material vermieden.

A.I.T. entschied sich in seinen ersten Investitionen 2010 für einen Robotertyp der Panasonic-TA-Serie. Mit den TA-1400-Robotern deckte das Unternehmen die bisher nötigen Reichweiten für die Vorrichtungen der Applikationen ab. Zunehmend werden immer größere Vorrichtungen in die Produktionskette mit eingebettet, was in einer Anschaffung eines Schweißroboters mit 1600 mm Reichweite aus der neuen TM-Familie resultierte.

Schweißbrenner mit sehr hohem Aktionsradius

Dabei entschied sich das Unternehmen für ein integriertes Schlauchpaket, bei dem die Draht- sowie die Stromkabelzuführung durch den Roboterarm hindurchgeführt werden. Dieses Schlauchpaket bedient in hohem Maße den Anspruch der zwingend notwendig schnellen Bewegung des Roboters aufgrund der vorliegenden Schweißaufgabe. So dürfen die Zuführungen den zügigen Schweißprozess der Punkte nicht behindern oder gar stören. Durch das Innenliegen aller Zuleitungen erreicht der TM-Brenner einen Arbeitsradius von fast 360°.

Panasonic möchte mit seinen Schweißsystemen den Kunden das höchste Maß an Schweißnahtqualität und Service bieten. „Qualität, um A.I.T. selbstverständlich in seinen eigenen Anforderungen zu unterstützen. Service, um A.I.T. während des hauseigenen Schweißprozesses gut zu betreuen“, erklärt Frank Niemert, Panasonic-Vertriebsverantwortlicher Bereich Süddeutschland. Einmal mehr hat sich durch die Entscheidung eines Unternehmens, das Schweißtechnik nutzt, bewiesen, dass ein „Strauß gattungsgleicher Blumen“ in Pflege und Haltung für den Besitzer wesentliche Vorteile ins Feld führen kann. MM

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