Innovations-Studie Schweiz: Wie innovativ ist die schweizer Industrie?

Redakteur: Franziska Breunig

Der Verband Swissmem hat eine Studie zur Innovationsstärke der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass innovationsstarke Unternehmen eine klare Innovationsstrategie haben.

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Um innovationsstark zu sein braucht es eine klare Innovationsstrategie und Innovationspartnerschaften.
Um innovationsstark zu sein braucht es eine klare Innovationsstrategie und Innovationspartnerschaften.
(Bild: Swissmem)

Die wirtschaftliche Situation in der MEM-Industrie ist vielerorts nach wie vor angespannt. Insbesondere die Ertragslage ist in vielen Firmen unbefriedigend. Nicht weniger als 23 Prozent der MEM-Firmen haben das vergangene Jahr auf Stufe EBIT mit einem Verlust abgeschlossen. Hinreichende Gewinnmargen sind jedoch überlebenswichtig, denn nur so haben die Betriebe die Mittel, um in die Zukunft investieren zu können. Für in der Schweiz produzierende Firmen führt der Weg zurück in die Gewinnzone vor allem über Innovationen.

Der Bericht «Forschung und Innovation in der Schweiz 2016» des Staatssekretariats für Bildung, Innovation und Forschung bestätigt, dass Schweizer MEM-Unternehmen erfolgreich innovieren. Um ein klares Bild über die Erfolgsfaktoren der Innovation sowie Hinweise für Verbesserungsmöglichkeiten zu gewinnen, hat Swissmem in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz die Mitgliedfirmen zu ihrer Innovationstätigkeit befragt.

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Innovationsstarke MEM-Branche

Innerhalb der MEM-Branche bringen insbesondere Betriebe aus dem Maschinenbau sowie Elektro- und Elektronikunternehmen überdurchschnittlich häufig Produktinnovationen auf den Markt. Firmen der Metall-Industrie sind hingegen bei Prozessinnovationen überdurchschnittlich erfolgreich. Die Anzahl Innovationen ist abhängig von der Größe des Unternehmens. Je größer ein Unternehmen ist, desto höher ist die Anzahl Innovationen. In den Jahren von 2014 bis 2016 haben sechs von zehn KMU mit einem Umsatz bis zu 5 Millionen Franken neue Produkte eingeführt. Bei Unternehmen mit über 50 Millionen Franken Umsatz haben mehr als 90 Prozent Innovationen im Markt eingeführt.

Ideen kommen aus allen Abteilungen

Die wichtigste Quelle für neue Produktideen ist die eigene Forschung- und Entwicklung (F&E). Firmen, die Produktinnovationen schaffen, haben zudem signifikant mehr F&E-Beschäftigte als Unternehmen ohne Produktinnovationen. Weitere wichtige Ideengeber sind das Top-Management, Personen aus Marketing, Verkauf und Produktmanagement sowie die Kunden.

Unternehmensstrategie und -kultur sind entscheidend

Die Studie zeigt deutlich, dass Innovationen nicht zufällig entstehen. Eine klare Innovationsstrategie und eine langfristige Planung der Innovationsaktivitäten korrelieren sowohl mit Produkt- als auch mit Prozessinnovationen. Je stärker es dem Management zudem gelingt, ein innovationsförderndes Umfeld zu schaffen und je höher das Engagement der Mitarbeitenden zur Innovationsstrategie der Firma ist, desto häufiger haben die Unternehmen erfolgreich Innovationen in ihre Betriebe und Märkte eingeführt.

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Spagat zwischen Freiraum und straffer Führung

Damit dieses Commitment zur Innovation zum Tragen kommen kann, braucht es ausgeprägt kooperative Arbeitsprozesse. Diese müssen durch ein effektives Kontrollsystem begleitet werden. Ein solches System schafft Transparenz und stellt sicher, dass Ziele und Nutzen der Innovationsaktivitäten erreicht werden. Für den Innovationserfolg ist somit eine gute Balance zwischen Freiräumen für die Mitarbeitenden und straffer Führung wichtig. Firmen, denen dieser Spagat gelingt, zeichnen sich durch eine signifikant höhere Innovationsleistung aus.

Große Bedeutung der Innovationskooperationen

Firmen, die Innovationskooperationen eingehen, haben eine doppelt so hohe Chance Produkte zu innovieren als solche, die es nicht tun. In der Periode von 2014 bis 2016 haben fast 50 Prozent der antwortenden Swissmem-Mitgliedfirmen bei Innovationsaktivitäten mit Dritten kooperiert. Das ist eine mit anderen Branchen vergleichbare Quote.

Die wertvollsten Kooperationspartner sind laut Befragung die Kunden, gefolgt von Hochschulen und F&E-Instituten sowie Lieferanten.

Die größten Kooperationshindernisse sind mangelnde finanzielle oder personelle Ressourcen. Bei 23 Prozent der MEM-Betriebe stellt dies ein Problem dar, weitere 45 Prozent leiden darunter. Auch die Unternehmensgröße spielt eine Rolle. Je kleiner ein Unternehmen, desto häufiger ist das Ressourcenproblem ein Hinderungsgrund für Kooperationen.

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