Suchen

Hermle/Heidenhain

Schwerzerspanung optimal gesteuert

| Autor/ Redakteur: Anne Richter / Stéphane Itasse

Auf seiner Hausausstellung hat Hermle erstmals live das Heidenhain-Softwarepaket Dynamic Efficiency für die TNC-Steuerungen präsentiert. Damit wird die Zerspanung – insbesondere die Schwerzerspanung – noch effizienter: Dynamic Efficiency steht für höheres Zeitspanvolumen bei optimierter Bearbeitungszeit, schont die Maschinenmechanik und erhöht die Werkzeugstandzeit.

Firmen zum Thema

Wirbelfräsen – Nuten hocheffizient bearbeiten.
Wirbelfräsen – Nuten hocheffizient bearbeiten.
(Bild: Hermle)

Die adaptive Vorschubregelung AFC regelt automatisch den Bahnvorschub der TNC-Steuerung – abhängig von Spindelleistung und weiteren Prozessdaten. In einem Lernschritt zeichnet die TNC die maximal auftretende Spindelleistung auf. Vor der eigentlichen Bearbeitung werden dann in einer Tabelle die Grenzwerte definiert, zwischen denen AFC den Vorschub beeinflusst. Vor allem bei Gussteilen treten Aufmass oder Materialschwankungen (Lunker) auf. Durch Regelung des Vorschubs wird die zuvor eingelernte maximale Spindelleistung während der gesamten Bearbeitungszeit eingehalten. Durch Vorschuberhöhung in Bearbeitungszonen mit weniger Materialabtrag verkürzt sich die Bearbeitungszeit.

Mindestvorschub für automatischen Werkzeugwechsel

AFC passt permanent die Vorschubgeschwindigkeit der Spindelleistung an. Wird ein Werkzeug stumpf, steigt die Spindelleistung, die TNC reduziert den Vorschub. Sobald der eingestellte Mindestvorschub unterschritten wird, reagiert die TNC mit NC-Stopp, einer Warnmeldung oder führt vollautomatisch einen Werkzeugwechsel auf ein Schwesterwerkzeug aus – und vermeidet so Folgeschäden nach Fräserbruch oder Fräserverschleiss. Das Reduzieren des Vorschubs bei Überschreiten der gelernten maximalen Spindelleistung bis zur Referenz-Spindelleistung schont die Maschinenmechanik, die Hauptspindel wird gegen Überlastung geschützt.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 5 Bildern

Intelligent bearbeiten – beliebige Konturen beim Wirbelfräsen

Beliebige Nuten hocheffizient komplett zu bearbeiten zeichnet das Wirbelfräsverfahren aus. Dabei erfolgt der Schrupp-Vorgang mit kreisförmigen Bewegungen, die zusätzlich mit einer linearen Vorwärtsbewegung überlagert sind. Auf diese Weise bleibt der Umschlingungswinkel des Werkzeugs klein, so dass eine hohe Schnitttiefe erreicht wird. Wirbelfräsen kommt häufig beim Fräsen von hochfesten oder gehärteten Werkstoffen zum Einsatz, um mit grosser Schnitttiefe bearbeiten zu können. Beim Einsatz von Schaftfräsern kann die komplette Schneidenlänge genutzt werden, wodurch ein gleichmässiger Schneidenverschleiss und damit im Rahmen der Werkzeugstandzeit ein höheres Zerspanvolumen erreicht wird. Durch das kreisförmige Eintauchen ins Material wirken geringe radiale Kräfte auf das Werkzeug – dies schont die Maschinenmechanik und verhindert das Auftreten von Schwingungen. Kombiniert man diese Fräsmethode optional mit AFC, lässt sich eine enorme Zeiteinsparung erzielen.

Aktive Ratter-Unterdrückung ACC

Bei der Schrupp-Bearbeitung (Leistungsfräsen) treten grosse Fräskräfte auf. Abhängig von Werkzeugdrehzahl, den in der Werkzeugmaschine vorhandenen Resonanzen und dem Zeitspanvolumen (Schnittleistung beim Fräsen) kann es zum sogenannten Rattern kommen. Auf der Werkstück-Oberfläche führt dieses Rattern zu unschönen Marken, das Werkzeug nutzt sich stark und ungleichmässig ab. Im Extremfall kommt es zum Werkzeugbruch. Um die Ratter-Neigung einer Maschine zu mindern, bietet Heidenhain nun mit ACC (Active Chatter Control) eine Funktion, die sich bei der Schwerzerspanung besonders positiv auswirkt und deutlich verbesserte Schnittleistungen ermöglicht. Abhängig vom Maschinentyp, kann das Zeitspanvolumen um bis zu 25 Prozent und mehr erhöht werden. Zugleich reduziert sich die Belastung für die Maschine, die Standzeit des Werkzeugs wird erhöht.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42342095)