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Frankenschock überwunden

Schweizer Industrie arbeitet sich aus der Krise

| Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Die Unternehmen der Schweizer Maschinenbau-, Elektro- und Metallindustrie haben wieder gut zu tun.
Die Unternehmen der Schweizer Maschinenbau-, Elektro- und Metallindustrie haben wieder gut zu tun. (Bild: Reto Klink/Swissmem)

Deutlich steigende Umsätze, Auftragseingänge und Exporte – die Schweizer Maschinenbau-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) kann auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurückblicken. Sorgen macht allerdings die schwache Profitabilität der Unternehmen.

Die Umsätze erhöhten sich 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 %; die Auftragseingänge nahmen um 7,5 % und die Güterexporte um 5,5 % zu. Einzig die Ertragslage ist für 44 % der MEM-Unternehmen noch immer unbefriedigend, wie der Verband Swissmem berichtet. Die Erwartungen der Unternehmer, der günstigere Wechselkurs des Schweizer Frankens zum Euro und die gute Konjunkturlage in wichtigen Märkten deuten auf eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung im Jahr 2018 hin. Von der positiven Entwicklung bei den Bestellungen und den Umsätzen profitierten sowohl Großfirmen wie auch KMU.

Kapazitätsauslastung der Schweizer Industrie steigt

Die hohen Auftragseingänge der vergangenen Monate wirken sich auf die Kapazitätsauslastung in den Betrieben aus. Im Januar 2018 betrug sie gemäß der Konjunkturforschungsstelle der Eidgenössischen Hochschule Zürich (Kof) 90,6 %, was deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 86,4 % liegt. Auch die Zahl der Mitarbeiter in der MEM-Industrie erhöhte sich auf 322.100, was im Vergleich zu 2016 einen Zuwachs von 4500 Arbeitsplätzen bedeutet.

Die Güterausfuhren der MEM-Industrie wuchsen 2017 um 5,5 % und erreichten einen Wert von 66,7 Mrd. Schweizer Franken. Alle Absatzregionen entwickelten sich positiv. Die Ausfuhren in die EU erhöhten sich um 5,9 % und die nach Asien um 3,4 %. Das höchste Wachstum wiesen die Exporte in die USA aus (+7,4 %). Die positive Exportentwicklung umfasste alle wichtigen Warengruppen. Im Vergleich zum Vorjahr wuchsen die Ausfuhren von Metallen um 12,6 %, im Bereich der Elektrotechnik/Elektronik um 4,7 %, bei den Präzisionsinstrumenten um 4,3 % und im Maschinenbau um 2,3 %.

Insgesamt präsentiert sich die Lage der Schweizer MEM-Industrie so gut wie schon lange nicht mehr. Falls die zuletzt verbesserte Wechselkurssituation zum Euro und die gute Konjunkturlage in den wichtigsten Absatzmärken anhalten, dürfte sich die positive Entwicklung in der MEM-Branche in den nächsten Monaten fortsetzen, erwartet der Verband. Die Unternehmen der MEM-Industrie sind diesbezüglich optimistisch. Gemäß der jüngsten Swissmem-Befragung rechnen 53 % der Unternehmer für das Jahr 2018 mit wachsenden Aufträgen aus dem Ausland. Lediglich 10 % befürchten einen Rückgang. Dieser Optimismus wird sowohl von Großfirmen wie auch von KMU geteilt.

Schwache Ertragslage macht der Schweizer Industrie Sorgen

Das positive Bild wird lediglich durch die nach wie vor unbefriedigende Ertragslage getrübt, wie es in der Verbandsmitteilung weiter heißt. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Abschwächung des Schweizer Frankens zum Euro und damit die Verbesserung der Margen erst Mitte 2017 eingesetzt hat. Die jüngste Swissmem-Umfrage ergab, dass sich über das ganze vergangene Jahr betrachtet 15 % der Unternehmen auf Stufe Ebit in der Verlustzone befanden. Weitere 29 % der Unternehmen erzielten 2017 eine nur unzureichende Marge zwischen 0 und 5 %. Insgesamt ist die Ertragslage somit für 44 % der MEM-Firmen noch immer ungenügend. Sie hat sich zwar gegenüber 2016 leicht verbessert. Laut der aktuellen Umfrage schrieben 2016 21 % der Firmen Verluste und weitere 30 % der Betriebe blieben mit ihrer Ebit-Marge unter 5 %. Die Umfrageergebnisse zeigen jedoch, dass ein paar Monate Aufschwung nicht ausreichen, um die teils massiven Margen- und Substanzverluste der vergangenen Jahre auszugleichen. Die MEM-Industrie braucht nach Ansicht des Verbandes nun eine längere Wachstumsphase mit deutlich besseren Margen, um wieder mehr in die Zukunft investieren zu können.

Die Exportzahlen der MEM-Industrie zeigen einmal mehr die große Bedeutung des EU-Marktes. Der Exportanteil der EU ist seit 2015 trotz Frankenstärke von 57,7 auf 59,6 % gestiegen. Relativ gesehen sind die Ausfuhren in die USA 2017 zwar stärker gewachsen (7,4 % verglichen mit 5,9 %). In absoluten Zahlen ist der Exportzuwachs in die EU aber um den Faktor 3,7 höher (Exportzuwachs EU: 2,222 Mrd. Franken, Exportzuwachs USA: 0,599 Mrd. Franken). Auch wenn andere Märkte relativ gesehen für die MEM-Industrie an Bedeutung gewinnen, bleibt der EU-Binnenmarkt auf lange Sicht der wichtigste Absatzmarkt. Aus diesem Grund befürwortet Swissmem, dass die Schweiz mit einem Rahmenabkommen die Beziehungen zur EU auf eine neue, langfristig tragfähige Basis stellt.

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