Studie Schwellenländer müssen Energieinvestitionen verdoppeln

Autor: Stéphane Itasse

Die schnell wachsenden Volkswirtschaften müssen ihre Energieinvestitionen in den kommenden 25 Jahren verdoppeln, um ihren Energiehunger zu stillen. Das jährliche Investitionsvolumen in diesen Staaten außerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Non-OECD) wird nach Berechnungen der Managementberatung Bain & Company und dem Weltwirtschaftsforum (WEF) auf das Doppelte der Investitionen in den OECD-Staaten steigen.

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Vor allem erneuerbare Energien sollen aufgrund des Energiebedarfs der Schwellenländer in den kommenden Jahren stark zulegen.
Vor allem erneuerbare Energien sollen aufgrund des Energiebedarfs der Schwellenländer in den kommenden Jahren stark zulegen.
(Bild: Energieagentur NRW/Michael Printz)

Der Wettbewerb um den Import fossiler Energieträger wandelt sich zu einem globalen Kampf um Kapitalgeber für Investitionen in effiziente und erneuerbare Energien. Bain hat dafür nach eigener Mitteilung auf dem WEF in Davos einen Acht-Punkte-Plan vorgelegt, wie Schwellenländer Investoren für den Energiesektor finden können.

Energieinvestitionen vor allem außerhalb der OECD-Länder

Von 2000 bis 2014 lagen die Investitionen in den Energiesektor schnell wachsender Volkswirtschaften außerhalb der OECD bei insgesamt 4 Bill. US-Dollar und sind damit mit den Investitionen in den OECD-Staaten vergleichbar, wie es weiter heißt. Das aber wird sich laut der Studie „The Future of Electricity in Fast-Growing Economies” ändern.

Das Wirtschaftswachstum lässt den Energiebedarf der Nicht-OECD-Staaten in die Höhe schnellen – sowohl in der Industrie als auch im Handel und Dienstleistungsbereich sowie bei den Verbrauchern. Denn mit dem wirtschaftlichen Aufstieg dieser Volkswirtschaften nimmt auch der Wohlstand zu, und mit ihm der Stromverbrauch der Privathaushalte.

Der Studie zufolge werden sich die Energieinvestitionen bis 2040 verdoppeln müssen, um dem wachsenden Energiehunger gerecht zu werden. Statt bisher etwa 240 Mrd. Dollar jährlich werden Nicht-OECD-Staaten dann pro Jahr 495 Mrd. Dollar für den Ausbau und die Effizienzsteigerung konventioneller Energieträger, erneuerbarer Energien und der Netzinfrastruktur aufwenden. Damit wird der Investitionsbedarf 2040 in diesen Ländern doppelt so hoch sein wie in den OECD-Staaten.

Umfeld für Energieinvestitionen soll sich grundlegend verändern

Gleichzeitig verändert sich das Umfeld grundlegend. „Was einst ein Wettlauf um Rohstoffe war, ist nun ein globaler Kampf um Kapital geworden“, sagt Walter Sinn, Deutschlandchef von Bain. Schwellenländer und Industriestaaten konkurrierten um Geldgeber, die den Ausbau ihrer Energieversorgung und die Entwicklung erneuerbarer Energien finanzieren. Für die Schwellenländer wird davon ihr weiterer wirtschaftlicher Aufstieg abhängen. Engpässe bei der Energieversorgung könnten das Wachstum beeinträchtigen.

„In der Vergangenheit hat die öffentliche Hand der Nicht-OECD-Staaten bis zu 70 % der Investitionen in die Stromversorgung getragen“, berichtet Sinn. „Das ändert sich gerade. Die Regierungen werden kaum mehr in der Lage sein, ausreichend Gelder zur Verfügung zu stellen.“ Private Investitionen in noch nie dagewesenem Umfang würden notwendig.

Haupttreiber von Investitionen und Innovationen bei der Energieerzeugung werden laut MItteilung nicht mehr die reichsten Industriestaaten der Welt sein. Vielmehr sorgen in den kommenden Jahrzehnten vor allem die Schwellenländer für globale Zuwächse bei der Stromerzeugung – und setzen dabei stark auf regenerative Energien. „Wir erwarten, dass die Nicht-OECD-Staaten bei den erneuerbaren Energien weit stärker zulegen als die Industriestaaten“, meint Sinn. Laut Studie ist bis 2040 mit einem Plus der regenerativen Energien von 1,7 TW (außer Wasserkraft) zu rechnen, was 34 % mehr sind als in den OECD-Staaten. Die Beschlüsse der jüngsten Weltklimakonferenz in Paris gäben die Richtung vor.

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