Wittenstein

Servoantrieb erhöht die Taktzahl

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Linearaktuatoren ersetzen Pneumatikzylinder

Aber nicht nur Neuanlagen, sondern auch Retrofit, also die Modernisierung und Optimierung bestehender Maschinen und Anlagen nach technischen und wirtschaftlichen Kriterien, gehört zum Aufgabengebiet von Iprotec. „Ein großer Entwicklungsschritt war die Einführung von Linearaktuatoren an einer Glasmaschine als Ersatz energie- und wartungsintensiver Pneumatikzylinder“, erklärt Klaus Lesche. „Zugleich versprachen wir uns von der prinzipbedingt besser regelbaren Servotechnik und der besseren Einbindung in die übergeordnete Steuerung mehr Durchsatz beim Vorpressen des heißen Glastropfens vor der Übergabe in die Blasmaschine.“ Die Servotechnik bietet die Möglichkeit, komplexe Bewegungsprofile sowohl weg- als auch kraftgesteuert darstellen zu können.

Der Prozess in Kürze: Aus mehreren aus Feuerfestmaterial gemauerten Glasschmelzwannen mit einem Durchsatz von über 100 t Kristallglas pro Tag wird bei Temperaturen von bis über 1500 °C flüssiges Kristallglas erschmolzen. Mit Hilfe von sogenannten Feedern wird das heiße Glas portioniert. Die hierbei entstehenden Glastropfen – sie wiegen von etwa 160 g für ein Grappaglas bis zu 350 g für einen Rotweinkelch – werden abwechselnd von zwei Stempeln der Doppelschwenkübergabe übernommen und auf diesen mit Hilfe der sogenannten Vorform zu Glastabletten gepresst. Diese werden an die Blasmaschine übergeben – wobei immer ein Stempel mit einer Glastablette verfährt, während gleichzeitig der zweite Stempel der Transfereinheit von der Blasmaschine leer zum Speiser zurückfährt.

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Mit Linearaktuatoren die Leerzeit minimieren und Taktzahl erhöhen

Da diese Leerfahrt deutlich schneller erfolgen kann, steht für den eigentlichen Prozess mehr Zeit zur Verfügung. Die Vertikalbewegung der Stempel unterhalb des Speiserauslasses wie auch bei der Übergabe an die Blasmaschine wurde bislang mit Hilfe von Pneumatikzylindern umgesetzt. „Die entscheidenden Nachteile waren der Einsatz teurer Druckluft und wiederholte Maschinenstillstände wegen Leckagen“, erläutert Klaus Lesche. „Hinzu kam, dass es nicht möglich war, die Pneumatikzylinder separat anzusteuern, sondern nur starr verbunden zueinander zu betreiben. Der Volltransport mit der Tablette dauerte genauso lange wie der Leertransport. Diese Leerzeit zu minimieren, die Taktzahl und damit Durchsatzleistung zu erhöhen und eine bessere Reproduzierbarkeit im Prozess zu erreichen, ist uns jetzt mit den Linearaktuatoren von Wittenstein Cyber Motor gelungen. Mit der neuen Technologie ist es nun möglich, die Prozesszeit des Tropfenpressens durch eine schnellere Leerfahrt aufzuholen.“

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